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John-Sinclair-Forum ::: Gruselroman-Forum » Roman-Serien » DämonenKiller » Zaubermond-Verlag » Dorian Hunter - Klassiker » Band 8: Die Frau aus Grab Nr. 13
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21.09.2016 21:40
Band 8: Die Frau aus Grab Nr. 13
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Die junge Hexe Coco Zamis wird in Wien von dem dämonischen Anwalt Skarabäus Toth festgehalten.
Sie soll das Testament ihres Vaters erfüllen und den bösartigen Grafen von Behemoth heiraten.
Auf die Hilfe ihres Gefährten Dorian Hunter darf sie nicht hoffen, denn die Falle für den Dämonenjäger hat Skarabäus Toth bereits aufgestellt.

(Klappentext auf Dorian Hunter Buch )


Die Frau aus Grab Nr. 13

Dorian Hunter-Klassiker-Band 8

412 Seiten

Erschienen 2002

Enthält folgende Romane der Erstauflage und den Abschluß des Zamis-Zyklus aus der Zweitausgabe:

33 - Der Opferdolch

34 - Die Frau aus Grab Nr. 13

34 - Der Schwarze Hengst (Neuer Roman in der Zweitausgabe)

035 - Dorf der Kannibalen

036 - Der Teufel von der Schönheitsfarm

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05.06.2018 18:11
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Der Opferdolch

von Earl Warren


Statt wie geplant in Wien landet das Flugzeug mit Dorian auf einer albanischen Insel, da es magisch umgelenkt wurde. Als Soldaten den Flieger stürmen, bringt in eine Stewardess in Sicherheit. Auch sie steht unter dämonischem Bann.

Soweit so gut. Doch dann werden die beiden von zerlumpten Zombies eingekreist, die sie nicht töten, sondern nur festhalten. Andere Zombies schlachten ein paar Schafe, die von einem Lastwagen hierher gebracht wurden, der offenbar auch von einem verwesenden Untoten gefahren wird? Die abgezogenen Felle werden um Dorian und die Frau herum gelegt und zusammengenäht, wie ein großer Sack. Danach werden sie auf den Lastwagen geschleppt und weggefahren. Äh, was? Wie? Zombies beim Nähkurs? Direkt eine so frühe und seltsame Szene von Earl Warren, die reiner Effekt ist und für die Handlung total unwichtig. Man hätte sie auch einfach in einen Jutesack stecken können. Schlimm genug, dass die Zombies zwar einerseits beschrieben werden, als würden sie bald auseinander fallen. Auf der anderen Seite aber motorisch keinerlei Probleme haben.

Es folgt sogleich ein Bibelverkäufer, der mit seinem Koffer in der Nähe einer Templerburg hier einen Mittelsmann treffen will. Der entpuppt sich als Vampir. Zufällig hat der Mann ja Bibeln dabei und kann daraus vorlesen, bis der Blutsauger abhaut. Auch hier wieder ein fettes Wie Bitte? Immerhin sieht er, wie Dorian dorthin gekarrt wird.

Dorian und die Stewardess können dann über das Tunnelsystem der Burg fliehen. Als Dämonenkiller weiß er natürlich, dass alle alten Gemäuer ein Tunnelsystem mit Geheimgängen zur Oberfläche besitzen. So einfach ist das!

Zum Sonnenuntergang erreichen sie ein Bauernhaus. Davor lungert ein Vampir herum, der vergeblich versucht, seine Frau davon zu überzeugen, zu ihm zu kommen und sich verwandeln zu lassen. Als er den Dämonenkiller bemerkt, sucht er das Weite. Man verschanzt sich im Haus, bevor er mit Verstärkung wieder kommt. Zum Glück ist das nicht der erste Besuch des untoten Ehemannes. Es gibt hier Gewehre und einen Weihwasserkessel. Und wer hat das Wasser geweiht, muss das nicht ein Priester machen? Egal. Fackel und Mistgabel dürfen natürlich auch nicht fehlen. Und das Bauernhaus ist festungsartig mit Schießscharten ausgestattet. Ok.

Während die Zombies und Vampire angreifen, graben andere Untote mal eben schnell einen Tunnel unter dem Haus bis in den Keller. Die Stewardess gerät erneut unter magischem Bann und öffnet die Haustür. Als Dank wird sie gebissen. Dorian und die Bäuerin können sich nur noch ein Pferd schnappen und abhauen. Dabei gibt es die Szene, wie ein Untoter einen Zombiesäugling auf einen Stab spießt und zielgenau den Fliehenden entgegenschleudert, damit er sich in Dorian verbeißen kann. Ach wären Warrens komische Ideen in diesem Roman nur auf solche kurzen Details beschränkt gewesen.

Mit dem Boot der Bibelverkäufer will man entkommen, schafft es aber nicht mehr. Jetzt sitzt man wochenlang hier fest. Immerhin erfährt Dorian endlich, was es mit dem Mbret auf sich hat, der die Untoten kontrolliert.

Warren unterlegt die Geschichte grob mit einem wichtigen Kapitel der Albanischen Unabhängigkeit von den Osmanen. Jedoch gab es keine Schlacht, die Festung wurde durch einen Trick kampflos übergeben. Außerdem heißt sie Krujar. Burg Kanina und das Örtchen Vlora haben damit nichts zu tun. Sowieso liegen beide Anlagen auf dem Festland. Und mit dem Partisanenkrieg im zweiten Weltkrieg haben sie auch nichts zu tun. Mbret ist kein Name, sondern der Titel für den Herrscher über die Untoten hier. Tatsächlich ist Mbret ein Albanischer Königstitel.

Genug der langweiligen Geschichtsstunde. Kurz gesagt, damals hat man einen Dämon getötet und seine Asche in der Festung aufbewahrt. Im zweiten Weltkrieg zwangen die Partisanen einen Gefangenen, zur Demütigung seine Asche zu essen. Und da war der Mbret plötzlich wieder. Eine interessante Idee des Autors. Er hätte sich genauer an die echte Historie halten können, statt Dinge durcheinander zu würfeln. War er einfach falsch informiert? Der Burg ihren richtigen Name zu geben oder statt einer Schlacht ihre korrekte Übernahme zu beschreiben, hätte genau so gut funktioniert und Bonuspunkte gegeben.

Außerdem gibt es eine Prophezeiung. Nur ein Mann aus fremden Landen, der schon viele male geboren wurde, kann den Mbret vernichten. Wer auch immer hinter allem steckt, den Auserwählten bewusst zum Mbret zu bringen ist eine ganz dämliche Idee.

Dorian und die Bäuerin kehren zur Bauernhausfestung zurück. Obwohl der Dämonenkiller sie magisch sichert, wird die Bäuerin übernommen und ist verschwunden. Dorian folgt ihren Spuren unter einen alten Brunnen, der bis unter die Festung führt. Mbrets Zombies und Vampire greifen an, töten sie jedoch nicht. Der Mbret lässt den Schacht vor und hinter ihnen einstürzen. Zusätzlich errichten die untoten mehrere Mauerreihen hintereinander. Als Dorian endlich durch die Erde ist und auch in die Mauern ein Loch zum Hindurchzwängen machen kann, erscheinen die Untoten, um die Mauer wieder zuzumauern. So geht das tagelang weiter. Jedes mal wenn Dorian eine Lücke in der Mauer hat, wird sie wieder dicht gemacht. Schließlich lässt man ihnen ein Loch, jedoch nur um ihnen unerreichbar leckere Speisen vor die Nase zu setzen und sie zusehen zu lassen, wie man Unschuldige tötet. Echter Psychoterror, der neben Hunger und Durst Spuren hinterlässt. Erneut eine gute Idee von Earl Warren. Das ist richtig fies. Mbret will Dorian mürbe machen und erniedrigen. Ihm seine Machtlosigkeit zeigen und ihn quälen. Das gelingt wunderbar. Sowas ist eine erwachsene Serie, ohne zu trashig oder ekelerregend zu sein. Man hätte es nur knapper schreiben sollen, vor allem das ewige hin und her mit der Mauer.

Die Rettung naht überraschend in der Form von Chapman. Nachdem Dorian innerhalb kürzester Zeit wieder spurlos verschwunden war, machte man sich auf die Suche. Nicht dass Kiwibin wieder eine seiner beschissenen Aktionen abzieht. Da die Küstenwache jedoch niemanden durchlassen wollte, musste der Puppenmann allein hierher schleichen. Er folgte dem Tunnel im Keller des Bauernhauses hierher. Bis hierhin alles prima. Doch dann folgt das nächste zu lange Hin und Her. Chapman bringt Wasser und Nahrung aus dem Bauernhaus hierher, sowie Werkzeuge und Bewaffnung. Dabei wird er kein einziges mal von den Untoten erwischt und bricht auch nicht entkräftet zusammen, weil er mit seiner Winzgröße die schweren Sachen den Weiten weg durch den Tunnel schleppen muss. Während Dorian und die Bäuerin sich dann endlich daran machen, hier raus zu kommen, wird Chapman als Vorhut zum Spähen voraus geschickt. Er beobachtet ein seltsames Ritual, bei dem neben Mbret auch ein unbekannter Dämon anwesend ist. Als man endlich die Mauer niedergerissen hat, erscheinen pünktlich zufällig die Untoten, die durch das Ritual nun auch tagsüber aktiv sind. Es beginnt ein verzweifelter und wieder zu lang geschriebener Kampf gegen hunderte von Wiedergängern, der von Anfang an aussichtslos ist. Dorian schlägt sich echt gut dafür, dass er körperlich und mental am Ende ist. Unrealistisch gut.

Die Bäuerin erwischt es und Dorian wird in den Thronsaal gebracht. Der fremde Dämon entpuppt sich als Graf von Behemoth, mit dem Coco sich verloben soll. Dorian ist davon gar nicht begeistert, kann aber im Moment nichts unternehmen. Erst Chapmans erneutes Eingreifen gibt ihm die Gelegenheit, Mbret mit dem Opferdolch zu töten. Der Graf flieht durch ein magisches Tor, Dorian und Chapman hinterher.

Ein typischer DK-Cliffhanger. Ich mag es aber, wenn Geschichten so aneinander anschließen. Anders als die Leser damals muss ich nicht gespannt warten, wie es weiter geht, sondern kann bei Laune direkt weiter lesen.

Earl Warren liefert einen Roman mit guten Ideen. Albanien als Schauplatz hat man auch nicht so oft und dann noch in Verbindung mit Nationalhistorie. Dorian allein auf fremden Gebiet, von dem er voraussichtlich wochenlang nicht weg kommen wird. Und dann der Psychoterror des Mbret. Leider sind Ideen nicht alles, man muss sie auch gut umsetzen. Daran hapert es. Der Roman wirkt mir an mehreren Punkten zu langgezogen. Unter einigen Einfällen muss die Glaubwürdigkeit leiden.

Aber da ich gerade von TB komme, im Vergleich ein Fest für den Heftromanfreund. Auf der DK-Skala reicht es nur für groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen Baff Baff Baff Baff Baff (knappe 5 von 10 Schnauzern)

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05.06.2018 18:45
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In meiner persönlichen Wertung wird Dorians Schnauzer noch massiver gerupft. Für mich ist der Roman kaum mehr als ein Lückenfüller (stupide Zombies statt der Schwarzen Familie erwartet man nicht unbedingt im Dämonenkiller, und das erwähnte Hin und Her ist dem Lesefluss nicht unbedingt förderlich). Aber ich sehe dieses Heft einfach mal als Atemholen, ehe es wieder richtig spannend wird und die Handlung in der üblichen zyklischen Weise weitergeführt wird.

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06.06.2018 18:04
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Die Frau aus Grab Nr. 13

von Ernst Vlcek


Puh. Ich muss mich zusammenreißen, nicht direkt ein Fazit zu ziehen und zu erwähnen, was mir aufgefallen ist. Hier wird nämlich sehr schnell und überraschend das Kapitel „Coco soll zwangsverheiratet werden“ schon abgeschlossen. Neben diesem Plot gibt es natürlich auch viel zum Roman an sich zu sagen.

Chapman und Dorian sind in Österreich gelandet, nahe eines Dörfchens. Das wollen sie aber erst am Tag erkunden und verbringen die Nacht in einem Schuppen aus einem Friedhof. Zufällig kommen genau diese Nacht zwei Dämonendiener an, holen sich Werkzeug aus dem Schuppen, und buddeln einen Sarg aus. Eine Untote bricht daraus hervor und greift die beiden an. Dorian ist natürlich Zeuge der Ereignisse, deshalb hat Vlcek das ja so nett arrangiert. Man fragt sich, wenn die Leichenfledderer überrascht sind, dass die Leiche im Sarg lebt, haben sie dann von allen Gräbern hier zufällig ausgerechnet das geöffnet, in dem sich ein Zombie befindet? Oder hat jemand im Hintergrund sie als unwissende Bauernopfer gezielt dorthin geschickt, damit die Untote sich an ihren laben kann?

