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Umfrage: JS Band 2053: Fahr zur Hölle, Sinclair!
top 2 40.00%
sehr gut 2 40.00%
gut 1 20.00%
mittel 0 0.00%
schlecht 0 0.00%
sehr schlecht 0 0.00%
Insgesamt: 5 Stimmen 100%
 
Michael Michael ist männlich
Administrator




Dabei seit: 22.11.2007
Beiträge: 4410

Band 2053: Fahr zur Hölle, Sinclair! Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen



In rasender Geschwindigkeit stürzte ich in die Tiefe!
In einen schwarzen, absolut lichtlosen Schlund, angefüllt mit Kälte, Angst und Hoffnungslosigkeit. Die Furcht umklammerte mich mit eiskalter Faust. Dabei war es weniger die Angst vor dem Aufprall, als vielmehr die unbeschreibliche Panik im Angesicht des Bösen schlechthin.
Denn was auch immer mich am Ende meines Sturzes erwartete, es war schlimmer als der Tod ...

Teil 2 der Trilogie
Geschrieben von Ian Rolf Hill
Erscheinungstag: 14.11.2017

__________________
Wenn die Süße des geringen Preises verflogen ist, die Bitterkeit minderer Qualität wird bleiben.

14.11.2017 13:30 Michael ist offline Email an Michael senden Beiträge von Michael suchen Nehmen Sie Michael in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information

Sheila Conolly Sheila Conolly ist weiblich
Routinier




Dabei seit: 23.06.2009
Beiträge: 405

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Oh man ...
Das Lese-Feeling dieses zweiten Teils war irgendwie seltsam, anders als sonst.
Hier hat man das Gefühl, dass sehr mit Stimmungen/Atmosphäre/Gefühlslagen getrumpft wird, die einem beim Lesen fast schon irgendwie auf's Gemüt drücken. Sämtliche Beschreibungen sind sehr ausführlich, so dass man sich beinahe schon zu gut in alles reinversetzen und dabei sein kann. Also ich zumindest hatte diesen Eindruck ...
Wenn ich Ruhe dafür habe, lese ich wohl zu intensiv oder bin zu sehr drin ... und dann auch noch bei dieser "Thematik". Vielleicht bin ich auch gerade deswegen dafür empfänglicher ... oder ich hab halt zu viel lächerliche Empathie bei fiktiven Figuren ...
Ich versuch das mal in Worte zu fassen, wobei das vielleicht alles irgendwie durcheinander erscheinen kann.
Auch hier ist wieder alles ziemlich durchgespoilert, um Situationen, etc. zu verdeutlichen. Wer das alles lieber selbst lesen und sich überraschen lassen will, sollte dann jetzt besser nicht weiterlesen!!



Die Beschreibungen Luzifers lassen einem eine Gänsehaut über den Rücken kriechen, weil sie so nachvollziehbar sind, wie es sich anfühlen muss, quasi in absolut negative und böse "Energie" einzutauchen.

Bei beiden, Bill wie auch John, zeigen sich die negativen Auswirkungen der bösen Präsenz. John bezeichnet seine Freunde als Feiglinge, weil sie ihm nicht beistehen.
Bill bezichtigt Jane, wegen ihrer ehemaligen Zugehörigkeit zu Asmodis und ihren latenten Hexenkräften, Sheilas wirkliche Mörderin zu sein.
Als wenn das Böse neben ihnen, ja sich praktisch schon IN ihnen ausgebreitet hat und sie vergiftet.

