logo
-- www.johnsinclair-forum.de -- www.gruselroman-forum.de --
Das Forum zu John Sinclair, Gespenster-Krimi, Vampira, Hörspielen und vielem mehr !
Willkommen !
Falls Sie auf der Suche nach einem Forum rund um klassische und aktuelle Romanhefte sind, sollten Sie sich hier registrieren. Hier finden Sie ebenfalls Rubriken für Hörspiele und weitere Foren. Die Nutzung des Forums ist kostenlos.

John-Sinclair-Forum ::: Gruselroman-Forum » Roman-Serien » DšmonenKiller » Zaubermond-Verlag » Dorian Hunter - Klassiker » Band 8: Die Frau aus Grab Nr. 13
« Vorheriges Thema | Nächstes Thema » Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Talis Talis ist männlich
Foren Gott




Dabei seit: 30.07.2016
Beiträge: 2226

21.09.2016 20:40
Band 8: Die Frau aus Grab Nr. 13
Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen



Die junge Hexe Coco Zamis wird in Wien von dem dämonischen Anwalt Skarabäus Toth festgehalten.
Sie soll das Testament ihres Vaters erf√ľllen und den b√∂sartigen Grafen von Behemoth heiraten.
Auf die Hilfe ihres Gef√§hrten Dorian Hunter darf sie nicht hoffen, denn die Falle f√ľr den D√§monenj√§ger hat Skarab√§us Toth bereits aufgestellt.

(Klappentext auf Dorian Hunter Buch )


Die Frau aus Grab Nr. 13

Dorian Hunter-Klassiker-Band 8

412 Seiten

Erschienen 2002

Enthält folgende Romane der Erstauflage und den Abschluß des Zamis-Zyklus aus der Zweitausgabe:

33 - Der Opferdolch

34 - Die Frau aus Grab Nr. 13

34 - Der Schwarze Hengst (Neuer Roman in der Zweitausgabe)

035 - Dorf der Kannibalen

036 - Der Teufel von der Schönheitsfarm

                                    Talis ist offline Email an Talis senden Beiträge von Talis suchen Nehmen Sie Talis in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information
85940
Das Gleichgewicht Das Gleichgewicht ist männlich
Team




Dabei seit: 24.09.2008
Beiträge: 8762

05.06.2018 17:11
Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen

Der Opferdolch

von Earl Warren


Statt wie geplant in Wien landet das Flugzeug mit Dorian auf einer albanischen Insel, da es magisch umgelenkt wurde. Als Soldaten den Flieger st√ľrmen, bringt in eine Stewardess in Sicherheit. Auch sie steht unter d√§monischem Bann.

Soweit so gut. Doch dann werden die beiden von zerlumpten Zombies eingekreist, die sie nicht t√∂ten, sondern nur festhalten. Andere Zombies schlachten ein paar Schafe, die von einem Lastwagen hierher gebracht wurden, der offenbar auch von einem verwesenden Untoten gefahren wird? Die abgezogenen Felle werden um Dorian und die Frau herum gelegt und zusammengen√§ht, wie ein gro√üer Sack. Danach werden sie auf den Lastwagen geschleppt und weggefahren. √Ąh, was? Wie? Zombies beim N√§hkurs? Direkt eine so fr√ľhe und seltsame Szene von Earl Warren, die reiner Effekt ist und f√ľr die Handlung total unwichtig. Man h√§tte sie auch einfach in einen Jutesack stecken k√∂nnen. Schlimm genug, dass die Zombies zwar einerseits beschrieben werden, als w√ľrden sie bald auseinander fallen. Auf der anderen Seite aber motorisch keinerlei Probleme haben.

Es folgt sogleich ein Bibelverkäufer, der mit seinem Koffer in der Nähe einer Templerburg hier einen Mittelsmann treffen will. Der entpuppt sich als Vampir. Zufällig hat der Mann ja Bibeln dabei und kann daraus vorlesen, bis der Blutsauger abhaut. Auch hier wieder ein fettes Wie Bitte? Immerhin sieht er, wie Dorian dorthin gekarrt wird.

Dorian und die Stewardess k√∂nnen dann √ľber das Tunnelsystem der Burg fliehen. Als D√§monenkiller wei√ü er nat√ľrlich, dass alle alten Gem√§uer ein Tunnelsystem mit Geheimg√§ngen zur Oberfl√§che besitzen. So einfach ist das!

Zum Sonnenuntergang erreichen sie ein Bauernhaus. Davor lungert ein Vampir herum, der vergeblich versucht, seine Frau davon zu √ľberzeugen, zu ihm zu kommen und sich verwandeln zu lassen. Als er den D√§monenkiller bemerkt, sucht er das Weite. Man verschanzt sich im Haus, bevor er mit Verst√§rkung wieder kommt. Zum Gl√ľck ist das nicht der erste Besuch des untoten Ehemannes. Es gibt hier Gewehre und einen Weihwasserkessel. Und wer hat das Wasser geweiht, muss das nicht ein Priester machen? Egal. Fackel und Mistgabel d√ľrfen nat√ľrlich auch nicht fehlen. Und das Bauernhaus ist festungsartig mit Schie√üscharten ausgestattet. Ok.

W√§hrend die Zombies und Vampire angreifen, graben andere Untote mal eben schnell einen Tunnel unter dem Haus bis in den Keller. Die Stewardess ger√§t erneut unter magischem Bann und √∂ffnet die Haust√ľr. Als Dank wird sie gebissen. Dorian und die B√§uerin k√∂nnen sich nur noch ein Pferd schnappen und abhauen. Dabei gibt es die Szene, wie ein Untoter einen Zombies√§ugling auf einen Stab spie√üt und zielgenau den Fliehenden entgegenschleudert, damit er sich in Dorian verbei√üen kann. Ach w√§ren Warrens komische Ideen in diesem Roman nur auf solche kurzen Details beschr√§nkt gewesen.

Mit dem Boot der Bibelverkäufer will man entkommen, schafft es aber nicht mehr. Jetzt sitzt man wochenlang hier fest. Immerhin erfährt Dorian endlich, was es mit dem Mbret auf sich hat, der die Untoten kontrolliert.

Warren unterlegt die Geschichte grob mit einem wichtigen Kapitel der Albanischen Unabh√§ngigkeit von den Osmanen. Jedoch gab es keine Schlacht, die Festung wurde durch einen Trick kampflos √ľbergeben. Au√üerdem hei√üt sie Krujar. Burg Kanina und das √Ėrtchen Vlora haben damit nichts zu tun. Sowieso liegen beide Anlagen auf dem Festland. Und mit dem Partisanenkrieg im zweiten Weltkrieg haben sie auch nichts zu tun. Mbret ist kein Name, sondern der Titel f√ľr den Herrscher √ľber die Untoten hier. Tats√§chlich ist Mbret ein Albanischer K√∂nigstitel.

Genug der langweiligen Geschichtsstunde. Kurz gesagt, damals hat man einen D√§mon get√∂tet und seine Asche in der Festung aufbewahrt. Im zweiten Weltkrieg zwangen die Partisanen einen Gefangenen, zur Dem√ľtigung seine Asche zu essen. Und da war der Mbret pl√∂tzlich wieder. Eine interessante Idee des Autors. Er h√§tte sich genauer an die echte Historie halten k√∂nnen, statt Dinge durcheinander zu w√ľrfeln. War er einfach falsch informiert? Der Burg ihren richtigen Name zu geben oder statt einer Schlacht ihre korrekte √úbernahme zu beschreiben, h√§tte genau so gut funktioniert und Bonuspunkte gegeben.

Außerdem gibt es eine Prophezeiung. Nur ein Mann aus fremden Landen, der schon viele male geboren wurde, kann den Mbret vernichten. Wer auch immer hinter allem steckt, den Auserwählten bewusst zum Mbret zu bringen ist eine ganz dämliche Idee.

Dorian und die B√§uerin kehren zur Bauernhausfestung zur√ľck. Obwohl der D√§monenkiller sie magisch sichert, wird die B√§uerin √ľbernommen und ist verschwunden. Dorian folgt ihren Spuren unter einen alten Brunnen, der bis unter die Festung f√ľhrt. Mbrets Zombies und Vampire greifen an, t√∂ten sie jedoch nicht. Der Mbret l√§sst den Schacht vor und hinter ihnen einst√ľrzen. Zus√§tzlich errichten die untoten mehrere Mauerreihen hintereinander. Als Dorian endlich durch die Erde ist und auch in die Mauern ein Loch zum Hindurchzw√§ngen machen kann, erscheinen die Untoten, um die Mauer wieder zuzumauern. So geht das tagelang weiter. Jedes mal wenn Dorian eine L√ľcke in der Mauer hat, wird sie wieder dicht gemacht. Schlie√ülich l√§sst man ihnen ein Loch, jedoch nur um ihnen unerreichbar leckere Speisen vor die Nase zu setzen und sie zusehen zu lassen, wie man Unschuldige t√∂tet. Echter Psychoterror, der neben Hunger und Durst Spuren hinterl√§sst. Erneut eine gute Idee von Earl Warren. Das ist richtig fies. Mbret will Dorian m√ľrbe machen und erniedrigen. Ihm seine Machtlosigkeit zeigen und ihn qu√§len. Das gelingt wunderbar. Sowas ist eine erwachsene Serie, ohne zu trashig oder ekelerregend zu sein. Man h√§tte es nur knapper schreiben sollen, vor allem das ewige hin und her mit der Mauer.

Die Rettung naht √ľberraschend in der Form von Chapman. Nachdem Dorian innerhalb k√ľrzester Zeit wieder spurlos verschwunden war, machte man sich auf die Suche. Nicht dass Kiwibin wieder eine seiner beschissenen Aktionen abzieht. Da die K√ľstenwache jedoch niemanden durchlassen wollte, musste der Puppenmann allein hierher schleichen. Er folgte dem Tunnel im Keller des Bauernhauses hierher. Bis hierhin alles prima. Doch dann folgt das n√§chste zu lange Hin und Her. Chapman bringt Wasser und Nahrung aus dem Bauernhaus hierher, sowie Werkzeuge und Bewaffnung. Dabei wird er kein einziges mal von den Untoten erwischt und bricht auch nicht entkr√§ftet zusammen, weil er mit seiner Winzgr√∂√üe die schweren Sachen den Weiten weg durch den Tunnel schleppen muss. W√§hrend Dorian und die B√§uerin sich dann endlich daran machen, hier raus zu kommen, wird Chapman als Vorhut zum Sp√§hen voraus geschickt. Er beobachtet ein seltsames Ritual, bei dem neben Mbret auch ein unbekannter D√§mon anwesend ist. Als man endlich die Mauer niedergerissen hat, erscheinen p√ľnktlich zuf√§llig die Untoten, die durch das Ritual nun auch tags√ľber aktiv sind. Es beginnt ein verzweifelter und wieder zu lang geschriebener Kampf gegen hunderte von Wiederg√§ngern, der von Anfang an aussichtslos ist. Dorian schl√§gt sich echt gut daf√ľr, dass er k√∂rperlich und mental am Ende ist. Unrealistisch gut.

Die Bäuerin erwischt es und Dorian wird in den Thronsaal gebracht. Der fremde Dämon entpuppt sich als Graf von Behemoth, mit dem Coco sich verloben soll. Dorian ist davon gar nicht begeistert, kann aber im Moment nichts unternehmen. Erst Chapmans erneutes Eingreifen gibt ihm die Gelegenheit, Mbret mit dem Opferdolch zu töten. Der Graf flieht durch ein magisches Tor, Dorian und Chapman hinterher.

Ein typischer DK-Cliffhanger. Ich mag es aber, wenn Geschichten so aneinander anschließen. Anders als die Leser damals muss ich nicht gespannt warten, wie es weiter geht, sondern kann bei Laune direkt weiter lesen.

Earl Warren liefert einen Roman mit guten Ideen. Albanien als Schauplatz hat man auch nicht so oft und dann noch in Verbindung mit Nationalhistorie. Dorian allein auf fremden Gebiet, von dem er voraussichtlich wochenlang nicht weg kommen wird. Und dann der Psychoterror des Mbret. Leider sind Ideen nicht alles, man muss sie auch gut umsetzen. Daran hapert es. Der Roman wirkt mir an mehreren Punkten zu langgezogen. Unter einigen Einf√§llen muss die Glaubw√ľrdigkeit leiden.

Aber da ich gerade von TB komme, im Vergleich ein Fest f√ľr den Heftromanfreund. Auf der DK-Skala reicht es nur f√ľr groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen Baff Baff Baff Baff Baff (knappe 5 von 10 Schnauzern)

__________________
Aktuelle Lesereihenfolge:

1. Professor Zamorra
2. John Sinclair
3. Dark Land
4. Dämonenkiller
5. Coco Zamis

                                    Das Gleichgewicht ist offline Email an Das Gleichgewicht senden Beiträge von Das Gleichgewicht suchen Nehmen Sie Das Gleichgewicht in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information
105111
Olivaro Olivaro ist männlich
Team


Dabei seit: 15.05.2013
Beiträge: 5320

05.06.2018 17:45
Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen

In meiner pers√∂nlichen Wertung wird Dorians Schnauzer noch massiver gerupft. F√ľr mich ist der Roman kaum mehr als ein L√ľckenf√ľller (stupide Zombies statt der Schwarzen Familie erwartet man nicht unbedingt im D√§monenkiller, und das erw√§hnte Hin und Her ist dem Lesefluss nicht unbedingt f√∂rderlich). Aber ich sehe dieses Heft einfach mal als Atemholen, ehe es wieder richtig spannend wird und die Handlung in der √ľblichen zyklischen Weise weitergef√ľhrt wird.

__________________
Es d√§mmerte, ein Windsto√ü fuhr durch das welke Laub unter den B√§umen, da√ü es raschelte. Dr√ľben auf dem neuen Friedhof wurden die roten Lichter sichtbar, die die Leute an Allerseelen auf die Gr√§ber gestellt hatten und die immer noch brannten.