Das erfahren wir später. Erst einmal wird das Ehepaar Dieter und Elke eingeführt. Eigentlich haben sie in Wien einen Termin bei einem bestimmten Anwalt. Na, wer das wohl sein könnte? Aber auf dem Weg dorthin will Dieter nach sieben Jahren seinem Heimatdorf mal einen Besuch abstatten. Keine gute Idee. Im Gasthaus wird Elke von einem Betrunkenen mal eben so als Kindermörderin angefeindet, weil die Nacht zuvor fünf Kinder spurlos verschwunden sind. Und als der Wirt Dieter erkennt wird auch er des Mordes bezichtigt. Allein, weil Dieter nach Jahren ausgerechnet jetzt wieder erscheint, wo es so einen Vorfall gab? Total übertrieben, aber vielleicht bin ich übersensibel.

Als er mehr erfährt, wird die Sache schon verständlicher. Außerdem wurde nämlich das Grab seiner Mutter geöffnet und die Leiche ist verschwunden. Damals wurde sie für eine Hexe gehalten und soll nach einer Fehlgeburt Dieters Schwester dem Teufel geopfert haben. Da ist es wirklich ein seltsamer Zufall, dass Dieter ausgerechnet jetzt hier auftaucht. Ich würde ein gewisses Misstrauen der Dörfler verstehen, aber nicht dass sie derart austicken. Geht es in österreichischen Bergdörfern so zu? Statt schleunigst nach Wien weiter zu fahren, bevor es noch mehr Ärger gibt, will Dieter sich eine Weile niederlassen. Er findet es hier nämlich „saugemütlich“. Aber sicher, vollkommen nachvollziehbar.

Aber was ist jetzt eigentlich mit Dorian und Chapman? Bei denen gibt es einfach einen Zeitsprung von mehreren Tagen. Ohne genauere Erklärungen erfahren wir, dass er sich an die Spur der Untoten geheftet hat. Erkundigungen eingezogen, ihr Tagebuch gelesen und sich mit dem obligatorischen geistig behinderten Dorfkrüppel angefreundet. Das hätte ich furchtbar gern im Detail gelesen. Nun sucht Dorian Dieter auf, um seine Hilfe zu erbeten. Da er sich weigert, wird er einfach weißmagisch hypnotisiert und mit einem unterbewussten Bann belegt.

Frau Mama hat in der Zwischenzeit also einige Kinder entführt und tischt ihnen in ihrem Versteck die Geschichte von einer Märchenhochzeit auf, zu der sie die Kleinen mit nehmen möchte. Die sind natürlich keineswegs verängstigt, weil sie mitten in der Nacht von ihren Eltern weggenommen wurden, sondern freuen sich darauf, dass es bald auf das Schloss geht. Und auch wenn die Untote sich eher schlecht als recht vermummt. Dass mit ihr etwas nicht stimmt müssten die Kinder doch merken. Glühende Augen sind schon ungewöhnlich, oder was ist mit Leichengestank? Chapman wird noch von der Untoten erwischt und muss nun als Puppenmann die Kinder belustigen, damit sie ihn nicht tötet.



Elke hat natürlich mitbekommen, dass Dorian ihren Mann besucht hat. Irgendwie hat der Dämonenkiller auch seinen Name auf eine kabbalistische Tabelle geschrieben. Seine Namenssumme ist 617, genau wie die von Dieter. Das heißt, dass sie ein Schicksal teilen und ihre Handlungen verknüpft sind. Ah ja. Zum einen wüsste ich nicht, dass sowas bei DK wirklich Aussagekraft hat, geschweige denn, dass Dorian daran glaubt. Und wieso hinterlässt er wortlos diesen kryptischen Zettel, statt Dieter einfach zu sagen, was er will?

Das Ehepaar erhält einen Brief, dass der mysteriöse Anwalt – natürlich Toth – sie nicht in Wien treffen möchte, sondern spontan auf einem nahen Schloss. Beide machen den Spaß mit und lassen sich dorthin fahren, auch wenn es ihnen sonderbar vorkommt. Sie haben das erste mal von Toth gehört. Wissen selbst nicht genau, was er von ihnen in Wien will. Und jetzt lädt er sie ohne Begründung auf ein abgelegenes Schloss ein? Warum haben die beiden jetzt nicht die Schnauze voll und spielen ohne Aufklärung das Spielchen nicht weiter mit?

Das Schloss gehört selbstverständlich Graf Behemoth, der gerade seine Hochzeit mit Coco vorbereitet. Dieter und Elke sollen Gäste sein. Elke bekommt also ein paar schöne Szenen, während Dieter Coco Zamis kennenlernt. Als das Gespräch darauf kommt ist sie beruhigt, dass Dieter die gleiche kabbalistische Namenssumme hat wie ihr Dorian. Also der ganze Driss nur für diese eine Szene?

Wir erfahren auch, dass Olivaro jetzt offiziell Oberhaupt der Schwarzen Familie geworden ist, wenn auch auf wackeligen Füßen. HALT STOP! Das war es? Es kommt echt keine weitere Geschichte dazu, wie er das in die Tat umgesetzt hat? Es gab nur ein einziges Treffen mit ein paar Dämonenhanseln, das unterbrochen wurde. Der Rest ist halt irgendwie im Off passiert und wird jetzt in einem Satz erwähnt. Für mich persönlich ist das mehr als ein herber Schlag ins Gesicht. Ich kann sofort sagen, da hätte ich viel lieber auf die Drudenfußgeschichte verzichtet.

Puh, ich beruhige mich eben und fahre dann fort. Während Elke im Bann der Dämonen ist widersteht Dieter dank Dorians Hypnose. Er greift sich eine Fackel und verbrennt den Grafen. Wieso muss man den Saal auch unbedingt mit magischen Fackeln ausleuchten, die Dämonen töten können?

Danach greift Dieter sich Coco und Elke und flüchtet zu einer Orgel. Er beherrscht das instrument wunderbar und kann spontan ohne Stress-Fehler eine Musik spielen, die den Dämonen schmerzt. Und Coco bringt durch ihren Willen das Schloss zum Einsturz. Hätte sie auch viel früher machen können, aber egal. Dramaturgisch passt jetzt besser.

Dorian folgt der Untoten mit den Kindern zum Schloss und trifft auf das Trio. Ein Monster aus einem Spiegel greift an, Dorian schleudert den Opferdolch auf ihn, beide verschwinden durch den Spiegel in einer anderen Dimension. So kann man kurz und schmerzlos eine mächtige Waffe loswerden, die man nicht mehr braucht. Ist auch völlig logisch, dass Dorian so eine wertvolle Waffe auf einen Angreifer schleudert. Einen an der Spitze stark gebogenen Dolch, der seine Klinge auf der Innenseite hat, wie im letzten Roman mehrfach ausdrücklich erwähnt wurde, um ihre Einzigartigkeit zu verdeutlichen. Wie kann sie sich so gefertigt im Flug in ein Monster bohren?

Fehlt noch die Enthüllung am Ende. Wieso die Untote und das Ehepaar überhaupt wichtig sind. Vorweg genommen, auf Dieter und Elke hätte man komplett verzichten können. Eigentlich gibt es keinen Grund, warum Toth sie herlockt und als Gäste für die Hochzeit braucht. Und wie hat er wissen können, dass sie auf dem Weg nach Wien wirklich hier Rast einlegen? Dadurch wird Dorian leider absolut zur Nebenfigur. Gerade weil es das Finale der sehr kurzen Handlung ist, enttäuscht das.

Aber Dieters Mutter. Wir erinnern uns. Wenn Coco den Graf nicht heiratet, erhebt sich ein Wiedergänger aus seinem Grab, der in Cocos Leben eine wichtige Rolle gespielt hat. Mit dem unaufhaltsamen Drang, sie zu töten. Diese Untote ist Dieters Mutter. Warum ist sie wichtig für Coco? Das ist wieder so eine komische DK-Sexsache. Ihr Vater hat sie mit einer Dämonin gezeugt. Den Embryo aber von Dieters sterblicher Mutter austragen lassen. Oder schon früher die befruchtete Eizelle? Kann mir bitte endlich mal jemand erklären, wie dieser Vorgang von einem Körper zum anderen vonstatten geht? Ich weiß, Schwarze Magie, aber so eine spezielle Idee muss man mir erläutern. Total unlogisch ist auf jeden Fall, dass die Untote laut Deal erst aufstehen soll, wenn Coco sich endgültig der Hochzeit verweigert. Das tut sie an keiner Stelle. Vielleicht hätte sie Behemoth sogar geheiratet, wenn Dieter ihn nicht vorher getötet hätte. Dieters Mutter wird aber schon viel früher erweckt und nicht erst, als die Hochzeit platzt. Bei DK wird immer so getan, als wäre bei dämonischen Abmachungen der genaue Wortlaut total wichtig, aber wegen der Schludrigkeit der Autoren (oder des Autors) straft die Serie sich wieder mal selbst Lügen.

Zum Ende wird Dieters Mutter im Spiegelzimmer durch Cocos Spiegelbild getäuscht und stolpert durch einen der magischen Spiegel in eine andere Dimension.




Endlich kann ich zum Fazit kommen, da hat sich einiges angestaut. Und ich muss mir wieder Gedanken machen, was ich mit DK anfange. Der von mir am allermeisten herbeigesehnte Machtergreifungs-Plot von Olivaro fand schlichtweg nicht statt. Und das Finale dieser Handlung ist sowas von unbefriedigend.

Und zum Roman an sich. Viel zu konstruiert aufgebaut, da handeln Personen einfach nur unglaubwürdig, damit am Ende alles passt. Außerdem wieder die Darstellung des Dörfchens und seiner Bewohner. Mit ihren urigen Namen, ihrem Klischeeverhalten. Wo die Welt noch in Ordnung ist, der junge Bub Harmonium spielt statt Rockmusik zu hören und alles gläubige Katholiken sind. Wie eine Mischung aus ARD-Almkrimi und Frühlingsfest der Volksmusik. Selbst für die 70er ist das komisch. So stellen sich Rentner die heile Welt vor, junge Leute schreckt das aber eher ab.

groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen Baff Baff Baff Baff Baff (gerade so 5 von 10 Schnauzern)

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06.06.2018 19:29
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Man darf nicht vergessen, dass dieses Material seinerzeit für ein Heft mit höchstens 64 Seiten geschrieben wurde. Weil man den Leser bei Laune halten musste, der wöchentlich ein neues und nicht zu langweiliges Lesevergnügen erwartete, wurden manche Sachen eben offscreen behandelt, weil ein Heft einfach keine lange Verweildauer zuließ. Natürlich hätte man sich den Dämonenkiller als Taschenbuch gewünscht, aber der Markt war damals leider noch nicht soweit. Und so einfach, wie es vorliegender Roman vielleicht glauben lässt, wird es für Olivaro denn doch nicht. Beim DK braucht man manchmal etwas Geduld, aber es gibt eine Serie, die vom Leser einen noch längeren langen Atem verlangte: Macabros-Leser mussten sich trotz extremer Komplexität der Handlung mit nur einem Heft im Monat begnügen.

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07.06.2018 17:53
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Der Schwarze Hengst

von Neal Davenport



Wie schön, dass die Sonderromane der Zweitauflage in den Zaubermondbüchern eingeschoben sind. So bekomme ich die volle Packung DK.

Der Roman schließt auch schön an die Ereignisse auf Schloss Behemoth an. Man kümmert sich um das Ehepaar Houlkmmann und bringt die entführten Kinder in Sicherheit. Danach wollen Dorian und Coco in Wien Urlaub machen und sich erholen, während Chapman direkt zurück nach London reist. Wien also. Die Höhle des Löwen, bedenkt man Cocos Vergangenheit. Das kann man schon als dreiste Provokation der Schwarzen Familie gegenüber bezeichnen. Sehr gewagt von den Heftromanhelden.

Mit Cocos ehemaliger Lehrerin Sandra Thornton gibt es eine von drei Handlungen in diesem Roman. Sie beginnt recht übersichtlich und simpel. Die Dämonin will sich an Coco rächen, weil sie das Schloss dem Erdboden gleich gemacht und den Graf getötet hat. Mit einigen fiesen Tricks ärgert sie die Urlauber, bis sie auf die Idee kommen, besser zu verschwinden. Ich sage ja, ausgerechnet in Wien Urlaub zu machen, war eine blöde Idee. Aber es geht nicht zurück nach London. Sondern nach Nizza. Davon hat Coco zufällig von Elmar Langer gehört. Einem Sterblichen, der sie irgendwie von früher kennt. Dorian riecht eine Falle, aber Coco will unbedingt. Tatsächlich ist es Sandras Plan, die beiden nach Nizza zu verscheuchen. Mit dem Playboy Günter Zeman und seiner Gruppe Feierwütiger geht es also im Privatflieger nach Frankreich.

Die zweite Handlung dreht sich um George Arnolds, der unschöne Probleme hat. Eine seiner Stuten gebiert ein blutrünstiges Fohlen mit Tigerkopf. Und auf dem Flug nach Nizza fallen kurz die Motoren aus, es kommt fast zum Absturz. Wieso genau er so viel Ärger hat und was dahinter steckt erfahren wir noch nicht. Die Hintergründe bleiben im Dunkeln. Aber er ist wie Zeman auf dem Weg nach Nizza, weil er sich mit ihm ein Wettrennen liefert. Wer hat das beste Pferd im Stall?