Luzifer und Asmodis werden allein durch ihre Person an sich so böse dargestellt, wie schon lange nicht mehr. Oft genug waren sie Gegner, Feinde, Bösewichte aus der Hölle ... doch hier, in ihrem Refugium, wirken sie übermächtig, sie haben die Kontrolle über alles und jeden und sie schaffen es, allein durch ihr Antlitz, das nackte Grauen hervorzurufen.
Und genau das kommt für mich beim Lesen auch rüber, was ich ungemein gut finde!
Als wenn man die personifizierten Höllenherrscher aus dem Heft buchstäblich heraus- und in die Wirklichkeit lesen kann ...
Mir fällt es da immer richtig schwer, "zurückzukommen" und auf "normal" zu schalten, wenn ich das Heft mal aus der Hand legen muss, weil's Telefon schellt oder es an der Türe klingelt.
Und so ein Feeling schon auf den ersten Seiten!

Der Auftritt des geheimnisvollen Retters, der Ben Essex und evt. auch das seltsame Mädchen vor dem Tod bewahrte, war einerseits gut eingefädelt. Doch als der Angriff auf die Viecher startete, wurde einem als Leser doch schon ziemlich schnell klar, wer da in der Lage war, dreistriemige Verletzungen bei den Monstern zu verursachen und sie damit zu vernichten ... und was derjenige auf Grund seines "Erscheinungsbildes" und seiner Handlungsweise für Waffen/Artefakte mitgenommen hat smile

In der Hölle bekommt John einiges zu sehen und zu hören, das ihm mehr als zu schaffen macht.
Er sieht Sheila, die ihn anklagt; seine Eltern, die ihn herabwürdigen ... und er bekommt Erklärungen, die ihm nicht gefallen, die er nicht vermutet hat, obwohl sie im Nachhinein naheliegend sind.
Außerdem kriegt er eine passende Erklärung geliefert, warum Sheila hier unten im Höllenkreuz steckt und ihre Seele keine Ruhe gefunden hat/finden kann.
Kleine, kurze Sätze wie "Ein Speichelfaden rann über meine Unterlippe." zeigen deutlich, wie John leidet, wie er sich quält, bzw. gequält wird und man will ihn am liebsten tätscheln und sagen "Alles wird gut, halte aus!"
Ihm gegenüber steht dann allerdings Matthias, der ein perfides Spiel mit ihm treibt, der sich in all seiner Überheblichkeit präsentiert und John behandelt, wie einen Anfänger, der überhaupt nichts weiß und/oder kann, dass seine Taten eigentlich nichts bewirken und die Hölle seine Endstation wird. Und dann tut der erste Diener Luzifers das, was man als Leser selbst gerne tun würde: er tätschelt John den Kopf ... was bei dem Kerl allerdings ziemlich falsch und abschätzig rüberkommt.
Zum guten Schluss macht Matthias dann auch noch das mit John, wofür er hinreichend bekannt ist.
Es sieht übel aus für den Geisterjäger und er ist buchstäblich am Boden.

Suko kommt auch nicht zu kurz, nachdem er sich offenbart hat.
Er erfährt von dem Mädchen namens Sandra, dass Beelzebub ihn sprechen will und um Hilfe bittet, sowie dass Asmodis sich hier ebenfalls aufgehalten und wohl John in seine Fänge gekriegt hat.
Gerade, als die Gegenseite Johns Waffen verschwinden lässt, findet Suko sie und kann sie an sich nehmen. Allerdings wird er dabei schwer in Mitleidenschaft gezogen, was einen jetzt noch an Streckbank-Action erinnert ... doch er bekommt von unerwarteter Seite Hilfe: Sandra, Ben und die Dörfler von Peelham!
Das las sich irgendwie seltsam und irgendwie hab ich immer drauf gewartet, dass Sandra sich verändert und zuschlägt ... oder Ben doch tötet ... oder oder oder ...
Doch sie bringt Suko samt Ben und den teils zu Zombies gewordenen, teils besessenen Dörflern
zur Klosterruine und damit zu Beelzebub.
Der wurde seinerseits von seinen netten Höllenbrüdern Schachmatt gesetzt und will jetzt Hilfe von Suko, die der aber nicht geben will, weil dafür angeblich ein unschuldiger Mensch sterben soll und er ist nicht bereit, Ben deswegen zu opfern.
Schließlich schickt der Teufel in Horror-Fliegen-Gestalt Suko auch so in die Hölle .... wo der Inspektor ein grausiges Szenario miterlebt, geschützt vor den Augen derer, die dafür verantwortlich sind ... und das ihn zutiefst erschüttert.