Fanny Morweiser: Laura

                                    Olivaro ist offline Email an Olivaro senden Beiträge von Olivaro suchen Nehmen Sie Olivaro in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information
105114
Das Gleichgewicht Das Gleichgewicht ist männlich
Team




Dabei seit: 24.09.2008
Beiträge: 8762

06.06.2018 17:04
Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen

Die Frau aus Grab Nr. 13

von Ernst Vlcek


Puh. Ich muss mich zusammenrei√üen, nicht direkt ein Fazit zu ziehen und zu erw√§hnen, was mir aufgefallen ist. Hier wird n√§mlich sehr schnell und √ľberraschend das Kapitel ¬ĄCoco soll zwangsverheiratet werden¬ď schon abgeschlossen. Neben diesem Plot gibt es nat√ľrlich auch viel zum Roman an sich zu sagen.

Chapman und Dorian sind in √Ėsterreich gelandet, nahe eines D√∂rfchens. Das wollen sie aber erst am Tag erkunden und verbringen die Nacht in einem Schuppen aus einem Friedhof. Zuf√§llig kommen genau diese Nacht zwei D√§monendiener an, holen sich Werkzeug aus dem Schuppen, und buddeln einen Sarg aus. Eine Untote bricht daraus hervor und greift die beiden an. Dorian ist nat√ľrlich Zeuge der Ereignisse, deshalb hat Vlcek das ja so nett arrangiert. Man fragt sich, wenn die Leichenfledderer √ľberrascht sind, dass die Leiche im Sarg lebt, haben sie dann von allen Gr√§bern hier zuf√§llig ausgerechnet das ge√∂ffnet, in dem sich ein Zombie befindet? Oder hat jemand im Hintergrund sie als unwissende Bauernopfer gezielt dorthin geschickt, damit die Untote sich an ihren laben kann?

Das erfahren wir sp√§ter. Erst einmal wird das Ehepaar Dieter und Elke eingef√ľhrt. Eigentlich haben sie in Wien einen Termin bei einem bestimmten Anwalt. Na, wer das wohl sein k√∂nnte? Aber auf dem Weg dorthin will Dieter nach sieben Jahren seinem Heimatdorf mal einen Besuch abstatten. Keine gute Idee. Im Gasthaus wird Elke von einem Betrunkenen mal eben so als Kinderm√∂rderin angefeindet, weil die Nacht zuvor f√ľnf Kinder spurlos verschwunden sind. Und als der Wirt Dieter erkennt wird auch er des Mordes bezichtigt. Allein, weil Dieter nach Jahren ausgerechnet jetzt wieder erscheint, wo es so einen Vorfall gab? Total √ľbertrieben, aber vielleicht bin ich √ľbersensibel.

Als er mehr erf√§hrt, wird die Sache schon verst√§ndlicher. Au√üerdem wurde n√§mlich das Grab seiner Mutter ge√∂ffnet und die Leiche ist verschwunden. Damals wurde sie f√ľr eine Hexe gehalten und soll nach einer Fehlgeburt Dieters Schwester dem Teufel geopfert haben. Da ist es wirklich ein seltsamer Zufall, dass Dieter ausgerechnet jetzt hier auftaucht. Ich w√ľrde ein gewisses Misstrauen der D√∂rfler verstehen, aber nicht dass sie derart austicken. Geht es in √∂sterreichischen Bergd√∂rfern so zu? Statt schleunigst nach Wien weiter zu fahren, bevor es noch mehr √Ąrger gibt, will Dieter sich eine Weile niederlassen. Er findet es hier n√§mlich ¬Ąsaugem√ľtlich¬ď. Aber sicher, vollkommen nachvollziehbar.

Aber was ist jetzt eigentlich mit Dorian und Chapman? Bei denen gibt es einfach einen Zeitsprung von mehreren Tagen. Ohne genauere Erkl√§rungen erfahren wir, dass er sich an die Spur der Untoten geheftet hat. Erkundigungen eingezogen, ihr Tagebuch gelesen und sich mit dem obligatorischen geistig behinderten Dorfkr√ľppel angefreundet. Das h√§tte ich furchtbar gern im Detail gelesen. Nun sucht Dorian Dieter auf, um seine Hilfe zu erbeten. Da er sich weigert, wird er einfach wei√ümagisch hypnotisiert und mit einem unterbewussten Bann belegt.

Frau Mama hat in der Zwischenzeit also einige Kinder entf√ľhrt und tischt ihnen in ihrem Versteck die Geschichte von einer M√§rchenhochzeit auf, zu der sie die Kleinen mit nehmen m√∂chte. Die sind nat√ľrlich keineswegs ver√§ngstigt, weil sie mitten in der Nacht von ihren Eltern weggenommen wurden, sondern freuen sich darauf, dass es bald auf das Schloss geht. Und auch wenn die Untote sich eher schlecht als recht vermummt. Dass mit ihr etwas nicht stimmt m√ľssten die Kinder doch merken. Gl√ľhende Augen sind schon ungew√∂hnlich, oder was ist mit Leichengestank? Chapman wird noch von der Untoten erwischt und muss nun als Puppenmann die Kinder belustigen, damit sie ihn nicht t√∂tet.



Elke hat nat√ľrlich mitbekommen, dass Dorian ihren Mann besucht hat. Irgendwie hat der D√§monenkiller auch seinen Name auf eine kabbalistische Tabelle geschrieben. Seine Namenssumme ist 617, genau wie die von Dieter. Das hei√üt, dass sie ein Schicksal teilen und ihre Handlungen verkn√ľpft sind. Ah ja. Zum einen w√ľsste ich nicht, dass sowas bei DK wirklich Aussagekraft hat, geschweige denn, dass Dorian daran glaubt. Und wieso hinterl√§sst er wortlos diesen kryptischen Zettel, statt Dieter einfach zu sagen, was er will?

Das Ehepaar erh√§lt einen Brief, dass der mysteri√∂se Anwalt ¬Ė nat√ľrlich Toth ¬Ė sie nicht in Wien treffen m√∂chte, sondern spontan auf einem nahen Schloss. Beide machen den Spa√ü mit und lassen sich dorthin fahren, auch wenn es ihnen sonderbar vorkommt. Sie haben das erste mal von Toth geh√∂rt. Wissen selbst nicht genau, was er von ihnen in Wien will. Und jetzt l√§dt er sie ohne Begr√ľndung auf ein abgelegenes Schloss ein? Warum haben die beiden jetzt nicht die Schnauze voll und spielen ohne Aufkl√§rung das Spielchen nicht weiter mit?

Das Schloss geh√∂rt selbstverst√§ndlich Graf Behemoth, der gerade seine Hochzeit mit Coco vorbereitet. Dieter und Elke sollen G√§ste sein. Elke bekommt also ein paar sch√∂ne Szenen, w√§hrend Dieter Coco Zamis kennenlernt. Als das Gespr√§ch darauf kommt ist sie beruhigt, dass Dieter die gleiche kabbalistische Namenssumme hat wie ihr Dorian. Also der ganze Driss nur f√ľr diese eine Szene?

Wir erfahren auch, dass Olivaro jetzt offiziell Oberhaupt der Schwarzen Familie geworden ist, wenn auch auf wackeligen F√ľ√üen. HALT STOP! Das war es? Es kommt echt keine weitere Geschichte dazu, wie er das in die Tat umgesetzt hat? Es gab nur ein einziges Treffen mit ein paar D√§monenhanseln, das unterbrochen wurde. Der Rest ist halt irgendwie im Off passiert und wird jetzt in einem Satz erw√§hnt. F√ľr mich pers√∂nlich ist das mehr als ein herber Schlag ins Gesicht. Ich kann sofort sagen, da h√§tte ich viel lieber auf die Drudenfu√ügeschichte verzichtet.

Puh, ich beruhige mich eben und fahre dann fort. Während Elke im Bann der Dämonen ist widersteht Dieter dank Dorians Hypnose. Er greift sich eine Fackel und verbrennt den Grafen. Wieso muss man den Saal auch unbedingt mit magischen Fackeln ausleuchten, die Dämonen töten können?

Danach greift Dieter sich Coco und Elke und fl√ľchtet zu einer Orgel. Er beherrscht das instrument wunderbar und kann spontan ohne Stress-Fehler eine Musik spielen, die den D√§monen schmerzt. Und Coco bringt durch ihren Willen das Schloss zum Einsturz. H√§tte sie auch viel fr√ľher machen k√∂nnen, aber egal. Dramaturgisch passt jetzt besser.

Dorian folgt der Untoten mit den Kindern zum Schloss und trifft auf das Trio. Ein Monster aus einem Spiegel greift an, Dorian schleudert den Opferdolch auf ihn, beide verschwinden durch den Spiegel in einer anderen Dimension. So kann man kurz und schmerzlos eine m√§chtige Waffe loswerden, die man nicht mehr braucht. Ist auch v√∂llig logisch, dass Dorian so eine wertvolle Waffe auf einen Angreifer schleudert. Einen an der Spitze stark gebogenen Dolch, der seine Klinge auf der Innenseite hat, wie im letzten Roman mehrfach ausdr√ľcklich erw√§hnt wurde, um ihre Einzigartigkeit zu verdeutlichen. Wie kann sie sich so gefertigt im Flug in ein Monster bohren?

Fehlt noch die Enth√ľllung am Ende. Wieso die Untote und das Ehepaar √ľberhaupt wichtig sind. Vorweg genommen, auf Dieter und Elke h√§tte man komplett verzichten k√∂nnen. Eigentlich gibt es keinen Grund, warum Toth sie herlockt und als G√§ste f√ľr die Hochzeit braucht. Und wie hat er wissen k√∂nnen, dass sie auf dem Weg nach Wien wirklich hier Rast einlegen? Dadurch wird Dorian leider absolut zur Nebenfigur. Gerade weil es das Finale der sehr kurzen Handlung ist, entt√§uscht das.

Aber Dieters Mutter. Wir erinnern uns. Wenn Coco den Graf nicht heiratet, erhebt sich ein Wiederg√§nger aus seinem Grab, der in Cocos Leben eine wichtige Rolle gespielt hat. Mit dem unaufhaltsamen Drang, sie zu t√∂ten. Diese Untote ist Dieters Mutter. Warum ist sie wichtig f√ľr Coco? Das ist wieder so eine komische DK-Sexsache. Ihr Vater hat sie mit einer D√§monin gezeugt. Den Embryo aber von Dieters sterblicher Mutter austragen lassen. Oder schon fr√ľher die befruchtete Eizelle? Kann mir bitte endlich mal jemand erkl√§ren, wie dieser Vorgang von einem K√∂rper zum anderen vonstatten geht? Ich wei√ü, Schwarze Magie, aber so eine spezielle Idee muss man mir erl√§utern. Total unlogisch ist auf jeden Fall, dass die Untote laut Deal erst aufstehen soll, wenn Coco sich endg√ľltig der Hochzeit verweigert. Das tut sie an keiner Stelle. Vielleicht h√§tte sie Behemoth sogar geheiratet, wenn Dieter ihn nicht vorher get√∂tet h√§tte. Dieters Mutter wird aber schon viel fr√ľher erweckt und nicht erst, als die Hochzeit platzt. Bei DK wird immer so getan, als w√§re bei d√§monischen Abmachungen der genaue Wortlaut total wichtig, aber wegen der Schludrigkeit der Autoren (oder des Autors) straft die Serie sich wieder mal selbst L√ľgen.

Zum Ende wird Dieters Mutter im Spiegelzimmer durch Cocos Spiegelbild getäuscht und stolpert durch einen der magischen Spiegel in eine andere Dimension.




Endlich kann ich zum Fazit kommen, da hat sich einiges angestaut. Und ich muss mir wieder Gedanken machen, was ich mit DK anfange. Der von mir am allermeisten herbeigesehnte Machtergreifungs-Plot von Olivaro fand schlichtweg nicht statt. Und das Finale dieser Handlung ist sowas von unbefriedigend.

Und zum Roman an sich. Viel zu konstruiert aufgebaut, da handeln Personen einfach nur unglaubw√ľrdig, damit am Ende alles passt. Au√üerdem wieder die Darstellung des D√∂rfchens und seiner Bewohner. Mit ihren urigen Namen, ihrem Klischeeverhalten. Wo die Welt noch in Ordnung ist, der junge Bub Harmonium spielt statt Rockmusik zu h√∂ren und alles gl√§ubige Katholiken sind. Wie eine Mischung aus ARD-Almkrimi und Fr√ľhlingsfest der Volksmusik. Selbst f√ľr die 70er ist das komisch. So stellen sich Rentner die heile Welt vor, junge Leute schreckt das aber eher ab.

groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen Baff Baff Baff Baff Baff (gerade so 5 von 10 Schnauzern)

__________________
Aktuelle Lesereihenfolge:

1. Professor Zamorra
2. John Sinclair
3. Dark Land
4. Dämonenkiller
5. Coco Zamis

                                    Das Gleichgewicht ist offline Email an Das Gleichgewicht senden Beiträge von Das Gleichgewicht suchen Nehmen Sie Das Gleichgewicht in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information
105145
Olivaro Olivaro ist männlich
Team


Dabei seit: 15.05.2013
Beiträge: 5320

06.06.2018 18:29
Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen

Man darf nicht vergessen, dass dieses Material seinerzeit f√ľr ein Heft mit h√∂chstens 64 Seiten geschrieben wurde. Weil man den Leser bei Laune halten musste, der w√∂chentlich ein neues und nicht zu langweiliges Lesevergn√ľgen erwartete, wurden manche Sachen eben offscreen behandelt, weil ein Heft einfach keine lange Verweildauer zulie√ü. Nat√ľrlich h√§tte man sich den D√§monenkiller als Taschenbuch gew√ľnscht, aber der Markt war damals leider noch nicht soweit. Und so einfach, wie es vorliegender Roman vielleicht glauben l√§sst, wird es f√ľr Olivaro denn doch nicht. Beim DK braucht man manchmal etwas Geduld, aber es gibt eine Serie, die vom Leser einen noch l√§ngeren langen Atem verlangte: Macabros-Leser mussten sich trotz extremer Komplexit√§t der Handlung mit nur einem Heft im Monat begn√ľgen.