Als dritte Handlung gibt es noch einen Schatten, der Coco erwürgen will. Dazu bedient er sich Menschen, die er sich als Opfer holt. Dank Dämonenbannern kann er in Schach gehalten werden, schön ist das trotzdem nicht. Eine Hinterlassenschaft der Untoten, die Coco heimsuchen soll, wenn die Hochzeit mit dem Grafen nicht vollzogen wird? Es hätte mich sehr gefreut. Dass der magische Deal nicht einfach verhindert wird, indem man den Zombie vernichtet beziehungsweise in eine andere Dimension lockt. Im letzten Band wurde mir das Problem zu einfach gelöst, da muss man als Dämonenkiller ja gar keine Angst mehr vor bindenden dämonischen Verträgen haben. Leider steckt etwas anderes dahinter.

Soweit so gut. Sandra will Coco aus Rache töten. Der Schatten will Coco aus unbekannten Gründen töten. Und Arnolds hat irgendwelche Scheiße gebaut und muss jetzt mit den Folgen leben. Drei Geschichten für einen Roman ist etwas viel, aber noch lassen sie sich gut lesen.

Als Davenport beginnt, die Handlungen zu verknüpfen, wird es zu verworren für mich. Für Sandra ist der Schatten eine unbekannte Variable, aber vielleicht kann sie ihn für ihre Zwecke nutzen. In Nizza gibt es auf Zemans Villa dann den großen Knall. Elmar wurde als beliebtes DK-Mittel von dämonischen Kräften übernommen und will Dorian erschießen. Danach ist Zeman dran, mit lieben Grüßen von Arnolds. Aber der ist doch selbst überfordertes Opfer. Sandra attackiert unterdessen Coco, der Angriff wird aber von dem Schatten ausgeführt. Mit dem hat die Dämonin doch gar nichts zu tun?

Der Leser und auch Dorian sind jetzt völlig verwirrt. Es wird Zeit für Antworten, die es in Form einer Hellseherin auch gibt. Anfangs passt das. Arnolds sucht sie auf. Sie erzählt ihm eine bekannte Geschichte, die für den Leser aber neu ist. Wie Arnolds von einem Dämon das Fohlen Capricorn geschenkt bekommen hat, das viele Rennen gewinnen wird. Der Haken ist, dass der Dämon das Pferd nach drei Jahren zurück fordern wird. Gibt Arnolds es nicht ab, gehört seine Seele dem Dämon. Natürlich hält der Mann sich nicht an den Deal. Jetzt will er es zurück geben, aber es ist zu spät. Da erhält Arnolds einen Anruf von dem Dämon und erkennt die Stimme von Zeman.

Es wird immer deutlicher, dass keiner von beiden böse ist und eine dritte Macht sie gegeneinander ausspielen will. Aber warum?

Die Hellseherin hat ihren Dienst für den Leser getan. Da die Seiten langsam knapp werden und es kaum Antworten auf die drei Handlungen gibt, muss sie aber als Deus Ex Machina herhalten. Sehr Schade bis hierhin hat mir der Roman gefallen. Solche Pferdesachen sind zwar nicht mein Thema, aber es kann ja nicht nur Fälle geben, die mich interessieren.

Coco erhält ein Päckchen von Unbekannt. Ein magischer Stein gegen Ausspähung, mit der Botschaft, dass sie beobachtet wird. Und später Anweisungen, wo man sie finden kann. Auch hier könnte Coco in eine Falle laufen, daran denkt aber niemand. Es ist die Hellseherin. Ein Freak, der sich wie üblich an der Schwarzen Familie rächen will. Sie liefert kurz und schmerzlos Antworten für alle drei Handlungsstränge. Dass Sandra Coco beobachtet und sie töten will. Dass ein Schatten im Schloss aus dem Spiegelkabinett fliehen konnte und sich an Coco als Bezugsperson klammert, was ihr nicht gerade gut tut. Details zu der Sache zwischen Zeman und Arnolds. Und als wären diese Antworten auf dem Silbertablett nicht genug, leitet sie auch ihre Kräfte auf Coco über, damit die Hexe kurzzeitig viel stärker wird.

Na dann hat man ja alles, um die Sache zu beenden. Da hätte Davenport lieber eine Handlung weglassen sollen und Coco allein die Antworten finden.

Ich schrieb, dass es dann zu verworren für mich wurde. Das liegt daran, dass Sandra sich nicht nur an Coco rächen will. Sie ist auch die Dämonin, die hinter dem Deal mit Arnolds steckt. Und ihre Halbschwester, die Frau von Arnolds. Der Schatten, der sich an Coco geklammert hat ist rein zufällig jemand, der noch eine persönliche Rechnung mit Sandra und ihrer Halbschwester offen hat. Das sind eine ganze Menge Zufallszufälle, weil Davenport am Ende wirklich alle Sachen irgendwie miteinander verknüpfen wollte. Muss das denn sein?

Klar, man könnte jetzt auch lobend erwähnen, dass Davenport sich einen Kopf gemacht hat. Das stimmt. Tolle Geschichte mit einer völlig überraschenden Auflösung. Damit hätte ich nicht gerechnet. Weil es eben unlogisch und übertrieben ist. Mir ist Zurückhaltung lieber. Und dann noch die Hellseherin, welche die Helden nicht nur mit Antworten sondern auch Kräften ausstattet. Ich mag solche reinen „Zweckfiguren“ nicht, mit etwas Überlegen hätte man sicher auch eine andere Lösung gefunden.


Ein netter Roman, ich hätte mir nur einige Dinge anders gewünscht. Sandras Rache an Coco. Der Schatten der Untoten, der die Hexe weiterhin töten will. Und die Pferdesache ganz weglassen. Nichts miteinander verknüpfen, beide Handlungen unabhängig voneinander laufen lassen.

groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen Baff Baff Baff Baff (6 von 10 Schnauzern)

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08.06.2018 08:12
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Hier mal ein kleiner Blick hinter die Kulissen. Hier könnt ihr das Exposé vom Einschubband in der Dämonenkiller-Zweitausgabe lesen. Viel Spaß dabei.

Dämenenkiller-Exposé 34
Titel: Eiskalt wie der Tod/Der schwarze Hengst/Das Würgemal
Handlungsort: Wien/Nizza-Cannes
Handlungszeit: Februar (im Anschluß an vorangegangenen Band)
Autor: Neal Davenport
Termin: Nach Vereinbarung.
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Vorbemerkungen:

Dieser Roman wird als Ersatz für die in der Neuauflage weggelassene Nr. 7: AMOKLAUF eingeschoben, soll aber weit mehr als ein Lückenfüller sein. In der DK-Serie klafft nach dem Zamis-Zyklus eine Lücke von ca. 3 Wochen; wichtige Ereignisse aus dieser Zeit wurden in den Folgebänden nur erwähnt. Nun wollen wir sie aufrollen und ein wichtiges Bindeglied schaffen.

1. Wir wollen die Figur der Sandra Thornton beleben, die in Nr. 31: HEXENSABBAT als bösartige Hexe und Cocos Lehrerin Erwähnung findet (p 16)
2. In Bd. 34 wird im Finale geschildert, wie Coco und Dorian auf Schloß Behemoth und auf der Flucht vor der untoten Agnes Houlkmann (Cocos "Mutter") in ein Spiegelzimmer geraten.
Bekanntlich stürzte die Untote in einen dieser Spiegel; Dorian sah als Spiegelbild, wie Coco von der Untoten gewürgt wurde und dabei wirklich das Bewußtsein verlor. Wir sagen in diesem Band nun aus, daß, als Agnes in die Spiegelwelt verschlagen wurde, ein Etwas, ein Schatten, die rachsüchtige, lebenshungrige Seele eines der Opfer von Graf Behemoth, ins Diesseits verschlagen wurde und nun ein besonderes Verhältnis, eine Art Abhängigkeit, zu Coco hat und diese bedroht.
3. In Bd. 44, p 60 erinnert sich Dorian an eine Liebesnacht in Wien, bei der ihr gemeinsamer Sohn gezeugt wurde, und in Bd. 46, p 55 wird auf eben diesen Aufenthalt in Wien eingegangen.
Dort wird das Hotel "Imperial" genannt, wir sollten es allerdings auf das fiktive "Kaiserkrone" umtaufen. Herr Delfs müßte diesen Namen dann aber auch in Bd. 46 ändern!
Die unter 3. festgehaltenen Aussagen sollten u.a. Ausgangspunkt für diesen Roman sein. Als Anfangsepisode sollte jedoch ein Ereignis stehen, daß scheinbar nichts mit der Haupthandlung zu tun hat.

Anfangsepisode:
Ein Gestüt irgendwo in Südfrankreich. Es gehört dem schwerreichen Sektkönig George Arnod, ein richtiger Pferdeliebhaber. Von diesem Gestüt kommen die besten Galopper, die horrende Preise erzielen und wahre Siegläufer sind. Vater dieser Vollblüter ist der schwarze Hengst "Capricorn", eine lebende Legende bereits, schier unerschwinglich und natürlich unverkäuflich.
Aber irgendein Fanatiker hat sich in den Kopf gesetzt, diesen Hengst in seinen Besitz zu bringen. Er hat anonym einige Angebote gemacht, wurde von Arnod aber nur verlacht. Als sein Lizitieren nichts fruchtete, hat er gedroht, sich "Capricorn" eben auf andere Weise zu beschaffen. Auf dem Gestüt ist es zu verschiedenen merkwürdigen Zwischenfällen gekommen, die der Anonymus angezettelt haben könnte (Autoreninfo: Bei dem Anonymus handelt es sich um einen Dämon). Es ist alles wie verhext...
Es herrscht Aufbruchsstimmung auf dem Gestüt. Capricorn und ein paar andere Pferde sollen nach Cannes gebracht werden, wo zur Wintersaison einige Rennen stattfinden und sich Trainer aus ganz Europa treffen.
Für zusätzliche Hektik sorgt eine trächtige Stute, deren Beschäler "Capricorn" ist, von der man jede Stunde ein Fohlen erwartet. Arnod ist so nervös als wäre er der Vater des Fohlens.
Endlich ist es soweit. Aber anstatt eines gesunden Fohlens wirft die Stute eine unförmige, zuckende Fleischmasse, aus dem sich ein unförmiger Schädel mit Raubtiergebiß reckt etc. Man kann sich Arnods Entsetzen vorstellen. Er ist auch um den Ruf von Capricorn besorgt, denn wenn bekannt wird, daß der Hengst Vater eines Monstrums ist...
Der Autor kann den Kampf gegen das unheimliche Monstrum schildern, wie es schließlich besiegt und verbrannt wird, um alle Spuren zu verwischen. Zeuge ist nur der Jockey Charles Casprin.
Inzwischen meldet sich aber wieder der Erpresser bei Arnod und sagt, daß dies nur ein Vorgeschmack dessen sein wird, wenn Arnod nicht endlich Capricorn ihm überläßt.
Der Autor kann das nach Belieben ausschlachten.

Haupthandlung:

Um die unheimliche Stimmung gleich anzuheizen, aus der Warte der Sandra Thornton beginnen. Sie ist eine große, magere Frau mit gelblicher, vertrockneter Haut und einem Geiergesicht, stechendem, bösartigen Blick, grobknochigen, gichtig wirkenden Händen, verbitterten Gesichtszügen. Also der Prototyp einer alten Jungfer und bösen Hexe. Letzteres ist sie auch, ersteres nicht, denn sie kann auf ein ausschweifendes Leben zurückblicken. Uralt.
Sie wollte bei Behemonts Vermählung mit Coco dabei sein, kam aber verspätet und fand das Schloß in Flammen vor. Als sie von den panikartig flüchtenden dämonischen Gästen hört, daß Coco und ihr Gefährte Hunter, der in der Schwarzen Familie bereits sattsam bekannte Dämonenkiller, für Cyranos Tod und das Inferno verantwortlich sind, schwört sie furchtbare Rache.
Sie folgt den beiden unbemerkt nach Wien, quartiert sich im selben Hotel im Zimmer darüber, nämlich 345 ein. Dort beobachtet sie und wartet auf ihre Gelegenheit.
Dorian und Coco (ihr Zimmer haben sie mit Dämonenbannern gesichert) trafen in der Hotelbar Marvin Cohen, der gekommen ist, um den Puppenmann Donald Chapman nach London mitzunehmen. Er hat einen speziellen Aktenkoffer, in dem er Chapman durch den Zoll bringen will. Cohen so unsympathisch wie je schildern, er
quält den Puppenmann wo er kann. Er schlägt ihm vor, ihn in einer ausgestopften Katze zu transportieren, oder ihm eine Spritze zu verpassen, die ihm vorübergehend todesähnliche Starre verursacht, so daß er wirklich als Puppe gelten kann. Der Autor kann sich auch andere Gags einfallen lassen. Jedenfalls sollte man es so darstellen können, daß Don in der schummrigen Bar nicht auffällt, und wenn doch, so wird der Betroffene seinen Augen nicht trauen.
Coco und Dorian wollen sich von den Strapazen erholen und einige Tage Urlaub machen und gemütlich nach London zurückkehren. Bitte erwähnen, daß der O.I. Trevor Sullivan noch nicht wieder aufgetaucht ist.
Als Coco mal zur Toilette geht, wird sie von einer Gruppe junger Leute an der Bar angepöbelt. Es handelt sich um Elmar Lang und seine Clique, die mit einem Privatjet noch diese Nacht nach Nizza fliegen, um beim dortigen Pferdespektakel dabei zu sein. Sie laden Coco ein, sie zu begleiten. Obwohl Cohen kein Deutsch versteht, erkennt er die Situation, und weil Dorian keinen Finger rührt, stürzt er sich auf Lang und gibt ihm eins auf die Nase. Die Gemüter beruhigen sich aber. Nachdem Cohen mit Chapman abgereist ist, versuchen Dorian und Coco ihr Wiedersehen gebührend zu feiern, dabei tut Coco auch den Ausspruch, daß sie sich von Dorian ein Kind wünscht (bitte wie in Bd. 44, p 60 wörtlich übernehmen).
Dorian nimmt das nicht sonderlich ernst, tut das als Ausbruch ihrer Gefühle nach den bestandenen Gefahren ab. Ein Kind würde ihm gerade noch fehlen, das wäre wie ein Klumpfuß im Kampf gegen die Dämonen. Das denkt er sich aber nur.
Später bestellt Dorian zur Feier des Tages Sekt aufs Zimmer. Coco ist bis auf ein Halstuch völlig nackt (damit bedeckt sie ihre Würgemale).
Als es läutet, will Dorian hin, weil er den Zimmerkellner erwartet. Coco benimmt sich auf einmal seltsam, fleht ihn fast an, die Tür geschlossen zu lassen, ihre Stimme bricht.
Als Dorian dennoch öffnet, sieht er zwar den Zimmerkellner, doch mit dem passiert Unheimliches. Er wird von einem schwarzen Etwas eingehüllt, das eine Eiseskälte ausstrahlt und dem Mann offenbar die Körperwärme und Lebensenergie entzieht. Dorian gelingt es, das unheimliche Etwas mit einem Dämonenbanner zu verjagen, bevor es den Kellner getötet hat.
Inzwischen gebärdet sich Coco wie eine Besessene. Sie reißt sich das Tuch vom Hals, und Dorian sieht, wie ihr Würgemal anschwillt und wie eine Wunde aufzubrechen droht. Dabei kommt es im Zimmer zu seltsamen Phänomenen, als sei trotz der Dämonenbanner Schwarze Magie im Spiel. Schließlich beruhigt sich Coco und die Effekte ebben ab.
Da Dorian kein Dummer ist, nimmt er an, daß der Geist der untoten Agnes Houlkmann Coco immer noch bedroht. Doch Coco, ziemlich erschöpft, verneint das. Von ihrer "Mutter" Agnes drohe ihr bestimmt keine Gefahr mehr. Aber es wäre vielleicht doch ganz gut, Wien zu verlassen. Sie weiß auch schon, auf welche Weise und wohin. Ohne lange zu fackeln kleidet sie sich an und begibt sich mit Dorian in die Bar (vorher muß der Hotelarzt verständigt werden, der sich um den "unterkühlten" Kellner kümmert). Dort findet sie Lang und seine Clique vor. Sie hypnotisiert ihn (macht ihm "schöne Augen"), und daraufhin lädt er sie beide wie uralte Freunde zum Flug nach Nizza ein.
(Die Hexe Sandra hat das alles natürlich mitbekommen. Und wenn der Autor glaubt, sich damit nichts zu vergeben, kann er zu ihr umblenden. In diesem Fall muß er es aber so darstellen, daß sie den Schatten nicht auf Coco gehetzt hat, diesen sogar ein wenig fürchtet. Dennoch hofft sie, daß der Schatten sich Cocos Körper bemächtigen wird, denn das ist offenbar seine Absicht).
Der Flug nach Nizza und das Drumherum soll dem Autor dazu dienen, Lang schildern zu lassen, was sich in Cannes in Sachen Pferdesport tut - und daß er mit seinen Freunden vor allem des legendären Capricorn wegen hinfliegt. Zum anderen kann der Autor durch Action aufzeigen, daß der Schatten Coco weiterhin folgt.
Der Clique gehört auch Katja Leiner an, ein Nymphchen, die's mit jedem treibt. Sie macht auch dem attraktiven Dorian schöne Augen. Als sie jedoch einen Blick von Coco einfängt, wird ihr auf einmal ganz anders. Sie leidet an Erstickungsanfällen, ihr Gesicht schwillt an, etwas Schwarzes wirbelt um sie herum und eine Eiseskälte hüllt sie ein. Coco leidet synchron unter ihrem Würgemal, aber mit letzter Kraft begibt sie sich zu Katja, und durch die körperliche Berührung wird der Schatten verscheucht.
Dorian registriert den Vorfall mit Besorgnis, aber Coco beruhigt ihn. Wenn sie erst weiter vom Ort des Geschehens entfernt sind, wird alles gut.
Aber nach der Landung in Nizza stellt Dorian fest, daß Katja nicht mehr unter ihnen ist. Er sucht nach ihr, findet in einem dunklen Winkel einen Kältepol vor - und einen Haufen schmelzender Eiskristalle, der annähernd noch menschliche Umrisse zeigt. Zu Coco zurückgekehrt, stellt er die abklingenden Symptome von Atemnot bei ihr fest. Sie beteuert, daß alles in Ordnung sei. Dorian läßt sich aber nicht mehr hinhalten, verlangt, daß sie Dieter Houlkmann nachreisen, um den Spiegel zu zerstören, den er im Andenken an seine Mutter mitgenommen hat.
Coco sagt wieder, daß Agnes ihr nichts mehr anhaben könne, gibt aber zu, daß irgend etwas anderes aus dem Spiegel auf sie übergesprungen sein muß. Sie fürchtet nun, daß sie eine Spur des eiskalten Todes hinter sich nachziehen wird...
(Und das soll in der Folge auch so sein. Der Autor soll sich ähnliche Episoden einfallen lassen, in denen der Schatten immer wieder zuschlägt, nach Möglichkeit aber immer einen Dreh finden, wie Dorian das Schlimmste verhindert. Das gibt Action am Rande).
...und möchte sich mit Dorian von den anderen absondern.
Aber Lang besteht darauf, daß sie mit der ganzen Clique auf dem Gut eines befreundeten Züchters wohnen. Es ist ein Deutscher mit Namen Günter Zemann und Besitzer der Stute "Halloween", die dem schwarzen Hengst an Feuer kaum um etwas nachsteht. Lang deutet auch an, daß Arnod und Zemann übers Kreuz sind, verrät aber
vorerst nicht den Grund.
Dorian und Coco werden von Zemann als Langs Freunde herzlich aufgenommen, können es aber erreichen, daß sie in einem abseits gelegenen Bungalow wohnen dürfen.
Der Autor soll nun ein geselliges Beisammensein mit Fachsimpeleien schildern. Dabei kommt auch der Streit zwischen Zemann und Arnod zur Sprache. Der Grund ist der, daß Zemann Capricorn zum Beschäler für Helloween haben wollte, die beiden konnten sich aber nicht einigen, und seit damals stehen sie auf Kriegsfuß. Als der Schatten in diesem Augenblick zuschlägt - Dorian gerade noch das Schlimmste verhindern kann - und auch das Mobiliar durcheinanderwirbelt, behauptet Zemann, daß nur Arnod daran schuld sei. Er sagt: "Der ist ja mit dem Teufel im Bund Capricorn ist der Teufel!" Die anderen lachen darüber, Zemann aber scheint es ernst zu meinen.
In der folgenden Nacht erwacht Coco durch einen seltsamen Singsang, der ihr bekannt vorkommt. Sie folgt ihm (es ist ein "Wiegenlied", mit dem Sandra Coco als Halbwüchsige in ihren Bann geschlagen hat, um sie zähmen zu können) und gerät fast in eine magische Falle, durch die der Schatten Macht über sie bekommen hätte. Sie erwacht im letzten Augenblick durch Dorian aus der Trance, der ihr gefolgt ist. Coco weiß aber nun, daß außer dem Schatten noch jemand hinter ihr her ist. Daß das Wiegenlied von Sandra stammt, weiß sie nicht. Aber sie kann sich zusammenreimen, daß jemand sie dem Schatten ausliefern will.
Der Autor soll nun Rennatmosphäre machen. Auf dem Rennplatz kommt es zu einem Zusammenstoß zwischen Arnod und Zemann, bei dem einer dem anderen nichts schenkt. Zwischen den Leibwächtern kommt es sogar zu Handgreiflichkeiten. Und der Schatten mischt mit, indem er zwei Streithähne unterkühlt.
Coco schnappt auf, daß Arnod vorhat, die bekannte Hellseherin Leva Croison aufzusuchen und entschließt sich ebenfalls zu einem Besuch. Die Croison gilt als wirklich begabt und mit dem zweiten Gesicht ausgestattet. Coco will von ihr erfahren, wie der Name des Schatten ist, um etwas gegen ihn unternehmen zu können.
In der Folge - und auch schon vorher - kann der Autor um der Action willen immer wieder zu Arnods Stallungen umblenden. Dort kommt es immer wieder zu schrecklichen Vorfällen, die der Sektkönig immer wieder vertuscht. Einmal dreht Capricorn durch und trampelt seinen Stalljungen nieder. Nachts schleicht sich ein unbekannter "Schlächter" in die Stallungen, trotz der Bewachung, und köpft wertvolle Pferde.
Daraufhin meldet sich der anonyme Erpresser, der sich nun tatsächlich als "Schlächter" vorstellt, und droht, dasselbe mit Capricorn zu machen - die Möglichkeit dazu hat er ja, wie er bewies.
Arnod verdächtigt natürlich sofort seinen Erzrivalen Zemann der Tat. In seiner Verzweiflung beschließt er, die bekannte Hellseherin Leva Croison aufzusuchen.
Die Croison wohnt einsam und abgelegen in einem verfallen wirkenden Haus an der Küste, nahe von Cannes. Arnod trifft zum vereinbarten Termin ein. Außer der Croison sitzen noch drei Medien am Tisch. Die Seance beginnt. Arnod will wissen, wer der Erpresser ist. Zu diesem Zweck hat er einige von der Croison verlangte Utensilien mitgebracht. Speichel, Haare und Blutprobe von Capricorn etc.
Die Croison selbst ist bis zur Unkenntlichkeit vermummt, sie wirkt unter den Tüchern jedoch krumm und verwachsen - eine unheimliche Ausstrahlung. Sie versetzt sich in Trance und beginnt sich bald unter Qualen zu krümmen, stöhnt furchterregend. Sie sieht vergangene und kommende Schrecken, Blut: Pferdeblut, einen verstümmelten Pferdekadaver usw. Sie stammelt, daß auf Capricorn ein Fluch laste. Arnod will davon nichts wissen, er verlangt den Namen des Erpressers, und die Croison meint klagend: Der ihn erschaffen hat und der ihm am nächsten ist, wird den Hengst im Augenblick des Sieges rituell richten. Und sie schildert den Zieleinlauf eines Rennens, bei dem Capricorn bei erreichen der Ziellinie förmlich in einer Blutorgie endet.
Weiter kommt die Croison nicht, denn plötzlich ist eine Eiseskälte im Raum, eines der Medien wird von einem Schwarz bedroht und ist dem Erfrierungstod nahe.
Da platzt Coco, die Arnod heimlich gefolgt ist, in den Raum und sprengt so die Seance. Arnod, der sie bei Zemann gesehen hat, verdächtigt nun auch Coco. Doch bevor sich die Situation zuspitzen kann, greift Dorian ein und Arnod wird hinauskomplimentiert.
Der DK, Coco und die Croison sind nun allein. Coco erzählt ihr von dem Schatten der sie bedroht und schildert ihr sogar die näheren Umstände, sie vertraut der Croison. Diese will wissen warum, da lüftet Coco ihre Tücher, darunter kommt ein häßliches, verwachsenes Weib zum Vorschein. Coco sagt ihr ins Gesicht, daß sie mal eine Hexe der Schwarzen Familie war, jedoch von dieser ausgestoßen wurde und nun als Freak leben muß. Aber Coco glaubt, daß sie immer noch das zweite Gesicht hat, darum vertraut sie sich ihr an.
Die Croison verspricht, Coco zu helfen. Sie legt ihre Hände auf Cocos Würgemal und versinkt in Trance. Dorian ist aufmerksamer Beobachter. Die Croison ruft den Schatten, bekommt Kontakt mit ihm. Sie erfährt, daß sein Name "Craft" war und er vor vielen Jahren, noch vor Cocos Zeit auf Schloß Behemoth, ein Opfer von Behemoth wurde, der ihn des Körpers beraubt und ihn in einen Spiegel seines Spiegelkabinetts bannte. Seit nun Craft aus diesem Gefängnis befreit wurde, ist er auf der Suche nach einem Körper. Er steht in besonderer Beziehung zu Coco, denn sie ist sein Bezugspunkt in der Realwelt, andere Körper kann er nicht übernehmen, bei jedem solchen Versuch erstarren diese zu Eis.
Das ist die Erklärung dafür, daß Coco eine Fährte des kalten Todes hinter sich nachzieht.
Die Croison dringt tiefer und bekommt heraus, daß Behemoth oft mit einer Frau ins Spiegelzimmer kam, um ihn, Craft, zu quälen. Diese Frau haßt der Schatten noch mehr als Behemoth. Als Coco die Beschreibung dieser Frau hört, erkennt sie sofort: Sandra Thornton, und sie erinnert sich nun auch sofort des Wiegenliedes. Damit steht für sie fest, daß diese Hexe ihr nachstellt.
Die Seance endet damit, daß sich der lebenshungrige Schatten der Croison bemächtigen will. Gleichzeitig dringen Schläger ins Haus ein, die es auf Coco und Dorian abgesehen haben, in einem von ihnen erkennt Dorian einen Leibwächter von Arnod. Arnod gibt offenbar alle Schuld ihnen. Coco und Dorian müssen flüchten. Als sie zu Zemanns Gut kommen, stellt Coco fest, daß Sandra ihr zuvorgekommen ist. Die Hexe befindet sich bei dem Pferdezüchter und hetzt ihn gegen sie auf. Sie müssen sogar befürchten, daß Zemann derjenige ist, der Arnod erpreßt und mit Sandra sich verbündet hat.
Den beiden bleibt nur noch Arnod selbst als letzter Ausweg. Schildern, wie sie sich in der kommenden Nacht durch den Bewachungsring zu Arnods Herrenhaus durchschlagen. Dabei fällt ihnen eine kleine, dunkle Gestalt auf, die in den Stall schleicht und sich an Capricorn heranmacht, mit dem Hengst irgend etwas anstellt. Coco und Dorian sind überzeugt, daß es sich um einen Dämon handelt. Der letzte Beweis wird erbracht, als sich Cocos Schatten auf die Gestalt stürzt, von dieser aber abgewehrt wird. Dabei verliert der Unbekannte aber etwas.
(Dieser Gegenstand sollte auf einen Jockey hinweisen). Coco und Dorian untersuchen Capricorn und stellen fest, daß sich auf seinem Fell ein schwarz-magisches Zeichen befindet, mit dem Dämonen Opfertiere kennzeichnen. Coco verändert dieses Zeichen, so daß es eine ganz andere Wirkung hat.
Nun suchen die beiden Arnod auf, wecken ihn aus dem Schlaf. Coco macht ihn durch Hypnose gefügig und erfährt von ihm die wahren Hintergründe:
Arnod hat sich als Pferdenarr mal auf einen Packt mit einem Dämon eingelassen. Der Dämon hat ihm dafür Capricorn geschenkt, das feurigste Pferd - das tatsächlich "den Teufel im Leibe" trägt - das es je gab. Der Dämon hat aber verlangt, daß er Capricorn am Gipfel seines Ruhmes zurückbekommt, um das Pferd schlachten zu können. Damals hat Arnod dem zugestimmt, doch nun weigert er sich, die Abmachung einzuhalten. Er kann doch nicht zulassen, daß ein solches Pferd einem heidnischen Ritual geopfert wird.
Coco und Dorian können sich nun einiges zusammenreimen. Als sie erfahren, daß Capricorn beim morgigen Rennen starten soll, ist es für sie klar, daß der Zieleinlauf gleichbedeutend mit dem Opferzeremoniell sein soll. Sie begeben sich zum Rennplatz und finden im Zieleinlauf die gleichen magischen Symbole wie auf Capricorns Fell vor. Coco ändert auch diese.
Nächster Tag. Rennatmospähre. Wir kommen zum Finale, in dem Capricorn gegen Halloween antreten soll. Ich habe zwei Varianten für den Schluß ausgearbeitet, die ich noch mündlich mit dem Autor besprechen will.
Die erste Variante sieht vor, daß Capricorn vor Halloween ins Ziel kommt, sozusagen um Nasenlänge. Während des Zieldurchlaufs verwandelt sich der Jockey Charles Casprin in eine haarige Gestalt. Er ist nämlich der Dämon, so eine Art Vampir, der es auf das Blut edler Tiere abgesehen hat, und er giert daher nach Capricorns Blut. Die von ihm angebrachten magischen Symbole sollten bewirken, daß er Capricorn während des Einritts opfern kann. Die Croison hat es in einer Vision gesehen, wie er sich im Reiten über den Hals des schwarzen Hengstes beugt und sich mit seinem Raubtiergebiß festsaugt. Wäre das ein Spektakel gewesen, eines Opferrituals würdig - vor Tausenden von Zeugen, die gar nicht wirklich mitbekommen, was wirklich passiert. Da Coco die Symbole jedoch verändert hat, wird der Jockey-Dämon jedoch von Capricorn abgeworfen und niedergetrampelt.
Die 2. Variante ist vielleicht besser, weil sie im Finale alle Handlungsstränge vereinigt und einen runderen Schluß ergibt: Durch Cocos Manipulation mit den magischen Symbolen geht der schwarze Hengst mit seinem dämonischen Jockey durch, folgt sozusagen dem Stallgeruch.
Dorian, der sich mit Coco unter die Zuschauer gemischt hat, entdeckt in der Nähe eine häßliche dürre Frau, auf die die Beschreibung von Sandra paßt. Gleichzeitig ist ein ferner Singsang zu hören (Wiegenlied). Als sich Dorian während des Zieleinlaufs nach Coco umblickt, ist diese verschwunden. Er will sich auf die Suche nach ihr machen, wird aber von Arnods Leibwächtern gestellt und gewaltsam mitgenommen. Die Leibwächter handeln aber offenbar nicht in Arnods Auftrag, sie wirken dämonisiert und scheinen unter fremdem Zwang zu handeln.
Dorian wird von ihnen zu Arnods Stallungen gebracht. Hier herrscht eine unheimliche Atmosphäre, die Ausstrahlung von Dämonen ist fast körperlich zu spüren. Als Dorian in den Stall gebracht wird, ist dieser bereits für eine Schwarze Messe hergerichtet. Sandra Thornton und der Casprin sind die Hohepriester. Es soll sozusagen eine Multi-Media-Opferung werde, bei der Capricorn, Arnod und Coco gleichzeitig drankommen - und nun auch der DK.
Doch nun kommt Cocos Manipulation mit den Symbolen zum Tragen. Capricorn wird auf einmal tollwütig und trampelt den Dämon, seinen Schöpfer, Casprin nieder. Und nun ruft Coco auch den Schatten Craft an und demaskiert ihm Sandra Thornton als seine Peinigerin von Schloß Behemoth. Sandra versucht natürlich, dem Schatten Cocos jugendlichen Körper schmackhaft zu machen, aber Crafts Haß ist stärker. Er stürzt sich auf die Hexe und läßt alle ihre Lebensenergie und ihre Körperwärme in einer eisigen Explosion frei werden. Der Stall wirkt daraufhin wie eine Tiefkühlhalle - und Capricorn erliegt den abbekommenen Erfrierungen (Ich stelle mir vor, daß den erhitzten Hengst der Schlag treffen könnte).
Damit ist die Sache gelaufen, alle Probleme erledigt. Coco und Dorian schlagen Arnods Einladung aus, wollen irgendwo auf dem Land in einem einsamen Haus für einige Tage ausspannen, bevor sie nach London zurückkehren, ihre Schwierigkeiten mit dem Secret Service (der Inquisitions-Abteilung geht es an den Kragen) lösen und nach Trevor Sullivans Aufenthalt forschen.
Damit den Roman beenden.