Auch Bill bekommt auf dem Weg nach Glastonbury Hilfe von unerwarteter Seite: bevor er selbst aktiv werden muss, schreiten die Horror-Reiter ein! Sie schaffen ihm nicht nur die ihm folgende Polizei vom Hals, sondern bringen ihn samt Sheilas toten Körper direkt an sein Ziel.
Auf dem Glastonbury Tor ruft er nach Nadine und will, dass sich der Durchgang öffnet ...

Besonders hervorheben muss ich in diesem Roman die einzelnen Stimmungen. IRH gelingt es hier, der Reihe nach bizarre, surreale, beklemmende und düstere Szenarien und Situationen zu schaffen.
John ist am Ende ... in einer Welt, aus der es für ihn kein Entkommen zu geben scheint und ihm zusätzlich auch noch von allen Seiten, von Freunden und Gegnern, Schuldzuweisungen, Anklagen, Versagensvorwürfe und Demütigungen entgegengebracht werden. Er wird verunstaltet und weiß nur zu gut, dass es nur schwer rückgängig zu machen ist.
Suko zusammen mit Ben Essex, dem einzigen Menschen weit und breit, mitten unter Feinden und Kreaturen ... steht schlussendlich vor Beelzebub selbst, der durch die Abbilder in Form von Figuren seiner Teufelsbrüder augenscheinlich geschwächt wird ... und will eigentlich erstmal nur John finden.
Das tut er letztendlich auch, nur lässt ihn das buchstäblich zusammenbrechen.
Sogar die kurze Passage mit Sir James und der Bill-Jane-Polizisten-Situation lässt ihn wieder unheimlich allein und einsam erscheinen. Mit der stillen Fahndung nach Bill und dem Mini hat er erneut keine Vorab-Info an seine Vorgesetzte gegeben ... hoffentlich hat das kein unangenehmes Nachspiel für ihn.
Sollte es denn noch ein "danach" geben ...
Und genau diese/solche Situationen sind allesamt so gut beschrieben, dass man dieses bedrückende, düstere Feeling der jeweiligen Charaktere nahezu miterleben kann (oder es ist gar nicht sooo schlimm und ich les halt zu intensiv, kann auch sein^^).
Stinkende Gruben kann man förmlich riechen, Knochen knacken hören, die Last des negativen Feelings, des absolut Bösen auf und in John fast selbst spüren, Szenarien vorm geistigen Auge mitverfolgen ... und sich dabei genauso fies ge- und betroffen fühlen, wie die Protagonisten selbst.
Die Vorstellungskraft und das "drin sein" im Sinclair-Universum tun ihr Übriges dazu ...

Bei Bill ist es anders, aber ähnlich. Es beschleicht einen das Gefühl, dass er irgendwie von irgendwem oder irgendwas besessen ist und im Notfall auch über Leichen gehen würde, nur um dem Wunsch Sheilas nachzukommen und ihren toten Körper nach Avalon zu bringen.
Ihre nicht verweste Leiche ... ihr zu einem grotesken Grinsen verzerrtes Gesicht ... sein eigener Angriff auf Jane und der Glaube, sie wäre Sheilas Mörderin ... seine Entschlossenheit, selbst die Polizisten aus dem Weg zu räumen, sollten sie ihn aufhalten wollen ... seine Wut auf die Freunde, die nicht da sind, die nicht geholfen, sondern Sheila lebendig begraben haben ... die "Hilfe" des Ghoul-Hundes auf dem Friedhof ... das Eingreifen der Horror-Reiter ... all das alarmiert ihn nicht in irgendeiner Art und Weise?
Nein, denn er kann nicht klar denken ... er wird quasi von seiner toten Frau beeinflusst, er will ihr Frieden geben .... was aber auch irgendwie alles "unecht und gekünstelt" wirkt ... eben so, als stecke noch etwas anderes dahinter. Das ist nicht Bill, auch wenn er berechtigterweise arg durch den Wind ist.
Doch der Reporter sieht sich halt im Recht, handelt wir er es für richtig hält, sieht nur, dass er den letzten Wunsch seiner toten Frau erfüllen will ... und nichts anderes ...