__________________
Es d√§mmerte, ein Windsto√ü fuhr durch das welke Laub unter den B√§umen, da√ü es raschelte. Dr√ľben auf dem neuen Friedhof wurden die roten Lichter sichtbar, die die Leute an Allerseelen auf die Gr√§ber gestellt hatten und die immer noch brannten.

Fanny Morweiser: Laura

                                    Olivaro ist offline Email an Olivaro senden Beiträge von Olivaro suchen Nehmen Sie Olivaro in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information
105152
Das Gleichgewicht Das Gleichgewicht ist männlich
Team




Dabei seit: 24.09.2008
Beiträge: 8762

07.06.2018 16:53
Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen

Der Schwarze Hengst

von Neal Davenport



Wie sch√∂n, dass die Sonderromane der Zweitauflage in den Zaubermondb√ľchern eingeschoben sind. So bekomme ich die volle Packung DK.

Der Roman schlie√üt auch sch√∂n an die Ereignisse auf Schloss Behemoth an. Man k√ľmmert sich um das Ehepaar Houlkmmann und bringt die entf√ľhrten Kinder in Sicherheit. Danach wollen Dorian und Coco in Wien Urlaub machen und sich erholen, w√§hrend Chapman direkt zur√ľck nach London reist. Wien also. Die H√∂hle des L√∂wen, bedenkt man Cocos Vergangenheit. Das kann man schon als dreiste Provokation der Schwarzen Familie gegen√ľber bezeichnen. Sehr gewagt von den Heftromanhelden.

Mit Cocos ehemaliger Lehrerin Sandra Thornton gibt es eine von drei Handlungen in diesem Roman. Sie beginnt recht √ľbersichtlich und simpel. Die D√§monin will sich an Coco r√§chen, weil sie das Schloss dem Erdboden gleich gemacht und den Graf get√∂tet hat. Mit einigen fiesen Tricks √§rgert sie die Urlauber, bis sie auf die Idee kommen, besser zu verschwinden. Ich sage ja, ausgerechnet in Wien Urlaub zu machen, war eine bl√∂de Idee. Aber es geht nicht zur√ľck nach London. Sondern nach Nizza. Davon hat Coco zuf√§llig von Elmar Langer geh√∂rt. Einem Sterblichen, der sie irgendwie von fr√ľher kennt. Dorian riecht eine Falle, aber Coco will unbedingt. Tats√§chlich ist es Sandras Plan, die beiden nach Nizza zu verscheuchen. Mit dem Playboy G√ľnter Zeman und seiner Gruppe Feierw√ľtiger geht es also im Privatflieger nach Frankreich.

Die zweite Handlung dreht sich um George Arnolds, der unsch√∂ne Probleme hat. Eine seiner Stuten gebiert ein blutr√ľnstiges Fohlen mit Tigerkopf. Und auf dem Flug nach Nizza fallen kurz die Motoren aus, es kommt fast zum Absturz. Wieso genau er so viel √Ąrger hat und was dahinter steckt erfahren wir noch nicht. Die Hintergr√ľnde bleiben im Dunkeln. Aber er ist wie Zeman auf dem Weg nach Nizza, weil er sich mit ihm ein Wettrennen liefert. Wer hat das beste Pferd im Stall?

Als dritte Handlung gibt es noch einen Schatten, der Coco erw√ľrgen will. Dazu bedient er sich Menschen, die er sich als Opfer holt. Dank D√§monenbannern kann er in Schach gehalten werden, sch√∂n ist das trotzdem nicht. Eine Hinterlassenschaft der Untoten, die Coco heimsuchen soll, wenn die Hochzeit mit dem Grafen nicht vollzogen wird? Es h√§tte mich sehr gefreut. Dass der magische Deal nicht einfach verhindert wird, indem man den Zombie vernichtet beziehungsweise in eine andere Dimension lockt. Im letzten Band wurde mir das Problem zu einfach gel√∂st, da muss man als D√§monenkiller ja gar keine Angst mehr vor bindenden d√§monischen Vertr√§gen haben. Leider steckt etwas anderes dahinter.

Soweit so gut. Sandra will Coco aus Rache t√∂ten. Der Schatten will Coco aus unbekannten Gr√ľnden t√∂ten. Und Arnolds hat irgendwelche Schei√üe gebaut und muss jetzt mit den Folgen leben. Drei Geschichten f√ľr einen Roman ist etwas viel, aber noch lassen sie sich gut lesen.

Als Davenport beginnt, die Handlungen zu verkn√ľpfen, wird es zu verworren f√ľr mich. F√ľr Sandra ist der Schatten eine unbekannte Variable, aber vielleicht kann sie ihn f√ľr ihre Zwecke nutzen. In Nizza gibt es auf Zemans Villa dann den gro√üen Knall. Elmar wurde als beliebtes DK-Mittel von d√§monischen Kr√§ften √ľbernommen und will Dorian erschie√üen. Danach ist Zeman dran, mit lieben Gr√ľ√üen von Arnolds. Aber der ist doch selbst √ľberfordertes Opfer. Sandra attackiert unterdessen Coco, der Angriff wird aber von dem Schatten ausgef√ľhrt. Mit dem hat die D√§monin doch gar nichts zu tun?

Der Leser und auch Dorian sind jetzt v√∂llig verwirrt. Es wird Zeit f√ľr Antworten, die es in Form einer Hellseherin auch gibt. Anfangs passt das. Arnolds sucht sie auf. Sie erz√§hlt ihm eine bekannte Geschichte, die f√ľr den Leser aber neu ist. Wie Arnolds von einem D√§mon das Fohlen Capricorn geschenkt bekommen hat, das viele Rennen gewinnen wird. Der Haken ist, dass der D√§mon das Pferd nach drei Jahren zur√ľck fordern wird. Gibt Arnolds es nicht ab, geh√∂rt seine Seele dem D√§mon. Nat√ľrlich h√§lt der Mann sich nicht an den Deal. Jetzt will er es zur√ľck geben, aber es ist zu sp√§t. Da erh√§lt Arnolds einen Anruf von dem D√§mon und erkennt die Stimme von Zeman.

Es wird immer deutlicher, dass keiner von beiden böse ist und eine dritte Macht sie gegeneinander ausspielen will. Aber warum?

Die Hellseherin hat ihren Dienst f√ľr den Leser getan. Da die Seiten langsam knapp werden und es kaum Antworten auf die drei Handlungen gibt, muss sie aber als Deus Ex Machina herhalten. Sehr Schade bis hierhin hat mir der Roman gefallen. Solche Pferdesachen sind zwar nicht mein Thema, aber es kann ja nicht nur F√§lle geben, die mich interessieren.

Coco erh√§lt ein P√§ckchen von Unbekannt. Ein magischer Stein gegen Aussp√§hung, mit der Botschaft, dass sie beobachtet wird. Und sp√§ter Anweisungen, wo man sie finden kann. Auch hier k√∂nnte Coco in eine Falle laufen, daran denkt aber niemand. Es ist die Hellseherin. Ein Freak, der sich wie √ľblich an der Schwarzen Familie r√§chen will. Sie liefert kurz und schmerzlos Antworten f√ľr alle drei Handlungsstr√§nge. Dass Sandra Coco beobachtet und sie t√∂ten will. Dass ein Schatten im Schloss aus dem Spiegelkabinett fliehen konnte und sich an Coco als Bezugsperson klammert, was ihr nicht gerade gut tut. Details zu der Sache zwischen Zeman und Arnolds. Und als w√§ren diese Antworten auf dem Silbertablett nicht genug, leitet sie auch ihre Kr√§fte auf Coco √ľber, damit die Hexe kurzzeitig viel st√§rker wird.

Na dann hat man ja alles, um die Sache zu beenden. Da hätte Davenport lieber eine Handlung weglassen sollen und Coco allein die Antworten finden.

Ich schrieb, dass es dann zu verworren f√ľr mich wurde. Das liegt daran, dass Sandra sich nicht nur an Coco r√§chen will. Sie ist auch die D√§monin, die hinter dem Deal mit Arnolds steckt. Und ihre Halbschwester, die Frau von Arnolds. Der Schatten, der sich an Coco geklammert hat ist rein zuf√§llig jemand, der noch eine pers√∂nliche Rechnung mit Sandra und ihrer Halbschwester offen hat. Das sind eine ganze Menge Zufallszuf√§lle, weil Davenport am Ende wirklich alle Sachen irgendwie miteinander verkn√ľpfen wollte. Muss das denn sein?

Klar, man k√∂nnte jetzt auch lobend erw√§hnen, dass Davenport sich einen Kopf gemacht hat. Das stimmt. Tolle Geschichte mit einer v√∂llig √ľberraschenden Aufl√∂sung. Damit h√§tte ich nicht gerechnet. Weil es eben unlogisch und √ľbertrieben ist. Mir ist Zur√ľckhaltung lieber. Und dann noch die Hellseherin, welche die Helden nicht nur mit Antworten sondern auch Kr√§ften ausstattet. Ich mag solche reinen ¬ĄZweckfiguren¬ď nicht, mit etwas √úberlegen h√§tte man sicher auch eine andere L√∂sung gefunden.


Ein netter Roman, ich h√§tte mir nur einige Dinge anders gew√ľnscht. Sandras Rache an Coco. Der Schatten der Untoten, der die Hexe weiterhin t√∂ten will. Und die Pferdesache ganz weglassen. Nichts miteinander verkn√ľpfen, beide Handlungen unabh√§ngig voneinander laufen lassen.

groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen Baff Baff Baff Baff (6 von 10 Schnauzern)

__________________
Aktuelle Lesereihenfolge:

1. Professor Zamorra
2. John Sinclair
3. Dark Land
4. Dämonenkiller
5. Coco Zamis

                                    Das Gleichgewicht ist offline Email an Das Gleichgewicht senden Beiträge von Das Gleichgewicht suchen Nehmen Sie Das Gleichgewicht in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information
105181
Talis Talis ist männlich
Foren Gott




Dabei seit: 30.07.2016
Beiträge: 2226

08.06.2018 07:12
Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen

Hier mal ein kleiner Blick hinter die Kulissen. Hier könnt ihr das Exposé vom Einschubband in der Dämonenkiller-Zweitausgabe lesen. Viel Spaß dabei.

Dämenenkiller-Exposé 34
Titel: Eiskalt wie der Tod/Der schwarze Hengst/Das W√ľrgemal
Handlungsort: Wien/Nizza-Cannes
Handlungszeit: Februar (im Anschluß an vorangegangenen Band)
Autor: Neal Davenport
Termin: Nach Vereinbarung.
=========================================================

Vorbemerkungen:

Dieser Roman wird als Ersatz f√ľr die in der Neuauflage weggelassene Nr. 7: AMOKLAUF eingeschoben, soll aber weit mehr als ein L√ľckenf√ľller sein. In der DK-Serie klafft nach dem Zamis-Zyklus eine L√ľcke von ca. 3 Wochen; wichtige Ereignisse aus dieser Zeit wurden in den Folgeb√§nden nur erw√§hnt. Nun wollen wir sie aufrollen und ein wichtiges Bindeglied schaffen.

1. Wir wollen die Figur der Sandra Thornton beleben, die in Nr. 31: HEXENSABBAT als bösartige Hexe und Cocos Lehrerin Erwähnung findet (p 16)
2. In Bd. 34 wird im Finale geschildert, wie Coco und Dorian auf Schloß Behemoth und auf der Flucht vor der untoten Agnes Houlkmann (Cocos "Mutter") in ein Spiegelzimmer geraten.
Bekanntlich st√ľrzte die Untote in einen dieser Spiegel; Dorian sah als Spiegelbild, wie Coco von der Untoten gew√ľrgt wurde und dabei wirklich das Bewu√ütsein verlor. Wir sagen in diesem Band nun aus, da√ü, als Agnes in die Spiegelwelt verschlagen wurde, ein Etwas, ein Schatten, die rachs√ľchtige, lebenshungrige Seele eines der Opfer von Graf Behemoth, ins Diesseits verschlagen wurde und nun ein besonderes Verh√§ltnis, eine Art Abh√§ngigkeit, zu Coco hat und diese bedroht.
3. In Bd. 44, p 60 erinnert sich Dorian an eine Liebesnacht in Wien, bei der ihr gemeinsamer Sohn gezeugt wurde, und in Bd. 46, p 55 wird auf eben diesen Aufenthalt in Wien eingegangen.
Dort wird das Hotel "Imperial" genannt, wir sollten es allerdings auf das fiktive "Kaiserkrone" umtaufen. Herr Delfs m√ľ√üte diesen Namen dann aber auch in Bd. 46 √§ndern!
Die unter 3. festgehaltenen Aussagen sollten u.a. Ausgangspunkt f√ľr diesen Roman sein. Als Anfangsepisode sollte jedoch ein Ereignis stehen, da√ü scheinbar nichts mit der Haupthandlung zu tun hat.