Schlußbemerkung:

Es braucht wohl nicht extra vermerkt zu werden, daß der Autor für den Handlungsablauf freie Hand hat, auch gegen den im Expo festgelegten Rahmen. Die Ausarbeitung wird zeigen, wie der den Ablauf ab besten aufbaut.
Das im Expo zitierte Wiegenlied ist kein Schlummerlied für Babys, sondern mehr ein Bannlied für Hexen-Novizinnen, mit dem sie im Zaume gehalten werden.
Mir ist dazu ein Text eingefallen, den der Autor verwenden kann (oder auch nicht), wenn er ihm als nicht zu blöd erscheint:

Kleine Hexe, schlafe, schlafe,
Zähl die Wölfe, nicht die Schafe,
Denk an Schlangen, Würmer, Unken,
Bis Du in den Schlaf gesunken,
Träum von Hexen und Dämonen, Kind,
Die doch Deine Geschwister sind.

Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von Talis am 09.06.2018 08:27.

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08.06.2018 18:21
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Finde ich beachtlich, dass den Autoren so viel Vertrauen entgegengebracht wurde und sie das Expose abändern dürfen.

__________________
Aktuelle Lesereihenfolge:

1. Professor Zamorra
2. John Sinclair
3. Dark Land
4. Dämonenkiller
5. Coco Zamis

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08.06.2018 19:17
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Bei Kurt Luif wusste Ernst Vlcek seine Exposés in guten Händen, immerhin haben die beiden die Serie mehr (Vlcek) oder minder (Luif) ins Leben gerufen und ihr Kind über die ersten 20 Romane alleine begleitet. Wenn man die Exposés mit den fertigen Romanen der anderen Autoren vergleicht, so haben diese sich ungleich mehr an die Vorgaben gehalten, als dies bei Kurt Luif geschehen ist. Neal Davenport lag die Serie wie keinem anderen am Herzen, wie man auch an den neuen Romanen der Zweitauflage feststellen konnte.

__________________
In der großen Pappel hinter dem Haus rauschte der Wind. Und so nahmen sie endgültig Abschied...

Fanny Morweiser: Ein Sommer in Davids Haus

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11.06.2018 18:35
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Dorf der Kannibalen

von Gay D. Carson



Mit Gay D. Carson gibt es einen neuen Autor im DK-Team, dessen Pseudonymwahl etwas unglücklich ist. Vielleicht bin ich auch nur etwas kindisch. Auf seinen Einstandsroman war ich sehr gespannt. Ausgerechnet er schreibt nun einen Sullivan-lastigen Roman, der es bei mir sehr schwer hat. Immer wieder Gedanken und Erwähnungen, die meinen Blutdruck in die Höhe treiben. Dorian ist also besorgt um ihn, weil er sich nicht mehr melden. Er will ihm sogar helfen, falls er Probleme hat. Wenigstens trifft der Dämonenkiller Sullivan nicht persönlich, auch wenn es zwischendurch so aussieht. Da kann ich dieses unvermeidliche Ereignis noch ein wenig verdrängen. Ich weiß echt nicht, wie ich reagiere, wenn Sullivan wieder Teil der Serie wird. Verdammt, wieso lassen die Autoren ihn erst das Team verraten und gegen Dorian agieren und berücksichtigen diesen Kracher dann einfach nicht?

Ich konzentriere mich besser auf Carsons Roman. Völlig überraschend fängt eine gewisse Eva den Dämonenkiller ab und behauptet, ein Kontakt von Sullivan zu sein, der sich im Dörfchen Witchcraft mit ihm treffen will. Seltsame Sache, das. Und es wird noch seltsamer, Dorian müsste eigentlich sofort misstrauisch werden. Das Hotel ist optisch genau so, wie er es sich vorgestellt hat. Personen im Hotel sehen zufällig Bekannten von ihm extrem ähnlich. Und Szenen im Hotel verändern sich immer mal kurz.

Bald läuft er auch schon in die erste Falle. Das Badezimmer erhitzt sich enorm. Er kommt nicht raus und würde bei lebendigem Leibe gekocht werden. Zum Glück rettet ihn Eva, von der der Leser grob weiß, dass sie in die Sache hier involviert ist. Warum hilft sie ihm hier? Das wäre es für Hunter gewesen.

Die unschönen Ereignisse häufen sich. Irgendwer hat seine Dämonenbanner geklaut, im ganzen Dorf ist das Telefonnetz zusammen gebrochen, ein Touristenbus hat gerade jetzt eine Panne hier. Endlich durchschaut er die Illusionen und wird misstrauisch. Als die Kannibalen das merken, wird er von einem angegriffen.

Ich habe vermutet, dass die Schwarze Familie hinter allem steckt. Wer hat schon die Macht, ein ganzes Dorf in eine komplexe Illusion zu hüllen? Nachdem Dorian wieder einmal die Pläne der Dämonen vereitelt hat, beauftragt man die Kannibalen damit, ihm eine Falle zu stellen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Offenbar sind die Kannibalen von der Schwarzen Familie abgeschnitten und suchen Kontakt, den Dorian herstellen soll. Deshalb brauchen sie ihn lebend. Aber wieso greifen sie ihn dann aggressiv an, mit der Absicht, ihn zu töten? Jedes mal wenn eine Frage aufgeklärt wird, entsteht vermeintlich durch einen Widerspruch eine neue.

Eva entpuppt sich als Medium, dass von den Kannibalen angezapft wird. Sie weiß nicht, was mit ihren Kräften genau angestellt wird. Das wurde im Prolog aber anders dargestellt, wo sie eindeutig böse war und zur Gegenseite gehörte. Kommt der Autor da durcheinander und hat kein gutes Storykonzept? Immerhin ist Sullivan wirklich hier, um sich mit Dorian zu treffen, und war kein Lockmittel. Aber wieso sollte er sich mit dem Dämonenkiller gerade an so einem gefährlichen Ort treffen wollen? Und wieso hat Eva ihn nicht direkt zu ihm geführt, sondern erst ins Hotel, wo er fast gestorben wäre? Wenn man für DK einen anderen Pfad eingeschlagen hätte, könnte das ein Versuch von Sullivan sein, Dorian loszuwerden, bevor der beim Secret Service gegen ihn aussagen kann. Was wäre das für ein toller Plot geworden, aber das kann ich ja vergessen.