Das alles hat so eine Art Endzeit-Feeling, weil es eben ... aussichtslos wirkt; kalt, beklemmend.
Wie will da jetzt noch irgendjemand was rumreißen?
Bei der Täufer-Trilogie war das Sinclair-Team zusammen aufgebrochen, um John und quasi die Welt zu retten. Hier ist es so, dass das Team gesplittet ist, verletzt, vielleicht sogar beeinflusst ... jeder ist irgendwie allein ... auch Sir James ... ebenso Jane im Krankenhaus ... von John, Bill und Suko samt Ben ganz zu schweigen.
Hier ist nicht viel mit Zusammenarbeit des Sinclair-Teams, die ja sonst auch eine Art starke Waffe gegen das Böse war ...



Ooookay ... das war also mein Feeling beim Lesen, was natürlich bei jedem anderen ganz anders wirken kann smile
Nur wer es schafft, mit Worten/Texten so auf's Gemüt zu drücken und/oder den Leser so in eine Story eintauchen (und dadurch irgendwie anwesend sein) zu lassen, der sollte dafür eigentlich ein top kriegen. Aber weil auch hier noch kein Ende absehbar ist und man nicht weiß, wo und wie das noch enden wird und Fragen nagen, gibt es visuell ein sehr gut, welches aber von der Technik her auch ein top wäre.
Bei einem Mehrteiler ist das Bewerten immer irgendwie schwierig, finde ich.
Daher die ausschweifenden Erklärungen für den "Bewertungs-Konflikt" ... und am Ende des dritten Teil dann noch ein Gesamtergebnis smile

__________________
"Man sieht es, man hört es und man riecht es ... !"
"Also ... das musst du uns erklären, Sheila ... !"
"Man sieht, dass die Whiskyflasche leer ist und hört, dass du voll bist ... und man riecht deine Fahne!"

14.11.2017 23:16 Sheila Conolly ist offline Email an Sheila Conolly senden Homepage von Sheila Conolly Beiträge von Sheila Conolly suchen Nehmen Sie Sheila Conolly in Ihre Freundesliste auf Füge Sheila Conolly in deine Contact-Liste ein                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information

Der Geist des Weines Der Geist des Weines ist männlich
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Mit dem zweiten Teil hat Florian wieder den Pinöpel an die Glocke des Lukas gehauen!

Sehr atmosphärisch die Beschreibungen von John in Asmodis' Reich und in Peelham, gerade die Szenen an der Sickergrube!

Was mir besonders gefallen hat, sind ein paar Dinge, bei denen ich zuerst dachte, was hat sich Florian denn dabei gedacht oder "das kann er doch nicht machen!". Um dann gleich wieder die Kurve zu kriegen oder die Erklärung zu liefern, und dass dadurch alles noch genialer wird. Beispiele: wie auch Sheila schon schrieb, dass John seine Freunde als Feiglinge bezichtigt oder die Rettung Ben Essex' aus dem Nichts.

Die Erklärung, warum es zum Fluch der Conollys gekommen ist, ist zwar sehr gut und geht in die 200er Bände zurück, aber irgendwie glaube ich , dass auch da noch etwas kommen wird. Lassen wir uns überraschen....................