Anfangsepisode:
Ein Gest√ľt irgendwo in S√ľdfrankreich. Es geh√∂rt dem schwerreichen Sektk√∂nig George Arnod, ein richtiger Pferdeliebhaber. Von diesem Gest√ľt kommen die besten Galopper, die horrende Preise erzielen und wahre Siegl√§ufer sind. Vater dieser Vollbl√ľter ist der schwarze Hengst "Capricorn", eine lebende Legende bereits, schier unerschwinglich und nat√ľrlich unverk√§uflich.
Aber irgendein Fanatiker hat sich in den Kopf gesetzt, diesen Hengst in seinen Besitz zu bringen. Er hat anonym einige Angebote gemacht, wurde von Arnod aber nur verlacht. Als sein Lizitieren nichts fruchtete, hat er gedroht, sich "Capricorn" eben auf andere Weise zu beschaffen. Auf dem Gest√ľt ist es zu verschiedenen merkw√ľrdigen Zwischenf√§llen gekommen, die der Anonymus angezettelt haben k√∂nnte (Autoreninfo: Bei dem Anonymus handelt es sich um einen D√§mon). Es ist alles wie verhext...
Es herrscht Aufbruchsstimmung auf dem Gest√ľt. Capricorn und ein paar andere Pferde sollen nach Cannes gebracht werden, wo zur Wintersaison einige Rennen stattfinden und sich Trainer aus ganz Europa treffen.
F√ľr zus√§tzliche Hektik sorgt eine tr√§chtige Stute, deren Besch√§ler "Capricorn" ist, von der man jede Stunde ein Fohlen erwartet. Arnod ist so nerv√∂s als w√§re er der Vater des Fohlens.
Endlich ist es soweit. Aber anstatt eines gesunden Fohlens wirft die Stute eine unförmige, zuckende Fleischmasse, aus dem sich ein unförmiger Schädel mit Raubtiergebiß reckt etc. Man kann sich Arnods Entsetzen vorstellen. Er ist auch um den Ruf von Capricorn besorgt, denn wenn bekannt wird, daß der Hengst Vater eines Monstrums ist...
Der Autor kann den Kampf gegen das unheimliche Monstrum schildern, wie es schließlich besiegt und verbrannt wird, um alle Spuren zu verwischen. Zeuge ist nur der Jockey Charles Casprin.
Inzwischen meldet sich aber wieder der Erpresser bei Arnod und sagt, da√ü dies nur ein Vorgeschmack dessen sein wird, wenn Arnod nicht endlich Capricorn ihm √ľberl√§√üt.
Der Autor kann das nach Belieben ausschlachten.

Haupthandlung:

Um die unheimliche Stimmung gleich anzuheizen, aus der Warte der Sandra Thornton beginnen. Sie ist eine gro√üe, magere Frau mit gelblicher, vertrockneter Haut und einem Geiergesicht, stechendem, b√∂sartigen Blick, grobknochigen, gichtig wirkenden H√§nden, verbitterten Gesichtsz√ľgen. Also der Prototyp einer alten Jungfer und b√∂sen Hexe. Letzteres ist sie auch, ersteres nicht, denn sie kann auf ein ausschweifendes Leben zur√ľckblicken. Uralt.
Sie wollte bei Behemonts Verm√§hlung mit Coco dabei sein, kam aber versp√§tet und fand das Schlo√ü in Flammen vor. Als sie von den panikartig fl√ľchtenden d√§monischen G√§sten h√∂rt, da√ü Coco und ihr Gef√§hrte Hunter, der in der Schwarzen Familie bereits sattsam bekannte D√§monenkiller, f√ľr Cyranos Tod und das Inferno verantwortlich sind, schw√∂rt sie furchtbare Rache.
Sie folgt den beiden unbemerkt nach Wien, quartiert sich im selben Hotel im Zimmer dar√ľber, n√§mlich 345 ein. Dort beobachtet sie und wartet auf ihre Gelegenheit.
Dorian und Coco (ihr Zimmer haben sie mit Dämonenbannern gesichert) trafen in der Hotelbar Marvin Cohen, der gekommen ist, um den Puppenmann Donald Chapman nach London mitzunehmen. Er hat einen speziellen Aktenkoffer, in dem er Chapman durch den Zoll bringen will. Cohen so unsympathisch wie je schildern, er
qu√§lt den Puppenmann wo er kann. Er schl√§gt ihm vor, ihn in einer ausgestopften Katze zu transportieren, oder ihm eine Spritze zu verpassen, die ihm vor√ľbergehend todes√§hnliche Starre verursacht, so da√ü er wirklich als Puppe gelten kann. Der Autor kann sich auch andere Gags einfallen lassen. Jedenfalls sollte man es so darstellen k√∂nnen, da√ü Don in der schummrigen Bar nicht auff√§llt, und wenn doch, so wird der Betroffene seinen Augen nicht trauen.
Coco und Dorian wollen sich von den Strapazen erholen und einige Tage Urlaub machen und gem√ľtlich nach London zur√ľckkehren. Bitte erw√§hnen, da√ü der O.I. Trevor Sullivan noch nicht wieder aufgetaucht ist.
Als Coco mal zur Toilette geht, wird sie von einer Gruppe junger Leute an der Bar angep√∂belt. Es handelt sich um Elmar Lang und seine Clique, die mit einem Privatjet noch diese Nacht nach Nizza fliegen, um beim dortigen Pferdespektakel dabei zu sein. Sie laden Coco ein, sie zu begleiten. Obwohl Cohen kein Deutsch versteht, erkennt er die Situation, und weil Dorian keinen Finger r√ľhrt, st√ľrzt er sich auf Lang und gibt ihm eins auf die Nase. Die Gem√ľter beruhigen sich aber. Nachdem Cohen mit Chapman abgereist ist, versuchen Dorian und Coco ihr Wiedersehen geb√ľhrend zu feiern, dabei tut Coco auch den Ausspruch, da√ü sie sich von Dorian ein Kind w√ľnscht (bitte wie in Bd. 44, p 60 w√∂rtlich √ľbernehmen).
Dorian nimmt das nicht sonderlich ernst, tut das als Ausbruch ihrer Gef√ľhle nach den bestandenen Gefahren ab. Ein Kind w√ľrde ihm gerade noch fehlen, das w√§re wie ein Klumpfu√ü im Kampf gegen die D√§monen. Das denkt er sich aber nur.
Sp√§ter bestellt Dorian zur Feier des Tages Sekt aufs Zimmer. Coco ist bis auf ein Halstuch v√∂llig nackt (damit bedeckt sie ihre W√ľrgemale).
Als es l√§utet, will Dorian hin, weil er den Zimmerkellner erwartet. Coco benimmt sich auf einmal seltsam, fleht ihn fast an, die T√ľr geschlossen zu lassen, ihre Stimme bricht.
Als Dorian dennoch √∂ffnet, sieht er zwar den Zimmerkellner, doch mit dem passiert Unheimliches. Er wird von einem schwarzen Etwas eingeh√ľllt, das eine Eisesk√§lte ausstrahlt und dem Mann offenbar die K√∂rperw√§rme und Lebensenergie entzieht. Dorian gelingt es, das unheimliche Etwas mit einem D√§monenbanner zu verjagen, bevor es den Kellner get√∂tet hat.
Inzwischen geb√§rdet sich Coco wie eine Besessene. Sie rei√üt sich das Tuch vom Hals, und Dorian sieht, wie ihr W√ľrgemal anschwillt und wie eine Wunde aufzubrechen droht. Dabei kommt es im Zimmer zu seltsamen Ph√§nomenen, als sei trotz der D√§monenbanner Schwarze Magie im Spiel. Schlie√ülich beruhigt sich Coco und die Effekte ebben ab.
Da Dorian kein Dummer ist, nimmt er an, da√ü der Geist der untoten Agnes Houlkmann Coco immer noch bedroht. Doch Coco, ziemlich ersch√∂pft, verneint das. Von ihrer "Mutter" Agnes drohe ihr bestimmt keine Gefahr mehr. Aber es w√§re vielleicht doch ganz gut, Wien zu verlassen. Sie wei√ü auch schon, auf welche Weise und wohin. Ohne lange zu fackeln kleidet sie sich an und begibt sich mit Dorian in die Bar (vorher mu√ü der Hotelarzt verst√§ndigt werden, der sich um den "unterk√ľhlten" Kellner k√ľmmert). Dort findet sie Lang und seine Clique vor. Sie hypnotisiert ihn (macht ihm "sch√∂ne Augen"), und daraufhin l√§dt er sie beide wie uralte Freunde zum Flug nach Nizza ein.
(Die Hexe Sandra hat das alles nat√ľrlich mitbekommen. Und wenn der Autor glaubt, sich damit nichts zu vergeben, kann er zu ihr umblenden. In diesem Fall mu√ü er es aber so darstellen, da√ü sie den Schatten nicht auf Coco gehetzt hat, diesen sogar ein wenig f√ľrchtet. Dennoch hofft sie, da√ü der Schatten sich Cocos K√∂rper bem√§chtigen wird, denn das ist offenbar seine Absicht).
Der Flug nach Nizza und das Drumherum soll dem Autor dazu dienen, Lang schildern zu lassen, was sich in Cannes in Sachen Pferdesport tut - und daß er mit seinen Freunden vor allem des legendären Capricorn wegen hinfliegt. Zum anderen kann der Autor durch Action aufzeigen, daß der Schatten Coco weiterhin folgt.
Der Clique geh√∂rt auch Katja Leiner an, ein Nymphchen, die's mit jedem treibt. Sie macht auch dem attraktiven Dorian sch√∂ne Augen. Als sie jedoch einen Blick von Coco einf√§ngt, wird ihr auf einmal ganz anders. Sie leidet an Erstickungsanf√§llen, ihr Gesicht schwillt an, etwas Schwarzes wirbelt um sie herum und eine Eisesk√§lte h√ľllt sie ein. Coco leidet synchron unter ihrem W√ľrgemal, aber mit letzter Kraft begibt sie sich zu Katja, und durch die k√∂rperliche Ber√ľhrung wird der Schatten verscheucht.
Dorian registriert den Vorfall mit Besorgnis, aber Coco beruhigt ihn. Wenn sie erst weiter vom Ort des Geschehens entfernt sind, wird alles gut.
Aber nach der Landung in Nizza stellt Dorian fest, da√ü Katja nicht mehr unter ihnen ist. Er sucht nach ihr, findet in einem dunklen Winkel einen K√§ltepol vor - und einen Haufen schmelzender Eiskristalle, der ann√§hernd noch menschliche Umrisse zeigt. Zu Coco zur√ľckgekehrt, stellt er die abklingenden Symptome von Atemnot bei ihr fest. Sie beteuert, da√ü alles in Ordnung sei. Dorian l√§√üt sich aber nicht mehr hinhalten, verlangt, da√ü sie Dieter Houlkmann nachreisen, um den Spiegel zu zerst√∂ren, den er im Andenken an seine Mutter mitgenommen hat.
Coco sagt wieder, da√ü Agnes ihr nichts mehr anhaben k√∂nne, gibt aber zu, da√ü irgend etwas anderes aus dem Spiegel auf sie √ľbergesprungen sein mu√ü. Sie f√ľrchtet nun, da√ü sie eine Spur des eiskalten Todes hinter sich nachziehen wird...
(Und das soll in der Folge auch so sein. Der Autor soll sich ähnliche Episoden einfallen lassen, in denen der Schatten immer wieder zuschlägt, nach Möglichkeit aber immer einen Dreh finden, wie Dorian das Schlimmste verhindert. Das gibt Action am Rande).
...und möchte sich mit Dorian von den anderen absondern.
Aber Lang besteht darauf, da√ü sie mit der ganzen Clique auf dem Gut eines befreundeten Z√ľchters wohnen. Es ist ein Deutscher mit Namen G√ľnter Zemann und Besitzer der Stute "Halloween", die dem schwarzen Hengst an Feuer kaum um etwas nachsteht. Lang deutet auch an, da√ü Arnod und Zemann √ľbers Kreuz sind, verr√§t aber
vorerst nicht den Grund.
Dorian und Coco werden von Zemann als Langs Freunde herzlich aufgenommen, k√∂nnen es aber erreichen, da√ü sie in einem abseits gelegenen Bungalow wohnen d√ľrfen.
Der Autor soll nun ein geselliges Beisammensein mit Fachsimpeleien schildern. Dabei kommt auch der Streit zwischen Zemann und Arnod zur Sprache. Der Grund ist der, da√ü Zemann Capricorn zum Besch√§ler f√ľr Helloween haben wollte, die beiden konnten sich aber nicht einigen, und seit damals stehen sie auf Kriegsfu√ü. Als der Schatten in diesem Augenblick zuschl√§gt - Dorian gerade noch das Schlimmste verhindern kann - und auch das Mobiliar durcheinanderwirbelt, behauptet Zemann, da√ü nur Arnod daran schuld sei. Er sagt: "Der ist ja mit dem Teufel im Bund Capricorn ist der Teufel!" Die anderen lachen dar√ľber, Zemann aber scheint es ernst zu meinen.
In der folgenden Nacht erwacht Coco durch einen seltsamen Singsang, der ihr bekannt vorkommt. Sie folgt ihm (es ist ein "Wiegenlied", mit dem Sandra Coco als Halbw√ľchsige in ihren Bann geschlagen hat, um sie z√§hmen zu k√∂nnen) und ger√§t fast in eine magische Falle, durch die der Schatten Macht √ľber sie bekommen h√§tte. Sie erwacht im letzten Augenblick durch Dorian aus der Trance, der ihr gefolgt ist. Coco wei√ü aber nun, da√ü au√üer dem Schatten noch jemand hinter ihr her ist. Da√ü das Wiegenlied von Sandra stammt, wei√ü sie nicht. Aber sie kann sich zusammenreimen, da√ü jemand sie dem Schatten ausliefern will.
Der Autor soll nun Rennatmosph√§re machen. Auf dem Rennplatz kommt es zu einem Zusammensto√ü zwischen Arnod und Zemann, bei dem einer dem anderen nichts schenkt. Zwischen den Leibw√§chtern kommt es sogar zu Handgreiflichkeiten. Und der Schatten mischt mit, indem er zwei Streith√§hne unterk√ľhlt.
Coco schnappt auf, daß Arnod vorhat, die bekannte Hellseherin Leva Croison aufzusuchen und entschließt sich ebenfalls zu einem Besuch. Die Croison gilt als wirklich begabt und mit dem zweiten Gesicht ausgestattet. Coco will von ihr erfahren, wie der Name des Schatten ist, um etwas gegen ihn unternehmen zu können.
In der Folge - und auch schon vorher - kann der Autor um der Action willen immer wieder zu Arnods Stallungen umblenden. Dort kommt es immer wieder zu schrecklichen Vorfällen, die der Sektkönig immer wieder vertuscht. Einmal dreht Capricorn durch und trampelt seinen Stalljungen nieder. Nachts schleicht sich ein unbekannter "Schlächter" in die Stallungen, trotz der Bewachung, und köpft wertvolle Pferde.
Daraufhin meldet sich der anonyme Erpresser, der sich nun tatsächlich als "Schlächter" vorstellt, und droht, dasselbe mit Capricorn zu machen - die Möglichkeit dazu hat er ja, wie er bewies.
Arnod verd√§chtigt nat√ľrlich sofort seinen Erzrivalen Zemann der Tat. In seiner Verzweiflung beschlie√üt er, die bekannte Hellseherin Leva Croison aufzusuchen.
Die Croison wohnt einsam und abgelegen in einem verfallen wirkenden Haus an der K√ľste, nahe von Cannes. Arnod trifft zum vereinbarten Termin ein. Au√üer der Croison sitzen noch drei Medien am Tisch. Die Seance beginnt. Arnod will wissen, wer der Erpresser ist. Zu diesem Zweck hat er einige von der Croison verlangte Utensilien mitgebracht. Speichel, Haare und Blutprobe von Capricorn etc.
Die Croison selbst ist bis zur Unkenntlichkeit vermummt, sie wirkt unter den T√ľchern jedoch krumm und verwachsen - eine unheimliche Ausstrahlung. Sie versetzt sich in Trance und beginnt sich bald unter Qualen zu kr√ľmmen, st√∂hnt furchterregend. Sie sieht vergangene und kommende Schrecken, Blut: Pferdeblut, einen verst√ľmmelten Pferdekadaver usw. Sie stammelt, da√ü auf Capricorn ein Fluch laste. Arnod will davon nichts wissen, er verlangt den Namen des Erpressers, und die Croison meint klagend: Der ihn erschaffen hat und der ihm am n√§chsten ist, wird den Hengst im Augenblick des Sieges rituell richten. Und sie schildert den Zieleinlauf eines Rennens, bei dem Capricorn bei erreichen der Ziellinie f√∂rmlich in einer Blutorgie endet.
Weiter kommt die Croison nicht, denn plötzlich ist eine Eiseskälte im Raum, eines der Medien wird von einem Schwarz bedroht und ist dem Erfrierungstod nahe.
Da platzt Coco, die Arnod heimlich gefolgt ist, in den Raum und sprengt so die Seance. Arnod, der sie bei Zemann gesehen hat, verdächtigt nun auch Coco. Doch bevor sich die Situation zuspitzen kann, greift Dorian ein und Arnod wird hinauskomplimentiert.
Der DK, Coco und die Croison sind nun allein. Coco erz√§hlt ihr von dem Schatten der sie bedroht und schildert ihr sogar die n√§heren Umst√§nde, sie vertraut der Croison. Diese will wissen warum, da l√ľftet Coco ihre T√ľcher, darunter kommt ein h√§√üliches, verwachsenes Weib zum Vorschein. Coco sagt ihr ins Gesicht, da√ü sie mal eine Hexe der Schwarzen Familie war, jedoch von dieser ausgesto√üen wurde und nun als Freak leben mu√ü. Aber Coco glaubt, da√ü sie immer noch das zweite Gesicht hat, darum vertraut sie sich ihr an.
Die Croison verspricht, Coco zu helfen. Sie legt ihre H√§nde auf Cocos W√ľrgemal und versinkt in Trance. Dorian ist aufmerksamer Beobachter. Die Croison ruft den Schatten, bekommt Kontakt mit ihm. Sie erf√§hrt, da√ü sein Name "Craft" war und er vor vielen Jahren, noch vor Cocos Zeit auf Schlo√ü Behemoth, ein Opfer von Behemoth wurde, der ihn des K√∂rpers beraubt und ihn in einen Spiegel seines Spiegelkabinetts bannte. Seit nun Craft aus diesem Gef√§ngnis befreit wurde, ist er auf der Suche nach einem K√∂rper. Er steht in besonderer Beziehung zu Coco, denn sie ist sein Bezugspunkt in der Realwelt, andere K√∂rper kann er nicht √ľbernehmen, bei jedem solchen Versuch erstarren diese zu Eis.
Das ist die Erkl√§rung daf√ľr, da√ü Coco eine F√§hrte des kalten Todes hinter sich nachzieht.
Die Croison dringt tiefer und bekommt heraus, da√ü Behemoth oft mit einer Frau ins Spiegelzimmer kam, um ihn, Craft, zu qu√§len. Diese Frau ha√üt der Schatten noch mehr als Behemoth. Als Coco die Beschreibung dieser Frau h√∂rt, erkennt sie sofort: Sandra Thornton, und sie erinnert sich nun auch sofort des Wiegenliedes. Damit steht f√ľr sie fest, da√ü diese Hexe ihr nachstellt.
Die Seance endet damit, da√ü sich der lebenshungrige Schatten der Croison bem√§chtigen will. Gleichzeitig dringen Schl√§ger ins Haus ein, die es auf Coco und Dorian abgesehen haben, in einem von ihnen erkennt Dorian einen Leibw√§chter von Arnod. Arnod gibt offenbar alle Schuld ihnen. Coco und Dorian m√ľssen fl√ľchten. Als sie zu Zemanns Gut kommen, stellt Coco fest, da√ü Sandra ihr zuvorgekommen ist. Die Hexe befindet sich bei dem Pferdez√ľchter und hetzt ihn gegen sie auf. Sie m√ľssen sogar bef√ľrchten, da√ü Zemann derjenige ist, der Arnod erpre√üt und mit Sandra sich verb√ľndet hat.
Den beiden bleibt nur noch Arnod selbst als letzter Ausweg. Schildern, wie sie sich in der kommenden Nacht durch den Bewachungsring zu Arnods Herrenhaus durchschlagen. Dabei f√§llt ihnen eine kleine, dunkle Gestalt auf, die in den Stall schleicht und sich an Capricorn heranmacht, mit dem Hengst irgend etwas anstellt. Coco und Dorian sind √ľberzeugt, da√ü es sich um einen D√§mon handelt. Der letzte Beweis wird erbracht, als sich Cocos Schatten auf die Gestalt st√ľrzt, von dieser aber abgewehrt wird. Dabei verliert der Unbekannte aber etwas.
(Dieser Gegenstand sollte auf einen Jockey hinweisen). Coco und Dorian untersuchen Capricorn und stellen fest, daß sich auf seinem Fell ein schwarz-magisches Zeichen befindet, mit dem Dämonen Opfertiere kennzeichnen. Coco verändert dieses Zeichen, so daß es eine ganz andere Wirkung hat.
Nun suchen die beiden Arnod auf, wecken ihn aus dem Schlaf. Coco macht ihn durch Hypnose gef√ľgig und erf√§hrt von ihm die wahren Hintergr√ľnde:
Arnod hat sich als Pferdenarr mal auf einen Packt mit einem D√§mon eingelassen. Der D√§mon hat ihm daf√ľr Capricorn geschenkt, das feurigste Pferd - das tats√§chlich "den Teufel im Leibe" tr√§gt - das es je gab. Der D√§mon hat aber verlangt, da√ü er Capricorn am Gipfel seines Ruhmes zur√ľckbekommt, um das Pferd schlachten zu k√∂nnen. Damals hat Arnod dem zugestimmt, doch nun weigert er sich, die Abmachung einzuhalten. Er kann doch nicht zulassen, da√ü ein solches Pferd einem heidnischen Ritual geopfert wird.
Coco und Dorian k√∂nnen sich nun einiges zusammenreimen. Als sie erfahren, da√ü Capricorn beim morgigen Rennen starten soll, ist es f√ľr sie klar, da√ü der Zieleinlauf gleichbedeutend mit dem Opferzeremoniell sein soll. Sie begeben sich zum Rennplatz und finden im Zieleinlauf die gleichen magischen Symbole wie auf Capricorns Fell vor. Coco √§ndert auch diese.
N√§chster Tag. Rennatmosp√§hre. Wir kommen zum Finale, in dem Capricorn gegen Halloween antreten soll. Ich habe zwei Varianten f√ľr den Schlu√ü ausgearbeitet, die ich noch m√ľndlich mit dem Autor besprechen will.
Die erste Variante sieht vor, da√ü Capricorn vor Halloween ins Ziel kommt, sozusagen um Nasenl√§nge. W√§hrend des Zieldurchlaufs verwandelt sich der Jockey Charles Casprin in eine haarige Gestalt. Er ist n√§mlich der D√§mon, so eine Art Vampir, der es auf das Blut edler Tiere abgesehen hat, und er giert daher nach Capricorns Blut. Die von ihm angebrachten magischen Symbole sollten bewirken, da√ü er Capricorn w√§hrend des Einritts opfern kann. Die Croison hat es in einer Vision gesehen, wie er sich im Reiten √ľber den Hals des schwarzen Hengstes beugt und sich mit seinem Raubtiergebi√ü festsaugt. W√§re das ein Spektakel gewesen, eines Opferrituals w√ľrdig - vor Tausenden von Zeugen, die gar nicht wirklich mitbekommen, was wirklich passiert. Da Coco die Symbole jedoch ver√§ndert hat, wird der Jockey-D√§mon jedoch von Capricorn abgeworfen und niedergetrampelt.
Die 2. Variante ist vielleicht besser, weil sie im Finale alle Handlungsstränge vereinigt und einen runderen Schluß ergibt: Durch Cocos Manipulation mit den magischen Symbolen geht der schwarze Hengst mit seinem dämonischen Jockey durch, folgt sozusagen dem Stallgeruch.
Dorian, der sich mit Coco unter die Zuschauer gemischt hat, entdeckt in der N√§he eine h√§√üliche d√ľrre Frau, auf die die Beschreibung von Sandra pa√üt. Gleichzeitig ist ein ferner Singsang zu h√∂ren (Wiegenlied). Als sich Dorian w√§hrend des Zieleinlaufs nach Coco umblickt, ist diese verschwunden. Er will sich auf die Suche nach ihr machen, wird aber von Arnods Leibw√§chtern gestellt und gewaltsam mitgenommen. Die Leibw√§chter handeln aber offenbar nicht in Arnods Auftrag, sie wirken d√§monisiert und scheinen unter fremdem Zwang zu handeln.
Dorian wird von ihnen zu Arnods Stallungen gebracht. Hier herrscht eine unheimliche Atmosph√§re, die Ausstrahlung von D√§monen ist fast k√∂rperlich zu sp√ľren. Als Dorian in den Stall gebracht wird, ist dieser bereits f√ľr eine Schwarze Messe hergerichtet. Sandra Thornton und der Casprin sind die Hohepriester. Es soll sozusagen eine Multi-Media-Opferung werde, bei der Capricorn, Arnod und Coco gleichzeitig drankommen - und nun auch der DK.
Doch nun kommt Cocos Manipulation mit den Symbolen zum Tragen. Capricorn wird auf einmal tollw√ľtig und trampelt den D√§mon, seinen Sch√∂pfer, Casprin nieder. Und nun ruft Coco auch den Schatten Craft an und demaskiert ihm Sandra Thornton als seine Peinigerin von Schlo√ü Behemoth. Sandra versucht nat√ľrlich, dem Schatten Cocos jugendlichen K√∂rper schmackhaft zu machen, aber Crafts Ha√ü ist st√§rker. Er st√ľrzt sich auf die Hexe und l√§√üt alle ihre Lebensenergie und ihre K√∂rperw√§rme in einer eisigen Explosion frei werden. Der Stall wirkt daraufhin wie eine Tiefk√ľhlhalle - und Capricorn erliegt den abbekommenen Erfrierungen (Ich stelle mir vor, da√ü den erhitzten Hengst der Schlag treffen k√∂nnte).
Damit ist die Sache gelaufen, alle Probleme erledigt. Coco und Dorian schlagen Arnods Einladung aus, wollen irgendwo auf dem Land in einem einsamen Haus f√ľr einige Tage ausspannen, bevor sie nach London zur√ľckkehren, ihre Schwierigkeiten mit dem Secret Service (der Inquisitions-Abteilung geht es an den Kragen) l√∂sen und nach Trevor Sullivans Aufenthalt forschen.
Damit den Roman beenden.