Der nächsten Falle stellt Dorian sich mit den neu erlangten Informationen bewusst. Einer Lösung kommt man dafür aber irgendwie auch nicht näher. Das gesamte Bild ist irgendwie schwammig und passt nicht richtig. Ziemlich verworren und widersprüchlich.

Die Touristengruppe dient auch nur dazu, dass zwischendurch mal jemand auf verschiedene Arten getötet wird. Sechs Leute hat es schon erwischt, als der Rest kurz aus der Illusion erwacht. Aber sie sind eingeschlossen und können hier eh nicht weg. Als Eva Dorian endlich zu Sullivan bringen will, muss der erst noch die Touristen retten und das Aufeinandertreffen verzögert sich weiter. Eva hilft ihm dabei, dann geht es weiter zum I.O. Wird aber auch Zeit, dass hier mal was passiert! Sullivan erklärt, dass er hier festgehalten wird und nicht weg kann. Das ergibt doch alles keinen Sinn. Undurchdacht wie die Romane eines gewissen Heftroman-Altmeisters.

Und dann verwandelt sich Sullivan auch noch in Eva. Er war also doch nicht hier. Ja, wie denn nun? Carson offenbart an dieser Stelle die überraschende wahre Geschichte, die einiges erklärt. Eva ist eine Hexe, die vor langer Zeit hier in ihrem Anwesen verbrannt wurde. Als starke Dämonin hat sie das überlebt, im Gegensatz zu ihren Knechten, die sie als untote Kannibalen wiedererweckt hat. Ist man als Zombie eigentlich Kannibale, wenn man Menschenfleisch frisst? Das ist doch normal. Die Viecher sind eher ein Zwischending. Ich will mal nicht zu genau sein. Der Kontakt zur Schwarzen Familie ist abgebrochen, als Eva selbst angefangen hat, Menschenfleisch zu essen. Weil das widerlich ist wurde sie ausgestoßen. Zum einen isst die Schwarze Familie doch selbst Menschenfleisch, zum anderen hätte man sie eher zum Freak gemacht. Details bleiben unstimmig, aber das kann bei einem so komplexen Verwirrspiel schonmal passieren. Wenn man nicht den Anspruch an sich hat, ein exzellenter Autor zu sein. Ich finde es erstmal toll, dass Carson die Sache noch so wenden kann und sich echt Gedanken gemacht hat.

Auch die Touristen werden nun wichtig. Dorian soll Asmodi nicht nur für Eva beschwören, sondern auch gleich als Versöhnungsgeschenk herhalten. Sonst sterben die Menschen. Eine Zwickmühle für den Dämonenkiller. Auch hier hat der Autor eine interessante Idee, die aber zu kompliziert umgesetzt wurde, weil es wieder kleine Fehlerchen gibt. Dorian überzeugt die Kannibalen, dass ihre Herrin sie bald allein zurück lassen wird. Die hätten Eva dann einfach angegriffen und zerfleischt. Dorian hätte sie erledigt, denn so gefährlich wie die Hexe sind sie führerlos nicht. ENDE.

Da Eva seine Gedanken liest, denkt Dorian daran, wie er Asmodi außerhalb des Hotels beschwört (dass der tot ist und Olivaro der neue Schwarze Fürst, weiß Eva nicht) und Eva fällt darauf herein. Sollte sie diesen Trick nicht sofort durchschauen? Die Aktion ist sowieso unwichtig, weil die Kannibalen sie jetzt angreifen. Sie versucht die aufmüpfigen Untoten durch einen Zauber zurück zu halten, doch einer ist immun. Weil er es ist, der Dorian die Dämonenbanner gestohlen hat und diese jetzt noch bei sich hat. Wie ist das möglich, die hätten ihn doch sofort vernichten müssen? Der Kannibale tötet Eva, was die gesamte Illusion verpuffen lässt. Dorian kann die Touristen dieses mal wirklich retten und das Haus verbrennt. Zufällig kann sich ausgerechnet der Kannibale mit den Dämonenbannern brennend aus dem Gebäude retten, so erhält Dorian die Steinchen zurück. Hätte man auch weglassen können, dann hätte er in London eben neue herstellen müssen.

Der Einfall ist nett, aber das Ende hat dann doch einige Schwachstellen. Moment, das Ende? Es sind doch noch Seiten übrig? Die muss man ja irgendwie füllen. So liest sich der Rest der Geschichte dann auch. Dorian konzentriert sich auf das abbrennende Gebäude, der verletzte Kannibale kann fliehen und versteckt sich. Als Dorian auf einem Lastwagen per Anhalter Richtung London mitgenommen wird, schleicht sie der Kannibale auf die Ladefläche. Nun fällt Dorian ein, dass er den verschwundenen letzten Untoten vielleicht doch noch finden und vernichten sollte. Also steigt er aus und läuft zu Fuß zurück Richtung Ruine. Der Kannibale hinterher. Dabei fällt er einen Zivilisten an, macht Dorian auf sich aufmerksam und wird getötet. Wirklich reine Seitenschinderei für mich, aber ich drücke ein Auge zu.


Im Kern ist der Roman ein einfacher Fall der Woche. Der Blick auf Sullivan macht mich weiterhin rasend. Und das letzte Drittel der Geschichte hat seine Makel. Dafür war der Rest eine schöne Abwechslung. Normalerweise ist eine Handlung verworren und widersprüchlich bis zum Ende, die Logikfehler bleiben bestehen und werden nicht irgendwie aufgeklärt. Hier wurde ich mal falsch bewiesen. Da Eva eine manipulative Hexe ist erzählt sie Dorian und dem Leser lange Zeit Blödsinn und ihre Illusionen verwirren noch mehr. Ihr Plan war sowieso zum Scheitern verurteilt, Olivaro hätte sie wohl kaum wieder aufgenommen. Bis dahin aber gut durchdacht, auch ich hätte nicht damit gerechnet, wie Dorian sich aus dieser Klemme befreit. Nicht heftromantypisch durch einen Zufall oder ein Wunder, sondern indem er Evas Gefolge beschwatzt.

Ob Carson weiterhin solche gut konzipierten Geschichten schreibt? Wäre ein Grund, dem DK treu zu bleiben.
Mit Wohlwollen und einem Einstiegsbonus würde ich groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen groes Grinsen Baff Baff (8 von 10 Schnauzern) vergeben.

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12.06.2018 09:10
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Hier mal ein wieder ein kleiner Blick hinter die Kulissen der DK-Serie, ein Auszug aus DK-Exosé Nr. 35:

DAS DORF DER KANNIBALEN
DIE KANNIBALEN

Der Dämonenkiller 35
Schauplatz; Dorf in England (fiktiv)
Zeit: März (Gegenwart)
Autor: Baumann-Willow

Titelbild: (liegt als Dia vor - "MURIANA - 6 TE")
schlanker Mann in blauem, enganliegenden Mantel (sieht NOSFERATU ähnlich) kommt eine Holztreppen herunter; sein Schädel ist kahl, hat gelblichen Teint und Spitzohren; hat überdimensional große Pranken, die mit Krallen bewehrt sind.
Ach ja: große Glubschaugen mit durchdringendem Blick, Oberlippenbart geht in Kinnbart über, fletscht Zähne, deren obere Reihe aus langen, kreuz und quer stehenden Nagern besteht.
Keine Vampirzähne! Wir interpretieren, daß es die eines Kannibalen sind. Im Hintergrund an der Wand hängt Bildnis eines blonden Mädchens in einem weißen, bodenlangen Kleid.

Vorbemerkungen:
Mit Herrn Baumann dürfen wir einen neuen Autor in unserem Team begrüßen, der in der VAMPIR-Reihe unter dem Pseudonym John Willow ein bemerkenswertes Debut gefeiert hat. Um ihm den Einstand bei OK zu erleichtern, bekommt er ein Separatabenteuer zur Ausarbeitung, bei dem er sich nur auf die Charakterisierung der Person unseres Helden Dorian Hunter zu konzentrieren braucht.
Da dieses Exposé noch vor den Nummern 33 und 34 gemacht wird, in denen die Zamis-Saga abgeschlossen wird, sollte der Autor auf vorangegangene Geschehnisse nur eingehen, die im Handlungsteil des Exposés extra erwähnt sind.
Was die Person des Dorian Hunter betrifft, so ist dessen Charakterisierung aus den vorliegenden Bänden ersichtlich, und zum Teil aus den Exposés. Es sei aber noch einmal darauf hingewiesen, daß Dorian keine Unsterblichkeit mehr besitzt, daß er keine übernatürlichen Fähigkeiten hat - aber andererseits hat er ein Gespür für Dämonen entwickelt, was aber Irrtümer nicht ausschließt. Er ist im Besitz eines altägyptischen Amuletts, das aber bisher nur von Davenport-Luif in den Romanen erwähnt wurde und dortselbst zum Einsatz kam. Näher beschrieben wurde es nicht. Unser DK hat auch großes Wissen um die Magischen Künste, schwarze wie weiße, das ihm im Kampf gegen Dämonen sehr nützlich ist. Er trägt ständig irgendwelche Dämonenbanner mit sich herum, die aber kein solches Volumen haben, daß sich seine Taschen ausbeulen. Wenn er eine besondere Ausrüstung in einen Einsatz nimmt, kann man ihm ja auch ein Hebammtäschchen tragen lassen. Sein altägyptisches Amulett benützt er hauptsächlich dazu, um Besessene zu erkennen und Dämonen zu entlarven. Aber meistens sind Dämonen nicht so blöd, um nicht Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Noch ein Wort zu den Dämonen, die (nach Asmodis Tod weniger) in der Schwarzen Familie zusammengeschlossen sind. Die Dämonen können sehr individuell geschildert werden, diese Möglichkeit haben wir uns offengelassen. Viele von ihnen, ob nun Vampire, Werwölfe etc. haben sich aber unter die normalen Menschen gemischt, um unerkannt ihren abartigen Neigungen frönen zu können. Sie versuchen natürlich, ihre Tarnung aufrechtzuerhalten, können gegen ihre widernatürlichen Triebe aber nicht an. Wenn aber zum Beispiel Vampire nicht auf Jagd sind, dann sieht man ihre charakteristischen Langzähne nicht; sie sind in der Regel auch nicht den Vollmond- oder anderen Zyklen unterworfen. Aber es kann auch Vollmondvampire geben, solche, die sich bei der Jagd in Fledermäuse verwandeln u. ä.
Anders verhält es sich da mit den Opfern der Vampire, also Menschen, die von ihnen gebissen und gesaugt wurden. Diese werden zu echten Untoten, die im Tageslicht zu Staub werden, kein Spiegelbild und keinen Schatten haben. Andererseits wirken Knoblauch, Kruzifix, Weihwasser und Eichenpfahl auch gegen die vampiristischen Dämonen.
Auf die in diesem Band vorkommenden Dämonen wird noch besonders eingegangen.

Situation:
In Band 27 wurde ausgesagt, daß der Observator Inquisitor Trevor Sullivan, kurz O.I. genannt, während einer Attacke der Dämonen-Drillinge lebensgefährlich verletzt wurde (bitte nachlesen!). Luif-Davenport wurde angewiesen, über die Verletzungen keine konkreten Aussagen zu machen, und daran soll sich auch der Autor dieses Bandes halten.
Weiter wurde dem Leser krümelweise beigebracht, daß die Existenz der Inquisitions-Abteilung (die uns als Autoren in dieser Form lästig wurde) von der Auflösung bedroht ist. Dies soll auch in diesem Band zur Aussage kommen, aber darüber hinaus, den Leser in Ungewißheit lassen. Der neue Autor soll damit noch nicht belastet werden, sondern sich voll und ganz auf die Story konzentrieren können, die, wie ich meine, einiges an guten Horror-Effekten hergibt.
Kommen wir nun, nach dieser langen aber erforderlichen Einleitung, zur Sache.