17.11.2017 13:13 Der Geist des Weines ist offline Email an Der Geist des Weines senden Beiträge von Der Geist des Weines suchen Nehmen Sie Der Geist des Weines in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information

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RE: Band 2053: Fahr zur Hölle, Sinclair! Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen

Was ist nur mit Bill Conolly los? Im letzten Band hat er wenigstens noch den Gedanke abgeschüttelt, Jane zu töten. Sie bewusstlos zu machen, damit sie ihm nicht im Weg steht, hat gereicht. Auch das war mir schon zu viel. Und jetzt dreht Bill völlig durch. Ich konnte keinen eindeutigen Hinweis darauf entdecken, dass Bill magisch manipuliert wurde. Bis jetzt sieht es eher so aus, als wäre er schlichtweg durchgedreht. Als würde er medizinisch den Verstand verlieren. Erst will er Jane töten, dann ist er bereit Polizisten zu schießen und schließlich folgt der den Horror-Reitern. Es ist durchaus denkbar, dass Florian in Teil 3 noch eine Erklärung dafür liefert. Ich bin gespannt, ob die hieb- und stichfest ist. Sollte Bill doch manipuliert worden sein, stellt sich mir zum Beispiel die Frage, wieso Nadine dann tatsächlich auf seinen Ruf hin den Übergang nach Avalon öffnet. Sie ist die Hüterin dieses heiligen Ortes und wäre dämlich Bittsteller nicht auf den Keim des Bösen zu scannen. Wenn die Hölle nach Aibon nun auch noch Avalon mit einem fiesen Trick infizieren will würde mich das nicht überraschen. Je mehr ich von der Bill-Handlung lese, desto skeptischer werde ich, ob Florian das für mich zu einem runden Abschluss bringen kann.

Davon abgesehen ist das ein rasanter und gut geschriebener Plot. Nur bei einer Sache muss ich noch Widerworte geben.

„Und auf einmal fand man sie [Jane] mit einer mittelschweren Gehirnerschütterung und einer leichten Unterkühlung auf jenem Friedhof, auf dem Sheila Conolly beerdigt worden war? Das mochte alles Mögliche sein, aber gewiss kein Zufall!“

Doch, das ist ein riesengroßer Zufall, der Jane ganz knapp das Leben rettet. Genau jetzt entschließen sich zwei Polizisten auf Streife, mal spontan sich auf dem Friedhof umzuschauen. Obwohl es keinen Grund dafür gibt. Im Gegenteil, das Gelände wird von einem Friedhofswächter bewacht, eigentlich ist schon dafür gesorgt, dass hier nichts passiert. Entgegen Bills Vermutung hat Sir James die beiden nicht dorthin beordert. Erst danach leitet er mit der Großfahndung weitere Schritte ein. Es hätte mir sogar besser gefallen wenn Jane tatsächlich vor dem Friedhofsgelände Verstärkung angefordert hätte. Es wäre immer noch seltsam gewesen, dass sie so sehr auf ihr Bauchgefühl vertraut und damit goldrichtig liegt. Aber weit weniger unlogisch als diese Deus Ex Machina Szene.


In Peelham gibt es mit Suko eine ähnliche Szene. Der Chinese will so schnell wie möglich heraus finden, was mit John los ist und eilt durch den Ort. Als er einen Schrei vernimmt, geht er zuerst dem nach. Kommt aber zu spät. Schade, da kann man nichts mehr machen. Also weiter, um vielleicht noch seinen Freund zu retten? Die Zeit drängt! Nein, Suko nimmt die die wertvollen Minuten, den Toten aus der Sickergrube zu ziehen. Was soll das? Und warum eigentlich? Eine würdige Totenruhe oder sowas wäre eine unsinnige Erklärung gewesen, aber besser als keine Erklärung. Doch Suko lässt den übel zugerichteten Kerl einfach liegen, hat nicht mal ein kurzes Gebet für ihn übrig. Die ganze Situation dient nur dazu, dass das Kreuz nicht verloren geht.