Schlußbemerkung:

Es braucht wohl nicht extra vermerkt zu werden, da√ü der Autor f√ľr den Handlungsablauf freie Hand hat, auch gegen den im Expo festgelegten Rahmen. Die Ausarbeitung wird zeigen, wie der den Ablauf ab besten aufbaut.
Das im Expo zitierte Wiegenlied ist kein Schlummerlied f√ľr Babys, sondern mehr ein Bannlied f√ľr Hexen-Novizinnen, mit dem sie im Zaume gehalten werden.
Mir ist dazu ein Text eingefallen, den der Autor verwenden kann (oder auch nicht), wenn er ihm als nicht zu blöd erscheint:

Kleine Hexe, schlafe, schlafe,
Zähl die Wölfe, nicht die Schafe,
Denk an Schlangen, W√ľrmer, Unken,
Bis Du in den Schlaf gesunken,
Träum von Hexen und Dämonen, Kind,
Die doch Deine Geschwister sind.

Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von Talis am 09.06.2018 07:27.

                                    Talis ist offline Email an Talis senden Beiträge von Talis suchen Nehmen Sie Talis in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information
105205
Das Gleichgewicht Das Gleichgewicht ist männlich
Team




Dabei seit: 24.09.2008
Beiträge: 8762

08.06.2018 17:21
Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen

Finde ich beachtlich, dass den Autoren so viel Vertrauen entgegengebracht wurde und sie das Expose ab√§ndern d√ľrfen.