Anfangsepisode:
Ein Vertreter kommt mit einem Mädel, das er keine Meile von hier aufgelesen hat, nach Witchcraft. Er kennt das Dorf nicht, hat noch nie davon gehört, obwohl er viel im Land herumgekommen ist. Er sieht nette Menschen, lebenslustig, freundlich und gesellig, gepflegte Häuser. Und bei der Dorfeinfahrt steht ein Motel. Er wundert sich, daß er noch nie durch dieses Dorf gekommen ist. Seine Begleiterin, die von hier stammt, erklärt ihm, daß nicht jedermann nach Witchcraft kommen könne, nur besonders Auserwählte.
Das ist der erste Hinweis für den Leser, daß hier etwas nicht stimmen kann. Aber nur andeuten, nicht herausstreichen.
Der Leser soll im unklaren bleiben, was er wissen darf, das sagt ihm der Titel.
Unser ahnungsloser Vertreter, ebenfalls ein geselliger Typ, wird sofort von dem Trubel angesteckt. Außerdem glaubt er, daß das Mädchen Eva nicht abgeneigt ist, ein Schäferstündchen mit ihm zu verbringen. Sie ist ein teuflisch kokettes ging, und man weiß, wie man bei ihr dran ist, ohne vom Bett zu reden.
Eva sagt, sie fahre den Wagen schon in die Garage. Er solle schon voraus zur Rezeption gehen. Dort empfängt ihn eine freundliche Dame, im Festsaal spielt Musik, dort wird getanzt. Die nette Alte führt ihn über eine Holztreppe ins Obergeschoß. An einem Treppenabsatz bleibt er überrascht stehen, dort hängt an der Wand das Bildnis von Eva, die er im Auto mitgenommen hat. Er bekommt sein Zimmer zugewiesen. Die Koffer wird man ihm nachbringen. Nach einer Weile geht er wieder nach unten. Immer herrscht noch fröhliche Ausgelassenheit. Irgendwie erfährt er, daß Eva in der Sauna ist. Danach gelüstet auch unseren Vertreter. Er darf, warum auch nicht? Er macht sich auf den Weg zur Sauna, die im Motel untergebracht ist.
Diesen Weg (der ihn ja geradewegs in die Bratpfanne führt) bitte entsprechend gruselig ausschmücken. Grusel durch die Stimmung allein erzeugen, ohne Konkretes auszusagen! Plötzlich
ist unserem Vertreter, als sei das Fest abgebrochen und es herrsche Stille. Erwartungsvolle Stille. Er hat das Gefühl, als würden alle darauf warten, daß er in die Sauna geht. Er fühlt sich auch während des Auskleidens beobachtet, ohne jedoch jemanden zu sehen.
Dann geht er in die Saunakabine. Dort ist Eva. Doch in der plötzlich dampfenden Luft - eigentlich ein Anachronismus - ist sie ihm entschwunden. Es wird immer heißer - wie in einem Bratofen.
Bitte nur eine geschickte Andeutung machen, die den Leser zu der Annahme bringt, der Vertreter könnte gebraten werden. Dann abblenden.

Haupthandlung:
Gleich damit beginnen, wie Dorian mit Eva (dem Mädel aus der Anfangsepisode) im Wagen fährt und durch das Gespräch, oder die Gedanken des DK die Vorgeschichte kurz aufrollen.
Der Secret Service, das je seine Inquisitions-Abteilung finanzierte, hat alle Kontakte zu ihm abgebrochen. Man sagt Dorian nicht einmal, in welchem Hospital sich der O.I. Trevor Sullivan zur Behandlung befindet. Und dann wurde Dorian, der im Wagen durch die nördlichen Vororte Londons fuhr, von einem Mädchen angehalten: Eva. Sie sagte, sie hätte eine Botschaft von Trevor Sullivan. Sie sei Krankenschwester und betreue den O.I., der ihr aufgetragen hätte, ihm, dem DK, eine Botschaft zu überbringen. Sullivan brauche schnell seine Hilfe. Auf seine Frage, wo sich Sullivan aufhalte, sagt sie, der Secret Service habe ihn in Witchcraft untergebracht. Sullivan könne das Dorf nicht verlassen.
Dorian hat vorerst einen Grund, Mißtrauen zu schöpfen, und ich glaube nicht, daß ihn der Leser, der ja mehr weiß, deshalb für blöd halten wird.
Dorian braucht nicht lange zu fahren, um nach Witchcraft zu kommen. Als er sich jedoch den Weg hierher in Erinnerung zu rufen versucht, gelingt ihm das nicht. Bitte immer solche Andeutungen hineinstreuen, die den Leser neugierig machen.
In Witchcraft herrscht ausgelassenes Treiben. Als Dorian wissen will, was denn eigentlich gefeiert wird, bekommt er von Eva irgendeine nichtssagende Antwort. Entweder tausendjähriges Bestehen des Dorfes, oder was Ähnliches, deswegen man das große Festessen - bitte dies herausstreichen und immer wieder einstreuen - veranstaltet.
Dorian wird von Eva zum Motel geführt. Dort werde er Sullivan treffen, doch er, Dorian, müsse so tun, als sei er ein Tourist. Deshalb Eintragung ins Meldebuch - diesmal ist jedoch keine nette Alte hinter der Rezeption, sondern eine Schönheit von einem Mädel, das eine gewisse Ähnlichkeit mit Coco Zamis hat. Dorian ist sofort fasziniert. Eva fährt inzwischen den Wagen in die Garage (Wichtig!).
Dorian wird von der Schönen aufs Zimmer geführt. Beim Hinaufgehen glaubt er, im Festsaal unter den Feiernden auch den O.I. gesehen zu haben. Als er jedoch in den Festsaal stürzt, findet er ihn nicht. Er entschuldigt sich bei der Schönen damit, daß er glaubte, einen Bekannten gesehen zu haben. Sie lächelt wissend, bringt ihn aufs Zimmer, das ganz nach Dorians Geschmack eingerichtet ist - er weiß, hier wird er sich pudelwohl fühlen.
Er beschließt sofort, ein Bad zu nehmen. Steigt in die Wanne... das Wasser wird immer heißer, beginnt zu broddeln. Er springt raus, will aus dem Badezimmer, doch das ist versperrt. Fenster gibt es keines. Es wird immer heißer.
Er rechnet schon damit, hier gesotten und gebraten zu werden - ohne jedoch die Wahrheit zu vermuten.
Da geht endlich die Tür auf. Sie springt wie von Geisterhand geöffnet auf. Er kann aus der tödlichen Falle fliehen. In seinem Zimmer stellt er dann aber fest, daß seine sämtlichen Dämonenbanner verschwunden sind.
Wütet hastet er zur Rezeption hinunter - nicht ohne sich angezogen zu haben - sagt, was ihm beinahe widerfahren wäre und daß er bestohlen wurde. Die schöne Coco-Kopie kann ihn diesmal mit ihrem Charme nicht beruhigen, beschwört ihn, doch nicht so einen Krach zu schlagen, von wegen des guten Rufes des Motels.
Da passieren zwei Dinge gleichzeitig, die Dorian auf andere Gedanken bringen. Erstens kommt eine Reisegruppe ins Motel, und aus den aufgeregt durcheinander gellenden Stimmen der Touristen erfahren Dorian und der Leser, daß ihr Autobus zwei Meilen vor Witchcraft eine Panne hatte und daß man, weil die Dunkelheit hereingebrochen sei und man nicht im Freien nächtigen wollte, zu Fuß auf die Lichter zugegangen sei. Und nun bereut es niemand, in Witchcraft zu sein.

Achtung: Information für den Autor, die er aber erst gegen Ende des Romans an den Leser weitergeben darf, um die Spannung nicht zu töten. Diese Touristen haben Dorian das Leben gerettet. Er sollte gerade "zubereitet" werden, da näherten sich völlig unerwartet die Touristen. Sie sind den Kannibalen als Bereicherung des Speisezettels natürlich mehr als willkommen. Sie wären aber kopfscheu geworden, wenn sie zufällig den gargekochten Dorian Hunter gesehen hätten. Deshalb verschonte man ihn vorerst. Vorerst nur so viel dazu.
Das zweite Ereignis, das Dorian ablenkt: Er entdeckt im Festsaal wieder den O.I. Trevor Sullivan. Als er jedoch hinstürzt, kann er ihn wieder nicht entdecken. Dorian sucht auch im Freien nach ihm, doch findet er ihn nicht.
Von nun an auch aus der Perspektive der einzelnen Mitglieder der Reisegruppe erzählen. Andeuten, aber nicht genau aussagen, daß jedem von ihnen etwas anderes an dem niedlichen Dorf Witchcraft gefällt. Das kann auch widersprüchlich sein - sollte es sogar, um die Atmosphäre des Unheimlichen unterschwellig für den Leser entstehen zu lassen.
Der eine, ein alter Lüstling, sieht nur die knusperigen Mädels. Eine alte Matrone glaubt sich plötzlich zu erinnern, daß Witchcraft ein beliebter Wallfahrtsort ist. Ein Koch hat gehört, daß es in Witchcraft eine Spezialität gibt, von der unbedingt das Rezept haben möchte. Ich führe hier absichtlich keine Namen an, um dem Autor für solche Zwischenepisoden völlig freie Hand zu lassen. Aber einige Anregungen möchte ich ihm schon geben, die er in dem Sinne, Gruselatmosphäre zu schaffen, selbständig ausbauen soll.
Blenden wir wieder zum DK um. Der möchte wissen, wo Eva ist, die ihn hergebracht hat. Zuerst Staunen; welche Eva? Als Dorian aber nicht locker läßt, bekommt er eine vage Auskunft. Eva komme sicher her, der DK wird energischer, und man sagt ihm, daß sie in einem Haus, die Straße etwas weiter unten wohne. Man finde das Haus sofort.
Dorian macht sich auf den Weg. Von außen wirkt das Motel so still, wie verlassen. Die Garagen liegen in völliger Dunkelheit. Irgendwie erreicht er das Haus, obwohl die Dorfbewohner, denen er begegnet, ihm den Weg nicht weisem können. Einer sagt sogar, dabei die Augen rollend, mit geheimnisvoller Stimme, daß er, Dorian, besser die Finger von Eva lassen solle. Aber der DK macht weiter, nun ist ihm vieles nicht mehr ganz geheuer, und er findet das Haus, in dem Eva wohnt. Von außen ist es ein Prachtbau, durch das Fenster kann er nicht viel vom Innern erkennen - nur Eva, die wie meditierend dasitzt. Er will gerade ins Haus, als sich drei kläffende Bluthunde auf ihn stürzen. Ein Kampf entspinnt sich, bei dem Dorian aber seltsamerweise keine Verletzung davonträgt. Die Hunde jagen ihn aber in die Flucht.
Dorian beschließt, aus seinem Wagen eine Waffe zu holen.
Es ist die Spezialpistole, die Holzpflöcke und auch Silberkugeln verschießen kann. Er hat das Gefühl, daß er sie gebrauchen kann. Irgendjemand, vielleicht der Secret Service, möchte ihn nicht zu Eva vorlassen. Als er jedoch die Garage sucht, findet er sie nicht. Er ist überzeugt, daß das langegestreckte Gebäude mit den vielen Kipptoren hier gestanden hat - wo sich jetzt nur sumpfiges Gelände befindet.

Schlußbemerkungen:
Es sei noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Eva der eigentliche Dämon, eine Hexe, ist. Die glatzköpfigen Kannibalen sind nur ihre Opfer, die sie dazu gebracht hat, nach Menschenfleisch zu gieren - womöglich nur deshalb, um bei ihren Menschenschlachtfesten Gesellschaft zu haben.
Als sie Dorian gegen Romanschluß sagt, sie habe keine Macht über die Dämonen, ist das eine bewußte Lüge. Sie könnte vor dem DK ihre Maske fallen lassen, doch das tut sie nicht, weil sie mit ihm spielen möchte - wie eine Katze mit der Maus. Beachten, daß die Hexe, die ja Gedanken lesen kann, alles über Dorian wissen muß - auch, daß er der Dämonen-Killer ist. Als Dorian zu Evas Haus will, so läßt sie absichtlich irgendwelche Ungeheuer entstehen, um ihn zu verscheuchen, damit er sie nicht stören kann. Es steht dem Autor frei, weitere Hindernisse entstehen zu lassen.
Zu der von Eva erschaffenen Scheinwelt, in der sich ihre Opfer befinden, sei gesagt, daß diese nicht materiell ist. Deshalb können die Bluthunde bei ihrem Haus Dorian auch nichts anhaben. Ein berechtigter Einwand wäre, daß Dorian sofort jeden der Dorfbewohner als Trugbild erkennen müßte, wenn er ihn berühren will, jedoch durch ihn hindurchgreift. Diese immateriellen Trugbilder sind ja wirklich nicht stofflich, sie können auch nicht reden, sondern Eva erzeugt diese Illusion nur in ihren Opfern, so wie sie ihnen auch einsuggeriert, daß sie eine Berührung mit ihnen fühlen können. Die Illusion ist perfekt, solange Eva die Muße hat, sich meditierend darauf zu konzentrieren.
Was ihr Bildnis de Treppenhaus des Motels betrifft, so habe ich es nur ins Exposé aufgenommen, weil es sich auf dem Titel¬bild findet. Es ist aber nicht Evas wirkliches Abbild. Im Gegenteil, sie sieht in Wirklichkeit wie einer der spitzohrigen Glatzköpfe aus, und somit ist ihre Schönheit auch nur Illusion - was im Finale das Romans herauskommen sollte. Sie hat also ihre Kannibalen-Freunde nach sich geformt.
Das wär's.



Warum Bodo Baumann, den Roman nicht schrieb. Ich weiß es leider nicht. Da ich die DK-Exposés erst Ende der achtziger Jahre von Kurt Luif erhalten habe, und erst dann erfahren habe, daß Bodo Baumann alias John Willow eigentlich als Autor für DK Nr. 35 vorgesehen war, waren meine Fragen an Ernst Vlcek und Kurt Luif wegen dieser Sache nicht sehr erfolgreich. Die Autoren wurden von der DK-Redaktion in München ausgesucht. Kurt und Ernst hatten keinen Einfluß bei der Auswahl, wer als Autor eingesetzt wurde.