Einem fähigen Autor wie Florian kann ich das nicht durchgehen lassen. Würde ich auch keinem anderen Autor, aber bei diesem fällt es besonders auf. Ich bin mir sicher, Florian hätte sowohl Janes Tod als auch den Verlust des Kreuzes anders verhindern können. Das macht einen spannend geschriebenen Roman nicht direkt schlecht, verhindert aber eine Topnote, die sonst durchaus drin gewesen wäre.


Bei John in der Hölle ist dann natürlich nichts unlogisch. Das liegt an der Situation. Schutzlos an so einem Ort hätte ich sogar türkis-orange Pinguinratten mit einer Aura des Entsetzens nicht angekreidet. Es ist auffällig, dass der Geisterjäger bei so offensichtlichen Illusionen zweifelt und schwach wird. Aber nur aus Lesersicht mit klaren Gedanken in der warmen Bude bei einem Tässchen Tee. Für den armen John sieht die Sache ganz anders aus.





Wenn ich meine Zufriedenheit mit dem ersten Teil vergleiche kann ich nur ein Gut vergeben. Ein klassischer Brückenteil. Für Bill der Weg von London nach Glastonbury. Für Suko der Weg von Peelham in die Hölle. Und für John der Weg vom Kampf zum Aufgeben. Die Geschichte hat mir Spaß gemacht, aber mir sind diese zwei Dinge aufgefallen. Und Bill mochte ich bisher so überhaupt gar nicht, ich bin extrem auf die Erklärung gespannt.

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Florian
Grünschnabel


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Beiträge: 4

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Sorry, Gleichgewicht. Janes Rettung ist alles andere als ein Zufall und keine Deus ex machina!
Sie hat vorher mehrfach mit der Beretta geschossen und ich habe ebenfalls erwähnt, dass Passanten an dem Gelände vorbeispazieren. Es gab also genug Möglichkeiten, dass jemand die Schüsse gehört und die Polizei verständigt hat!!!

17.11.2017 22:24 Florian ist offline Email an Florian senden Beiträge von Florian suchen Nehmen Sie Florian in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information

Das Gleichgewicht Das Gleichgewicht ist männlich
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Dabei seit: 24.09.2008
Beiträge: 8274

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Daran habe ich gar nicht gedacht. Sorry. Also bleibt bei dieser Szene nur Heftromanzufall.

Natürlich kann ein Passant, der zufällig gerade zu dem Zeitpunkt am Friedhof vorbei gegangen ist, die Schüsse gehört haben. Dann hat er umgehend per Handy die Polizei alarmiert. Die Streife in der Nähe geht der Sache nach und kommt gerade rechtzeitig.

Bill ist da gerade am überlegen. Nicht etwa, ob er Jane leben lassen soll. Sondern ob ein schneller Tod nicht "zu billig für die Hexe" ist. Verdammt, mir wäre es trotzdem lieber gewesen, wenn er sie mit einem Restgewissen in einer Ecke seines Verstandes da liegen gelassen hätte und abgehauen wäre. Ganz ohne Polizei. Vielleicht hätte er ihr das Handy weggenommen und Jane hätte dann benommen beim nächsten Haus geklingelt und Sir James alarmiert, der dann über diesen Umweg auch die Großfahndung eingeleitet hätte.

So sind eben die Geschmäcker.

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charlie1965nrw charlie1965nrw ist männlich
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Ich habe diesmal ein 'Top' vergeben. Alle drei Handlungsstränge werden ohne Durchhänger spannend weitergesponnen, selbst ich als Wiedereinsteiger kann wunderbar folgen und mitfiebern. Inhaltlich ist ja schon Vieles gesagt, was an diesem 2. Teil beeindruckt, ich freue mich auf den letzten Teil!

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von charlie1965nrw am 19.11.2017 10:02.

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