__________________
Aktuelle Lesereihenfolge:

1. Professor Zamorra
2. John Sinclair
3. Dark Land
4. Dämonenkiller
5. Coco Zamis

                                    Das Gleichgewicht ist offline Email an Das Gleichgewicht senden Beiträge von Das Gleichgewicht suchen Nehmen Sie Das Gleichgewicht in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information
105225
Olivaro Olivaro ist männlich
Team


Dabei seit: 15.05.2013
Beiträge: 5320

08.06.2018 18:17
Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen

Bei Kurt Luif wusste Ernst Vlcek seine Expos√©s in guten H√§nden, immerhin haben die beiden die Serie mehr (Vlcek) oder minder (Luif) ins Leben gerufen und ihr Kind √ľber die ersten 20 Romane alleine begleitet. Wenn man die Expos√©s mit den fertigen Romanen der anderen Autoren vergleicht, so haben diese sich ungleich mehr an die Vorgaben gehalten, als dies bei Kurt Luif geschehen ist. Neal Davenport lag die Serie wie keinem anderen am Herzen, wie man auch an den neuen Romanen der Zweitauflage feststellen konnte.

__________________
Es d√§mmerte, ein Windsto√ü fuhr durch das welke Laub unter den B√§umen, da√ü es raschelte. Dr√ľben auf dem neuen Friedhof wurden die roten Lichter sichtbar, die die Leute an Allerseelen auf die Gr√§ber gestellt hatten und die immer noch brannten.

Fanny Morweiser: Laura

                                    Olivaro ist offline Email an Olivaro senden Beiträge von Olivaro suchen Nehmen Sie Olivaro in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information
105227
Das Gleichgewicht Das Gleichgewicht ist männlich
Team




Dabei seit: 24.09.2008
Beiträge: 8762

11.06.2018 17:35
Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen

Dorf der Kannibalen

von Gay D. Carson



Mit Gay D. Carson gibt es einen neuen Autor im DK-Team, dessen Pseudonymwahl etwas ungl√ľcklich ist. Vielleicht bin ich auch nur etwas kindisch. Auf seinen Einstandsroman war ich sehr gespannt. Ausgerechnet er schreibt nun einen Sullivan-lastigen Roman, der es bei mir sehr schwer hat. Immer wieder Gedanken und Erw√§hnungen, die meinen Blutdruck in die H√∂he treiben. Dorian ist also besorgt um ihn, weil er sich nicht mehr melden. Er will ihm sogar helfen, falls er Probleme hat. Wenigstens trifft der D√§monenkiller Sullivan nicht pers√∂nlich, auch wenn es zwischendurch so aussieht. Da kann ich dieses unvermeidliche Ereignis noch ein wenig verdr√§ngen. Ich wei√ü echt nicht, wie ich reagiere, wenn Sullivan wieder Teil der Serie wird. Verdammt, wieso lassen die Autoren ihn erst das Team verraten und gegen Dorian agieren und ber√ľcksichtigen diesen Kracher dann einfach nicht?

Ich konzentriere mich besser auf Carsons Roman. V√∂llig √ľberraschend f√§ngt eine gewisse Eva den D√§monenkiller ab und behauptet, ein Kontakt von Sullivan zu sein, der sich im D√∂rfchen Witchcraft mit ihm treffen will. Seltsame Sache, das. Und es wird noch seltsamer, Dorian m√ľsste eigentlich sofort misstrauisch werden. Das Hotel ist optisch genau so, wie er es sich vorgestellt hat. Personen im Hotel sehen zuf√§llig Bekannten von ihm extrem √§hnlich. Und Szenen im Hotel ver√§ndern sich immer mal kurz.

Bald l√§uft er auch schon in die erste Falle. Das Badezimmer erhitzt sich enorm. Er kommt nicht raus und w√ľrde bei lebendigem Leibe gekocht werden. Zum Gl√ľck rettet ihn Eva, von der der Leser grob wei√ü, dass sie in die Sache hier involviert ist. Warum hilft sie ihm hier? Das w√§re es f√ľr Hunter gewesen.

Die unschönen Ereignisse häufen sich. Irgendwer hat seine Dämonenbanner geklaut, im ganzen Dorf ist das Telefonnetz zusammen gebrochen, ein Touristenbus hat gerade jetzt eine Panne hier. Endlich durchschaut er die Illusionen und wird misstrauisch. Als die Kannibalen das merken, wird er von einem angegriffen.

Ich habe vermutet, dass die Schwarze Familie hinter allem steckt. Wer hat schon die Macht, ein ganzes Dorf in eine komplexe Illusion zu h√ľllen? Nachdem Dorian wieder einmal die Pl√§ne der D√§monen vereitelt hat, beauftragt man die Kannibalen damit, ihm eine Falle zu stellen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Offenbar sind die Kannibalen von der Schwarzen Familie abgeschnitten und suchen Kontakt, den Dorian herstellen soll. Deshalb brauchen sie ihn lebend. Aber wieso greifen sie ihn dann aggressiv an, mit der Absicht, ihn zu t√∂ten? Jedes mal wenn eine Frage aufgekl√§rt wird, entsteht vermeintlich durch einen Widerspruch eine neue.

Eva entpuppt sich als Medium, dass von den Kannibalen angezapft wird. Sie wei√ü nicht, was mit ihren Kr√§ften genau angestellt wird. Das wurde im Prolog aber anders dargestellt, wo sie eindeutig b√∂se war und zur Gegenseite geh√∂rte. Kommt der Autor da durcheinander und hat kein gutes Storykonzept? Immerhin ist Sullivan wirklich hier, um sich mit Dorian zu treffen, und war kein Lockmittel. Aber wieso sollte er sich mit dem D√§monenkiller gerade an so einem gef√§hrlichen Ort treffen wollen? Und wieso hat Eva ihn nicht direkt zu ihm gef√ľhrt, sondern erst ins Hotel, wo er fast gestorben w√§re? Wenn man f√ľr DK einen anderen Pfad eingeschlagen h√§tte, k√∂nnte das ein Versuch von Sullivan sein, Dorian loszuwerden, bevor der beim Secret Service gegen ihn aussagen kann. Was w√§re das f√ľr ein toller Plot geworden, aber das kann ich ja vergessen.

Der n√§chsten Falle stellt Dorian sich mit den neu erlangten Informationen bewusst. Einer L√∂sung kommt man daf√ľr aber irgendwie auch nicht n√§her. Das gesamte Bild ist irgendwie schwammig und passt nicht richtig. Ziemlich verworren und widerspr√ľchlich.

Die Touristengruppe dient auch nur dazu, dass zwischendurch mal jemand auf verschiedene Arten getötet wird. Sechs Leute hat es schon erwischt, als der Rest kurz aus der Illusion erwacht. Aber sie sind eingeschlossen und können hier eh nicht weg. Als Eva Dorian endlich zu Sullivan bringen will, muss der erst noch die Touristen retten und das Aufeinandertreffen verzögert sich weiter. Eva hilft ihm dabei, dann geht es weiter zum I.O. Wird aber auch Zeit, dass hier mal was passiert! Sullivan erklärt, dass er hier festgehalten wird und nicht weg kann. Das ergibt doch alles keinen Sinn. Undurchdacht wie die Romane eines gewissen Heftroman-Altmeisters.

Und dann verwandelt sich Sullivan auch noch in Eva. Er war also doch nicht hier. Ja, wie denn nun? Carson offenbart an dieser Stelle die √ľberraschende wahre Geschichte, die einiges erkl√§rt. Eva ist eine Hexe, die vor langer Zeit hier in ihrem Anwesen verbrannt wurde. Als starke D√§monin hat sie das √ľberlebt, im Gegensatz zu ihren Knechten, die sie als untote Kannibalen wiedererweckt hat. Ist man als Zombie eigentlich Kannibale, wenn man Menschenfleisch frisst? Das ist doch normal. Die Viecher sind eher ein Zwischending. Ich will mal nicht zu genau sein. Der Kontakt zur Schwarzen Familie ist abgebrochen, als Eva selbst angefangen hat, Menschenfleisch zu essen. Weil das widerlich ist wurde sie ausgesto√üen. Zum einen isst die Schwarze Familie doch selbst Menschenfleisch, zum anderen h√§tte man sie eher zum Freak gemacht. Details bleiben unstimmig, aber das kann bei einem so komplexen Verwirrspiel schonmal passieren. Wenn man nicht den Anspruch an sich hat, ein exzellenter Autor zu sein. Ich finde es erstmal toll, dass Carson die Sache noch so wenden kann und sich echt Gedanken gemacht hat.

Auch die Touristen werden nun wichtig. Dorian soll Asmodi nicht nur f√ľr Eva beschw√∂ren, sondern auch gleich als Vers√∂hnungsgeschenk herhalten. Sonst sterben die Menschen. Eine Zwickm√ľhle f√ľr den D√§monenkiller. Auch hier hat der Autor eine interessante Idee, die aber zu kompliziert umgesetzt wurde, weil es wieder kleine Fehlerchen gibt. Dorian √ľberzeugt die Kannibalen, dass ihre Herrin sie bald allein zur√ľck lassen wird. Die h√§tten Eva dann einfach angegriffen und zerfleischt. Dorian h√§tte sie erledigt, denn so gef√§hrlich wie die Hexe sind sie f√ľhrerlos nicht. ENDE.

Da Eva seine Gedanken liest, denkt Dorian daran, wie er Asmodi au√üerhalb des Hotels beschw√∂rt (dass der tot ist und Olivaro der neue Schwarze F√ľrst, wei√ü Eva nicht) und Eva f√§llt darauf herein. Sollte sie diesen Trick nicht sofort durchschauen? Die Aktion ist sowieso unwichtig, weil die Kannibalen sie jetzt angreifen. Sie versucht die aufm√ľpfigen Untoten durch einen Zauber zur√ľck zu halten, doch einer ist immun. Weil er es ist, der Dorian die D√§monenbanner gestohlen hat und diese jetzt noch bei sich hat. Wie ist das m√∂glich, die h√§tten ihn doch sofort vernichten m√ľssen? Der Kannibale t√∂tet Eva, was die gesamte Illusion verpuffen l√§sst. Dorian kann die Touristen dieses mal wirklich retten und das Haus verbrennt. Zuf√§llig kann sich ausgerechnet der Kannibale mit den D√§monenbannern brennend aus dem Geb√§ude retten, so erh√§lt Dorian die Steinchen zur√ľck. H√§tte man auch weglassen k√∂nnen, dann h√§tte er in London eben neue herstellen m√ľssen.

Der Einfall ist nett, aber das Ende hat dann doch einige Schwachstellen. Moment, das Ende? Es sind doch noch Seiten √ľbrig? Die muss man ja irgendwie f√ľllen. So liest sich der Rest der Geschichte dann auch. Dorian konzentriert sich auf das abbrennende Geb√§ude, der verletzte Kannibale kann fliehen und versteckt sich. Als Dorian auf einem Lastwagen per Anhalter Richtung London mitgenommen wird, schleicht sie der Kannibale auf die Ladefl√§che. Nun f√§llt Dorian ein, dass er den verschwundenen letzten Untoten vielleicht doch noch finden und vernichten sollte. Also steigt er aus und l√§uft zu Fu√ü zur√ľck Richtung Ruine. Der Kannibale hinterher. Dabei f√§llt er einen Zivilisten an, macht Dorian auf sich aufmerksam und wird get√∂tet. Wirklich reine Seitenschinderei f√ľr mich, aber ich dr√ľcke ein Auge zu.


Im Kern ist der Roman ein einfacher Fall der Woche. Der Blick auf Sullivan macht mich weiterhin rasend. Und das letzte Drittel der Geschichte hat seine Makel. Daf√ľr war der Rest eine sch√∂ne Abwechslung. Normalerweise ist eine Handlung verworren und widerspr√ľchlich bis zum Ende, die Logikfehler bleiben bestehen und werden nicht irgendwie aufgekl√§rt. Hier wurde ich mal falsch bewiesen. Da Eva eine manipulative Hexe ist erz√§hlt sie Dorian und dem Leser lange Zeit Bl√∂dsinn und ihre Illusionen verwirren noch mehr. Ihr Plan war sowieso zum Scheitern verurteilt, Olivaro h√§tte sie wohl kaum wieder aufgenommen. Bis dahin aber gut durchdacht, auch ich h√§tte nicht damit gerechnet, wie Dorian sich aus dieser Klemme befreit. Nicht heftromantypisch durch einen Zufall oder ein Wunder, sondern indem er Evas Gefolge beschwatzt.

Ob Carson weiterhin solche gut konzipierten Geschichten schreibt? Wäre ein Grund, dem DK treu zu bleiben.
Mit Wohlwollen und einem Einstiegsbonus w√ľrde ich groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen Baff Baff (8 von 10 Schnauzern) vergeben.

__________________
Aktuelle Lesereihenfolge:

1. Professor Zamorra
2. John Sinclair
3. Dark Land
4. Dämonenkiller
5. Coco Zamis

                                    Das Gleichgewicht ist offline Email an Das Gleichgewicht senden Beiträge von Das Gleichgewicht suchen Nehmen Sie Das Gleichgewicht in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information
105323
Talis Talis ist männlich
Foren Gott




Dabei seit: 30.07.2016
Beiträge: 2226

12.06.2018 08:10
Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen

Hier mal ein wieder ein kleiner Blick hinter die Kulissen der DK-Serie, ein Auszug aus DK-Exosé Nr. 35:

DAS DORF DER KANNIBALEN
DIE KANNIBALEN

Der Dämonenkiller 35
Schauplatz; Dorf in England (fiktiv)
Zeit: März (Gegenwart)
Autor: Baumann-Willow

Titelbild: (liegt als Dia vor - "MURIANA - 6 TE")
schlanker Mann in blauem, enganliegenden Mantel (sieht NOSFERATU √§hnlich) kommt eine Holztreppen herunter; sein Sch√§del ist kahl, hat gelblichen Teint und Spitzohren; hat √ľberdimensional gro√üe Pranken, die mit Krallen bewehrt sind.
Ach ja: gro√üe Glubschaugen mit durchdringendem Blick, Oberlippenbart geht in Kinnbart √ľber, fletscht Z√§hne, deren obere Reihe aus langen, kreuz und quer stehenden Nagern besteht.
Keine Vampirzähne! Wir interpretieren, daß es die eines Kannibalen sind. Im Hintergrund an der Wand hängt Bildnis eines blonden Mädchens in einem weißen, bodenlangen Kleid.