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19.06.2018 18:11
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Der Teufel von der Schönheitsfarm

von Neal Davenport



Das Thema Sullivan bleibt im Fokus der Serie. Dorian ist mit Coco in der Oper, um dort den Secret Service Agenten abzufangen, der momentan das Sagen hat. Victor Shapiro lässt die beiden aber eiskalt abblitzen und will auch nicht verraten, wo Sullivan sich gerade von seinen Verletzungen erholt. Lieber genießt er die Gesellschaft seiner Freunde, die alle für ihr Alter erstaunlich jung aussehen. Seltsam, aber das kann Dorian ja egal sein. Oder?

Vor der Jugendstilvilla trifft er auf Manuel Fuente. Der hat auf einer der Orkney-Inseln auf dem Gelände einer Schönheitsfarm gearbeitet. Soweit so gut. Allerdings wurde er dort unter dämonischem Bann gefangen gehalten und musste den Damen und Herren auch in unseriösen Belangen zu Diensten sein. Angeblich hat er dort Sullivan getroffen, der ihn um Hilfe gebeten hat, Dorian zu holen. Manuel konnte fliehen und da steht er jetzt und wartet auf die Antwort des Dämonenkillers. Die Idee hätte auch wunderbar zu meiner Version der Sullivan-Sache gepasst. Vielleicht sogar besser. Sullivan mag enorme Scheiße gebaut haben. Aber er wird von Dämonen gefangen gehalten und es ist einfach Dorians Job, Menschen in dieser Lage zu helfen. Entgegen seiner Wut auf den O.I. wäre er der Sache dann nachgegangen.

Manuels Zusammentreffen mit Sullivan und die anschließende Flucht sind nicht astrein erklärt. Er hört rein zufällig beim Putzdienst ein Stöhnen aus einem Zimmer und schaut neugierig nach Ebenso zufällig stand er zu diesem Zeitpunkt irgendwie noch nicht unter der Knute der Dämonen. Was für ein Glück! Und dass die Jagdhunde mit ihrem hervorragenden Geruchssinn ihn dann nicht auf dem Baum entdecken oder riechen ist auch irgendwie unlogisch. Davenport hat eben schnell etwas zusammen getippt, damit der Fall ins Rollen kommt. Die Idee dahinter ist ja gut und die Flucht ist schaurig geschrieben.

Obwohl die Sache wie letztes mal eine Falle sein könnte, untersuchen Coco und Dorian die Sache. Manuel nehmen sie auch mit. In einem Dorf vor der Insel treffen sie nur auf gealterte Menschen. Während die beiden Männer dann zur Insel überlegen, soll Coco als Rückendeckung zurück bleiben. Die Gruppe trennen, immer eine gute Idee. Schnell stellt sich heraus, was auch immer hier vor sich geht, es ist starke Magie. Dorians Dämonenbanner und sein Schutzamulett schmelzen einfach. Es sind solche ganz kleinen Einfälle, die ich mag und auch würdige.

Was ich auch zur Kenntnis nehme, aber definitiv nicht mag, sind diese Zufälle. Als Dorian und Manuel sich anschleichen, wer trifft da gerade jetzt mit seinen Freunden hier ein. Agent Shapiro. Sachen gibt es! Und es geht weiter, ausgerechnet jetzt kommt der nächste Ausreißer um die Ecke. Die Missgestaltete Figur kann die Jagdhunde abschütteln, dafür werden diese auf Dorian und Manuel aufmerksam. Ziemliches Pech, das war es mit einer heimlichen Aktion. Beide werden erstmal aufgegriffen und in das Gebäude gebracht.

Shapiro würde Dorian ja am liebsten direkt töten lassen. Leonhard Goddard, Leiter der Schönheitsfarm, sieht dafür keine Notwendigkeit. Er ist die Ruhe in Person, erklärt Dorian dass das hier ein Geheimprojekt unter dem Secret Service ist und der Dämonenkiller keine Handhabe hat. Er darf später sogar Sullivan sehen. Wir alle wissen, wie das ausgehen wird und dass Shapiros Idee besser gewesen wäre. Und obwohl es nicht gerade schlau, sondern einfach nur überheblich und selbstüberschätzend ist – dass Dorian kein Gefangener ist, sondern sich frei bewegen darf, ist eine interessante Abwechlung zum üblichen Gruselroman-Ablauf in solchen Fällen. Der arme Manuel ist leider wieder unter der Kontrolle der Gegenseite.

Auch der Verjüngungsprozess der Patienten entspricht meinem Geschmack. Keine „verrückter Wissenschaftler“-Operation in einem klinischen Raum. Davenport wählt die mystische Variante mit einer düsteren Zeremonie. Singsang, seltsame Flüssigkeiten zum Trinken und natürlich Sex. Das lebensspendende Mädchen ist schon von 20 auf 50 gealtert, jetzt kommt nochmal eine Schippe drauf und sie wird zu einer runzeligen alten Frau.
Da Dorian wie gesagt nicht eingesperrt ist, wird er natürlich zufällig auf die Prozession aufmerksam. Er kann das Ritual nicht verfolgen, sieht aber wie die „Mitarbeiter“ älter und die Patienten jünger werden. Da kann er sich seinen Teil denken. Der nächste Zufall, die Tür zu Goddards Büro steht offen und Dorian kann einen Streit zwischen ihm und seiner Frau mithören.

Nun nähert sich langsam das Ende der Geschichte und von Sullivan hat man noch nichts gesehen. Endlich ist es soweit. Der O.I. erkennt Dorian aber nicht. Dieser vermutet sofort einen Trick, das kann doch nicht Sullivan sein. Aber bis jetzt geht Goddards Plan auf. Dorian kann nur mit leeren Händen und zähneknirschend zurück auf's Festland gehen.

Shapiro muss ihn auf dem Rückweg aber hereinlegen. Dorian wird von dem geflohenen Scheusal vom Anfang der Geschichte gerettet. Man kann schon vermuten, wer dahinter steckt. Tatsächlich ist es Sullivan. Goddard hat seinen Geist in dieses Monster transformiert, um aus seinem freien Körper einen Doppelgänger zu machen. Der sollte sich das Vertrauen des Dämonenkiller-Teams erschleichen und sie dann alle niedermetzeln. Zum Glück kam es dazu nicht, das hätte mich nur aufgeregt. Nach all den – von den Autoren vergessenen – Ereignissen dürfte Dorian Sullivan ganz sicher nicht vertrauen. Shapiro stirbt bei der Aktion und ist keine Gefahr mehr.

Auf dem Festland schmiedet man gemeinsam einen Plan. Sullivan muss in seinen Körper zurück. Mein Dorian macht das eher widerwillig, weil der O.I. das nicht verdient hat, trotz seines Verrats. Bis jetzt kann ich mir die Sache im Kopf noch ganz gut zurechtreden und abändern. Wodurch ich wiederum die Handlung besser genießen kann.

Nur das Finale schwächelt. Die Lösung ist nicht ganz überzeugend. Sullivan wird auf die Insel zurück gebracht, wo er sich ergreifen lässt. Er wurde mit einer Wanze ausgestattet, damit Dorian mithören kann. Aber woher weiß er, dass Sullivan die ganze Zeit in Goddards Büro rumsteht? Und nicht irgendwo in einem abgesperrten Zimmer, damit er nicht wieder abhaut. Das ergibt überhaupt keinen Sinn. Nicht nur das, genau wie gebraucht findet ein weiterer Streit zwischen Goddard und seiner Frau statt. Hatte der tote Shapiro ein Verhältnis mit ihr? Das kann Dorian jetzt für sich nutzen. Davenport ist einer dieser Autoren, die mir zu schnell und bedenkenlos auf Heftromanzufälle zurück greifen und für eine gute Idee zu stark die Geschicke der Handlung lenken.

Auch Dorian begibt sich auf die Insel und lässt sich fangen. Mit seinem Wissen manipuliert er Goddard dazu, Shapiro wiederzuerwecken, um einen Beweis zu haben, ob seine Frau ihn betrogen hat. Und wie hilft das jetzt Sullivan?Eigentlich gar nicht. Der Autor greift erneut mit einer sinnlosen Aktion ein. Bei der Erweckung des Toten sind alle anderen Patienten mit im Raum. Keine Ahnung warum. Einen Zweck bei der Beschwörung haben sie nicht, sie liegen halt einfach da rum. Sollte ich da etwas falsch gelesen oder überlesen haben, kann man mich bitte berichtigen. Es ist nur wichtig, als Coco und die gealterten Opfer in den Raum schleichen und die Hexe einen Gegenzauber anstimmt. Die Verjüngung wird rückgängig gemacht, die Lebensenergie der anwesenden Patienten fließt auf die Alten zurück. Auch Sullivan kommt zurück in seinen Körper. Fall gelöst, ein kurzer Abschied, fertig.


Das war also der unvermeidliche Roman, der sich mit Sullivan beschäftigt. Und es ist hier ein echter Zufall, dass Davenport eine Handlung dazu schreibt, mit der ich verhältnismäßig gut zurecht komme. Mein „Kopf-Dorian“ hätte sich der Sache genau so angenommen wie der vergessliche Autoren-Dorian. Als man Sullivan dann gerettet hat gibt es kein freudiges Wiedersehen, Sullivan macht sich schnell wieder aus dem Staub.

Schönheitsfarm-Romane mag ich normalerweise nicht, weil es auf Wissenschaft hinaus läuft. Hier hat alles einen magischen Hintergrund. Wieder ein glücklicher Zufall, dass Davenport damit meine Präferenz trifft. Dazu größtenteils gute Ideen, interessant geschriebene Charaktere und mit Healey die richtige Prise Humor oder Makaberheit.

Bis hierhin hat mir Davenports Geschichte in diesem Band besser gefallen als die von Vlcek. Eigentlich ist das eindeutig anders herum. Einziger Kritikpunkt sind nur die Zufälle an den wichtigen Stellen. Zum Finale wird das besonders deutlich. Man braucht die verjüngten Patienten vor Ort, also werden sie ohne Grund hineingeschrieben. Da ist wieder der Davenport wie ich ihn kenne.

Insgesamt aber ein unterhaltsamer Roman mit einem weniger schlimmen Wiedersehen mit Sullivan als erwartet.
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19.06.2018 18:32
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Es darf aber nicht vergessen werden, dass auch dieser Fall kein glückliches Ende findet, wie das Romanende zeigt:

"Ich frage mich, was aus den anderen werden wird, die schon fürher Goddards Verjüngungskur bekommen haben."

"Sie werden irgendwann in den nächsten Wochen rasend schnell altern und sterben."

"Und die jungen Alten, denen wir nicht helfen konnten, bleiben körperlich alt und werden früher oder später an Altersschwäche sterben", sagte der Dämonenkiller. Schweigend fuhren sie weiter.

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19.06.2018 18:50
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Finde ich gerade gut. Auch dass der "Hinterdämon" nicht einmal aufgedeckt wurde, sondern nur seine Operation hier zerschlagen.

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19.06.2018 21:45
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Zitat:
Original von Olivaro
"Und die jungen Alten, denen wir nicht helfen konnten, bleiben körperlich alt und werden früher oder später an Altersschwäche sterben", sagte der Dämonenkiller.

Ich gebe da dem Gleichgewicht recht, wenn er meint: Finde ich gerade gut!

Wenn die ganze dekadente Menschheit mit ihrem "Reichtum" nichts anderes mehr im Sinn hat, als ewig jung zu bleiben, dann würde ich es vielen anderen auch gönnen, auf so eine Art und Weise mit der Vergänglichkeit konfrontiert zu werden!

Fakt ist: Wir alle müssen sterben! Die einen früher, die anderen später. Eine Horrorvorstellung für mich wäre, wenn es sich ein paar Superreiche, die womöglich ihren Reichtum auch noch auf dem Rücken der weniger Begüterten zusammengerafft haben, sich ein gesundes, überaus langes Leben kaufen können. Dann hätte das ganze Leben mit den uns eingetrichterten Moralvorstellungen – die nur dazu da sind, dass wir schön brav "unten" bleiben und nur ja keine Aufstände gegen die da oben starten – absolut wenig bis keinen Sinn mehr. Es passt schon so, dass alle nur eine relativ kurze Zeitspanne auf dieser Erde zur Verfügung haben. Es passt auch, dass die Superreichen es oftmals überaus schwer haben, von dieser Welt abzutreten – und nichts von ihrem vielen Geld mitnehmen können! Frei nach dem Spruch: Das letzte Hemd hat keine Taschen!

Das ist die einzige Gerechtigkeit, die es derzeit auf dieser Welt noch gibt!

Wie lange das noch so bleibt, steht nicht mehr so fest verankert in den Sternen wie früher oder noch vor ein paar Jahrzehnten. Da wird schon sehr, sehr fieberhaft daran gearbeitet, dieses Szenario zu verändern.

Deshalb finde ich es gut, dass Kurt Luif alias Neal Davenport seinen Finger in diese schwärende Wunde der heutigen Gesellschaft bereits in den 1970er-Jahren gelegt hat ...

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Erhebe nicht den Anspruch, alles zu wissen – versuche es.

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