Vorbemerkungen:
Mit Herrn Baumann d√ľrfen wir einen neuen Autor in unserem Team begr√ľ√üen, der in der VAMPIR-Reihe unter dem Pseudonym John Willow ein bemerkenswertes Debut gefeiert hat. Um ihm den Einstand bei OK zu erleichtern, bekommt er ein Separatabenteuer zur Ausarbeitung, bei dem er sich nur auf die Charakterisierung der Person unseres Helden Dorian Hunter zu konzentrieren braucht.
Da dieses Exposé noch vor den Nummern 33 und 34 gemacht wird, in denen die Zamis-Saga abgeschlossen wird, sollte der Autor auf vorangegangene Geschehnisse nur eingehen, die im Handlungsteil des Exposés extra erwähnt sind.
Was die Person des Dorian Hunter betrifft, so ist dessen Charakterisierung aus den vorliegenden B√§nden ersichtlich, und zum Teil aus den Expos√©s. Es sei aber noch einmal darauf hingewiesen, da√ü Dorian keine Unsterblichkeit mehr besitzt, da√ü er keine √ľbernat√ľrlichen F√§higkeiten hat - aber andererseits hat er ein Gesp√ľr f√ľr D√§monen entwickelt, was aber Irrt√ľmer nicht ausschlie√üt. Er ist im Besitz eines alt√§gyptischen Amuletts, das aber bisher nur von Davenport-Luif in den Romanen erw√§hnt wurde und dortselbst zum Einsatz kam. N√§her beschrieben wurde es nicht. Unser DK hat auch gro√ües Wissen um die Magischen K√ľnste, schwarze wie wei√üe, das ihm im Kampf gegen D√§monen sehr n√ľtzlich ist. Er tr√§gt st√§ndig irgendwelche D√§monenbanner mit sich herum, die aber kein solches Volumen haben, da√ü sich seine Taschen ausbeulen. Wenn er eine besondere Ausr√ľstung in einen Einsatz nimmt, kann man ihm ja auch ein Hebammt√§schchen tragen lassen. Sein alt√§gyptisches Amulett ben√ľtzt er haupts√§chlich dazu, um Besessene zu erkennen und D√§monen zu entlarven. Aber meistens sind D√§monen nicht so bl√∂d, um nicht Gegenma√ünahmen zu ergreifen.
Noch ein Wort zu den D√§monen, die (nach Asmodis Tod weniger) in der Schwarzen Familie zusammengeschlossen sind. Die D√§monen k√∂nnen sehr individuell geschildert werden, diese M√∂glichkeit haben wir uns offengelassen. Viele von ihnen, ob nun Vampire, Werw√∂lfe etc. haben sich aber unter die normalen Menschen gemischt, um unerkannt ihren abartigen Neigungen fr√∂nen zu k√∂nnen. Sie versuchen nat√ľrlich, ihre Tarnung aufrechtzuerhalten, k√∂nnen gegen ihre widernat√ľrlichen Triebe aber nicht an. Wenn aber zum Beispiel Vampire nicht auf Jagd sind, dann sieht man ihre charakteristischen Langz√§hne nicht; sie sind in der Regel auch nicht den Vollmond- oder anderen Zyklen unterworfen. Aber es kann auch Vollmondvampire geben, solche, die sich bei der Jagd in Flederm√§use verwandeln u. √§.
Anders verhält es sich da mit den Opfern der Vampire, also Menschen, die von ihnen gebissen und gesaugt wurden. Diese werden zu echten Untoten, die im Tageslicht zu Staub werden, kein Spiegelbild und keinen Schatten haben. Andererseits wirken Knoblauch, Kruzifix, Weihwasser und Eichenpfahl auch gegen die vampiristischen Dämonen.
Auf die in diesem Band vorkommenden Dämonen wird noch besonders eingegangen.

Situation:
In Band 27 wurde ausgesagt, da√ü der Observator Inquisitor Trevor Sullivan, kurz O.I. genannt, w√§hrend einer Attacke der D√§monen-Drillinge lebensgef√§hrlich verletzt wurde (bitte nachlesen!). Luif-Davenport wurde angewiesen, √ľber die Verletzungen keine konkreten Aussagen zu machen, und daran soll sich auch der Autor dieses Bandes halten.
Weiter wurde dem Leser kr√ľmelweise beigebracht, da√ü die Existenz der Inquisitions-Abteilung (die uns als Autoren in dieser Form l√§stig wurde) von der Aufl√∂sung bedroht ist. Dies soll auch in diesem Band zur Aussage kommen, aber dar√ľber hinaus, den Leser in Ungewi√üheit lassen. Der neue Autor soll damit noch nicht belastet werden, sondern sich voll und ganz auf die Story konzentrieren k√∂nnen, die, wie ich meine, einiges an guten Horror-Effekten hergibt.
Kommen wir nun, nach dieser langen aber erforderlichen Einleitung, zur Sache.

Anfangsepisode:
Ein Vertreter kommt mit einem Mädel, das er keine Meile von hier aufgelesen hat, nach Witchcraft. Er kennt das Dorf nicht, hat noch nie davon gehört, obwohl er viel im Land herumgekommen ist. Er sieht nette Menschen, lebenslustig, freundlich und gesellig, gepflegte Häuser. Und bei der Dorfeinfahrt steht ein Motel. Er wundert sich, daß er noch nie durch dieses Dorf gekommen ist. Seine Begleiterin, die von hier stammt, erklärt ihm, daß nicht jedermann nach Witchcraft kommen könne, nur besonders Auserwählte.
Das ist der erste Hinweis f√ľr den Leser, da√ü hier etwas nicht stimmen kann. Aber nur andeuten, nicht herausstreichen.
Der Leser soll im unklaren bleiben, was er wissen darf, das sagt ihm der Titel.
Unser ahnungsloser Vertreter, ebenfalls ein geselliger Typ, wird sofort von dem Trubel angesteckt. Au√üerdem glaubt er, da√ü das M√§dchen Eva nicht abgeneigt ist, ein Sch√§ferst√ľndchen mit ihm zu verbringen. Sie ist ein teuflisch kokettes ging, und man wei√ü, wie man bei ihr dran ist, ohne vom Bett zu reden.
Eva sagt, sie fahre den Wagen schon in die Garage. Er solle schon voraus zur Rezeption gehen. Dort empf√§ngt ihn eine freundliche Dame, im Festsaal spielt Musik, dort wird getanzt. Die nette Alte f√ľhrt ihn √ľber eine Holztreppe ins Obergescho√ü. An einem Treppenabsatz bleibt er √ľberrascht stehen, dort h√§ngt an der Wand das Bildnis von Eva, die er im Auto mitgenommen hat. Er bekommt sein Zimmer zugewiesen. Die Koffer wird man ihm nachbringen. Nach einer Weile geht er wieder nach unten. Immer herrscht noch fr√∂hliche Ausgelassenheit. Irgendwie erf√§hrt er, da√ü Eva in der Sauna ist. Danach gel√ľstet auch unseren Vertreter. Er darf, warum auch nicht? Er macht sich auf den Weg zur Sauna, die im Motel untergebracht ist.
Diesen Weg (der ihn ja geradewegs in die Bratpfanne f√ľhrt) bitte entsprechend gruselig ausschm√ľcken. Grusel durch die Stimmung allein erzeugen, ohne Konkretes auszusagen! Pl√∂tzlich
ist unserem Vertreter, als sei das Fest abgebrochen und es herrsche Stille. Erwartungsvolle Stille. Er hat das Gef√ľhl, als w√ľrden alle darauf warten, da√ü er in die Sauna geht. Er f√ľhlt sich auch w√§hrend des Auskleidens beobachtet, ohne jedoch jemanden zu sehen.
Dann geht er in die Saunakabine. Dort ist Eva. Doch in der plötzlich dampfenden Luft - eigentlich ein Anachronismus - ist sie ihm entschwunden. Es wird immer heißer - wie in einem Bratofen.
Bitte nur eine geschickte Andeutung machen, die den Leser zu der Annahme bringt, der Vertreter könnte gebraten werden. Dann abblenden.

Haupthandlung:
Gleich damit beginnen, wie Dorian mit Eva (dem Mädel aus der Anfangsepisode) im Wagen fährt und durch das Gespräch, oder die Gedanken des DK die Vorgeschichte kurz aufrollen.
Der Secret Service, das je seine Inquisitions-Abteilung finanzierte, hat alle Kontakte zu ihm abgebrochen. Man sagt Dorian nicht einmal, in welchem Hospital sich der O.I. Trevor Sullivan zur Behandlung befindet. Und dann wurde Dorian, der im Wagen durch die n√∂rdlichen Vororte Londons fuhr, von einem M√§dchen angehalten: Eva. Sie sagte, sie h√§tte eine Botschaft von Trevor Sullivan. Sie sei Krankenschwester und betreue den O.I., der ihr aufgetragen h√§tte, ihm, dem DK, eine Botschaft zu √ľberbringen. Sullivan brauche schnell seine Hilfe. Auf seine Frage, wo sich Sullivan aufhalte, sagt sie, der Secret Service habe ihn in Witchcraft untergebracht. Sullivan k√∂nne das Dorf nicht verlassen.
Dorian hat vorerst einen Grund, Mi√ütrauen zu sch√∂pfen, und ich glaube nicht, da√ü ihn der Leser, der ja mehr wei√ü, deshalb f√ľr bl√∂d halten wird.
Dorian braucht nicht lange zu fahren, um nach Witchcraft zu kommen. Als er sich jedoch den Weg hierher in Erinnerung zu rufen versucht, gelingt ihm das nicht. Bitte immer solche Andeutungen hineinstreuen, die den Leser neugierig machen.
In Witchcraft herrscht ausgelassenes Treiben. Als Dorian wissen will, was denn eigentlich gefeiert wird, bekommt er von Eva irgendeine nichtssagende Antwort. Entweder tausendj√§hriges Bestehen des Dorfes, oder was √Ąhnliches, deswegen man das gro√üe Festessen - bitte dies herausstreichen und immer wieder einstreuen - veranstaltet.
Dorian wird von Eva zum Motel gef√ľhrt. Dort werde er Sullivan treffen, doch er, Dorian, m√ľsse so tun, als sei er ein Tourist. Deshalb Eintragung ins Meldebuch - diesmal ist jedoch keine nette Alte hinter der Rezeption, sondern eine Sch√∂nheit von einem M√§del, das eine gewisse √Ąhnlichkeit mit Coco Zamis hat. Dorian ist sofort fasziniert. Eva f√§hrt inzwischen den Wagen in die Garage (Wichtig!).
Dorian wird von der Sch√∂nen aufs Zimmer gef√ľhrt. Beim Hinaufgehen glaubt er, im Festsaal unter den Feiernden auch den O.I. gesehen zu haben. Als er jedoch in den Festsaal st√ľrzt, findet er ihn nicht. Er entschuldigt sich bei der Sch√∂nen damit, da√ü er glaubte, einen Bekannten gesehen zu haben. Sie l√§chelt wissend, bringt ihn aufs Zimmer, das ganz nach Dorians Geschmack eingerichtet ist - er wei√ü, hier wird er sich pudelwohl f√ľhlen.
Er beschließt sofort, ein Bad zu nehmen. Steigt in die Wanne... das Wasser wird immer heißer, beginnt zu broddeln. Er springt raus, will aus dem Badezimmer, doch das ist versperrt. Fenster gibt es keines. Es wird immer heißer.
Er rechnet schon damit, hier gesotten und gebraten zu werden - ohne jedoch die Wahrheit zu vermuten.
Da geht endlich die T√ľr auf. Sie springt wie von Geisterhand ge√∂ffnet auf. Er kann aus der t√∂dlichen Falle fliehen. In seinem Zimmer stellt er dann aber fest, da√ü seine s√§mtlichen D√§monenbanner verschwunden sind.
W√ľtet hastet er zur Rezeption hinunter - nicht ohne sich angezogen zu haben - sagt, was ihm beinahe widerfahren w√§re und da√ü er bestohlen wurde. Die sch√∂ne Coco-Kopie kann ihn diesmal mit ihrem Charme nicht beruhigen, beschw√∂rt ihn, doch nicht so einen Krach zu schlagen, von wegen des guten Rufes des Motels.
Da passieren zwei Dinge gleichzeitig, die Dorian auf andere Gedanken bringen. Erstens kommt eine Reisegruppe ins Motel, und aus den aufgeregt durcheinander gellenden Stimmen der Touristen erfahren Dorian und der Leser, daß ihr Autobus zwei Meilen vor Witchcraft eine Panne hatte und daß man, weil die Dunkelheit hereingebrochen sei und man nicht im Freien nächtigen wollte, zu Fuß auf die Lichter zugegangen sei. Und nun bereut es niemand, in Witchcraft zu sein.

Achtung: Information f√ľr den Autor, die er aber erst gegen Ende des Romans an den Leser weitergeben darf, um die Spannung nicht zu t√∂ten. Diese Touristen haben Dorian das Leben gerettet. Er sollte gerade "zubereitet" werden, da n√§herten sich v√∂llig unerwartet die Touristen. Sie sind den Kannibalen als Bereicherung des Speisezettels nat√ľrlich mehr als willkommen. Sie w√§ren aber kopfscheu geworden, wenn sie zuf√§llig den gargekochten Dorian Hunter gesehen h√§tten. Deshalb verschonte man ihn vorerst. Vorerst nur so viel dazu.
Das zweite Ereignis, das Dorian ablenkt: Er entdeckt im Festsaal wieder den O.I. Trevor Sullivan. Als er jedoch hinst√ľrzt, kann er ihn wieder nicht entdecken. Dorian sucht auch im Freien nach ihm, doch findet er ihn nicht.
Von nun an auch aus der Perspektive der einzelnen Mitglieder der Reisegruppe erz√§hlen. Andeuten, aber nicht genau aussagen, da√ü jedem von ihnen etwas anderes an dem niedlichen Dorf Witchcraft gef√§llt. Das kann auch widerspr√ľchlich sein - sollte es sogar, um die Atmosph√§re des Unheimlichen unterschwellig f√ľr den Leser entstehen zu lassen.
Der eine, ein alter L√ľstling, sieht nur die knusperigen M√§dels. Eine alte Matrone glaubt sich pl√∂tzlich zu erinnern, da√ü Witchcraft ein beliebter Wallfahrtsort ist. Ein Koch hat geh√∂rt, da√ü es in Witchcraft eine Spezialit√§t gibt, von der unbedingt das Rezept haben m√∂chte. Ich f√ľhre hier absichtlich keine Namen an, um dem Autor f√ľr solche Zwischenepisoden v√∂llig freie Hand zu lassen. Aber einige Anregungen m√∂chte ich ihm schon geben, die er in dem Sinne, Gruselatmosph√§re zu schaffen, selbst√§ndig ausbauen soll.
Blenden wir wieder zum DK um. Der möchte wissen, wo Eva ist, die ihn hergebracht hat. Zuerst Staunen; welche Eva? Als Dorian aber nicht locker läßt, bekommt er eine vage Auskunft. Eva komme sicher her, der DK wird energischer, und man sagt ihm, daß sie in einem Haus, die Straße etwas weiter unten wohne. Man finde das Haus sofort.
Dorian macht sich auf den Weg. Von au√üen wirkt das Motel so still, wie verlassen. Die Garagen liegen in v√∂lliger Dunkelheit. Irgendwie erreicht er das Haus, obwohl die Dorfbewohner, denen er begegnet, ihm den Weg nicht weisem k√∂nnen. Einer sagt sogar, dabei die Augen rollend, mit geheimnisvoller Stimme, da√ü er, Dorian, besser die Finger von Eva lassen solle. Aber der DK macht weiter, nun ist ihm vieles nicht mehr ganz geheuer, und er findet das Haus, in dem Eva wohnt. Von au√üen ist es ein Prachtbau, durch das Fenster kann er nicht viel vom Innern erkennen - nur Eva, die wie meditierend dasitzt. Er will gerade ins Haus, als sich drei kl√§ffende Bluthunde auf ihn st√ľrzen. Ein Kampf entspinnt sich, bei dem Dorian aber seltsamerweise keine Verletzung davontr√§gt. Die Hunde jagen ihn aber in die Flucht.
Dorian beschließt, aus seinem Wagen eine Waffe zu holen.
Es ist die Spezialpistole, die Holzpfl√∂cke und auch Silberkugeln verschie√üen kann. Er hat das Gef√ľhl, da√ü er sie gebrauchen kann. Irgendjemand, vielleicht der Secret Service, m√∂chte ihn nicht zu Eva vorlassen. Als er jedoch die Garage sucht, findet er sie nicht. Er ist √ľberzeugt, da√ü das langegestreckte Geb√§ude mit den vielen Kipptoren hier gestanden hat - wo sich jetzt nur sumpfiges Gel√§nde befindet.

Schlußbemerkungen:
Es sei noch einmal ausdr√ľcklich darauf hingewiesen, da√ü Eva der eigentliche D√§mon, eine Hexe, ist. Die glatzk√∂pfigen Kannibalen sind nur ihre Opfer, die sie dazu gebracht hat, nach Menschenfleisch zu gieren - wom√∂glich nur deshalb, um bei ihren Menschenschlachtfesten Gesellschaft zu haben.
Als sie Dorian gegen Romanschlu√ü sagt, sie habe keine Macht √ľber die D√§monen, ist das eine bewu√üte L√ľge. Sie k√∂nnte vor dem DK ihre Maske fallen lassen, doch das tut sie nicht, weil sie mit ihm spielen m√∂chte - wie eine Katze mit der Maus. Beachten, da√ü die Hexe, die ja Gedanken lesen kann, alles √ľber Dorian wissen mu√ü - auch, da√ü er der D√§monen-Killer ist. Als Dorian zu Evas Haus will, so l√§√üt sie absichtlich irgendwelche Ungeheuer entstehen, um ihn zu verscheuchen, damit er sie nicht st√∂ren kann. Es steht dem Autor frei, weitere Hindernisse entstehen zu lassen.
Zu der von Eva erschaffenen Scheinwelt, in der sich ihre Opfer befinden, sei gesagt, da√ü diese nicht materiell ist. Deshalb k√∂nnen die Bluthunde bei ihrem Haus Dorian auch nichts anhaben. Ein berechtigter Einwand w√§re, da√ü Dorian sofort jeden der Dorfbewohner als Trugbild erkennen m√ľ√üte, wenn er ihn ber√ľhren will, jedoch durch ihn hindurchgreift. Diese immateriellen Trugbilder sind ja wirklich nicht stofflich, sie k√∂nnen auch nicht reden, sondern Eva erzeugt diese Illusion nur in ihren Opfern, so wie sie ihnen auch einsuggeriert, da√ü sie eine Ber√ľhrung mit ihnen f√ľhlen k√∂nnen. Die Illusion ist perfekt, solange Eva die Mu√üe hat, sich meditierend darauf zu konzentrieren.
Was ihr Bildnis de Treppenhaus des Motels betrifft, so habe ich es nur ins Exposé aufgenommen, weil es sich auf dem Titel¬bild findet. Es ist aber nicht Evas wirkliches Abbild. Im Gegenteil, sie sieht in Wirklichkeit wie einer der spitzohrigen Glatzköpfe aus, und somit ist ihre Schönheit auch nur Illusion - was im Finale das Romans herauskommen sollte. Sie hat also ihre Kannibalen-Freunde nach sich geformt.
Das wär's.



Warum Bodo Baumann, den Roman nicht schrieb. Ich wei√ü es leider nicht. Da ich die DK-Expos√©s erst Ende der achtziger Jahre von Kurt Luif erhalten habe, und erst dann erfahren habe, da√ü Bodo Baumann alias John Willow eigentlich als Autor f√ľr DK Nr. 35 vorgesehen war, waren meine Fragen an Ernst Vlcek und Kurt Luif wegen dieser Sache nicht sehr erfolgreich. Die Autoren wurden von der DK-Redaktion in M√ľnchen ausgesucht. Kurt und Ernst hatten keinen Einflu√ü bei der Auswahl, wer als Autor eingesetzt wurde.

Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von Talis am 12.06.2018 08:19.

                                    Talis ist offline Email an Talis senden Beiträge von Talis suchen Nehmen Sie Talis in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information
105341
Das Gleichgewicht Das Gleichgewicht ist männlich
Team




Dabei seit: 24.09.2008
Beiträge: 8762

19.06.2018 17:11
Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen

Der Teufel von der Schönheitsfarm

von Neal Davenport



Das Thema Sullivan bleibt im Fokus der Serie. Dorian ist mit Coco in der Oper, um dort den Secret Service Agenten abzufangen, der momentan das Sagen hat. Victor Shapiro l√§sst die beiden aber eiskalt abblitzen und will auch nicht verraten, wo Sullivan sich gerade von seinen Verletzungen erholt. Lieber genie√üt er die Gesellschaft seiner Freunde, die alle f√ľr ihr Alter erstaunlich jung aussehen. Seltsam, aber das kann Dorian ja egal sein. Oder?

Vor der Jugendstilvilla trifft er auf Manuel Fuente. Der hat auf einer der Orkney-Inseln auf dem Gelände einer Schönheitsfarm gearbeitet. Soweit so gut. Allerdings wurde er dort unter dämonischem Bann gefangen gehalten und musste den Damen und Herren auch in unseriösen Belangen zu Diensten sein. Angeblich hat er dort Sullivan getroffen, der ihn um Hilfe gebeten hat, Dorian zu holen. Manuel konnte fliehen und da steht er jetzt und wartet auf die Antwort des Dämonenkillers. Die Idee hätte auch wunderbar zu meiner Version der Sullivan-Sache gepasst. Vielleicht sogar besser. Sullivan mag enorme Scheiße gebaut haben. Aber er wird von Dämonen gefangen gehalten und es ist einfach Dorians Job, Menschen in dieser Lage zu helfen. Entgegen seiner Wut auf den O.I. wäre er der Sache dann nachgegangen.

Manuels Zusammentreffen mit Sullivan und die anschlie√üende Flucht sind nicht astrein erkl√§rt. Er h√∂rt rein zuf√§llig beim Putzdienst ein St√∂hnen aus einem Zimmer und schaut neugierig nach Ebenso zuf√§llig stand er zu diesem Zeitpunkt irgendwie noch nicht unter der Knute der D√§monen. Was f√ľr ein Gl√ľck! Und dass die Jagdhunde mit ihrem hervorragenden Geruchssinn ihn dann nicht auf dem Baum entdecken oder riechen ist auch irgendwie unlogisch. Davenport hat eben schnell etwas zusammen getippt, damit der Fall ins Rollen kommt. Die Idee dahinter ist ja gut und die Flucht ist schaurig geschrieben.

Obwohl die Sache wie letztes mal eine Falle sein k√∂nnte, untersuchen Coco und Dorian die Sache. Manuel nehmen sie auch mit. In einem Dorf vor der Insel treffen sie nur auf gealterte Menschen. W√§hrend die beiden M√§nner dann zur Insel √ľberlegen, soll Coco als R√ľckendeckung zur√ľck bleiben. Die Gruppe trennen, immer eine gute Idee. Schnell stellt sich heraus, was auch immer hier vor sich geht, es ist starke Magie. Dorians D√§monenbanner und sein Schutzamulett schmelzen einfach. Es sind solche ganz kleinen Einf√§lle, die ich mag und auch w√ľrdige.

Was ich auch zur Kenntnis nehme, aber definitiv nicht mag, sind diese Zuf√§lle. Als Dorian und Manuel sich anschleichen, wer trifft da gerade jetzt mit seinen Freunden hier ein. Agent Shapiro. Sachen gibt es! Und es geht weiter, ausgerechnet jetzt kommt der n√§chste Ausrei√üer um die Ecke. Die Missgestaltete Figur kann die Jagdhunde absch√ľtteln, daf√ľr werden diese auf Dorian und Manuel aufmerksam. Ziemliches Pech, das war es mit einer heimlichen Aktion. Beide werden erstmal aufgegriffen und in das Geb√§ude gebracht.

Shapiro w√ľrde Dorian ja am liebsten direkt t√∂ten lassen. Leonhard Goddard, Leiter der Sch√∂nheitsfarm, sieht daf√ľr keine Notwendigkeit. Er ist die Ruhe in Person, erkl√§rt Dorian dass das hier ein Geheimprojekt unter dem Secret Service ist und der D√§monenkiller keine Handhabe hat. Er darf sp√§ter sogar Sullivan sehen. Wir alle wissen, wie das ausgehen wird und dass Shapiros Idee besser gewesen w√§re. Und obwohl es nicht gerade schlau, sondern einfach nur √ľberheblich und selbst√ľbersch√§tzend ist ¬Ė dass Dorian kein Gefangener ist, sondern sich frei bewegen darf, ist eine interessante Abwechlung zum √ľblichen Gruselroman-Ablauf in solchen F√§llen. Der arme Manuel ist leider wieder unter der Kontrolle der Gegenseite.

Auch der Verj√ľngungsprozess der Patienten entspricht meinem Geschmack. Keine ¬Ąverr√ľckter Wissenschaftler¬ď-Operation in einem klinischen Raum. Davenport w√§hlt die mystische Variante mit einer d√ľsteren Zeremonie. Singsang, seltsame Fl√ľssigkeiten zum Trinken und nat√ľrlich Sex. Das lebensspendende M√§dchen ist schon von 20 auf 50 gealtert, jetzt kommt nochmal eine Schippe drauf und sie wird zu einer runzeligen alten Frau.
Da Dorian wie gesagt nicht eingesperrt ist, wird er nat√ľrlich zuf√§llig auf die Prozession aufmerksam. Er kann das Ritual nicht verfolgen, sieht aber wie die ¬ĄMitarbeiter¬ď √§lter und die Patienten j√ľnger werden. Da kann er sich seinen Teil denken. Der n√§chste Zufall, die T√ľr zu Goddards B√ľro steht offen und Dorian kann einen Streit zwischen ihm und seiner Frau mith√∂ren.

Nun n√§hert sich langsam das Ende der Geschichte und von Sullivan hat man noch nichts gesehen. Endlich ist es soweit. Der O.I. erkennt Dorian aber nicht. Dieser vermutet sofort einen Trick, das kann doch nicht Sullivan sein. Aber bis jetzt geht Goddards Plan auf. Dorian kann nur mit leeren H√§nden und z√§hneknirschend zur√ľck auf's Festland gehen.

Shapiro muss ihn auf dem R√ľckweg aber hereinlegen. Dorian wird von dem geflohenen Scheusal vom Anfang der Geschichte gerettet. Man kann schon vermuten, wer dahinter steckt. Tats√§chlich ist es Sullivan. Goddard hat seinen Geist in dieses Monster transformiert, um aus seinem freien K√∂rper einen Doppelg√§nger zu machen. Der sollte sich das Vertrauen des D√§monenkiller-Teams erschleichen und sie dann alle niedermetzeln. Zum Gl√ľck kam es dazu nicht, das h√§tte mich nur aufgeregt. Nach all den ¬Ė von den Autoren vergessenen ¬Ė Ereignissen d√ľrfte Dorian Sullivan ganz sicher nicht vertrauen. Shapiro stirbt bei der Aktion und ist keine Gefahr mehr.

Auf dem Festland schmiedet man gemeinsam einen Plan. Sullivan muss in seinen K√∂rper zur√ľck. Mein Dorian macht das eher widerwillig, weil der O.I. das nicht verdient hat, trotz seines Verrats. Bis jetzt kann ich mir die Sache im Kopf noch ganz gut zurechtreden und ab√§ndern. Wodurch ich wiederum die Handlung besser genie√üen kann.

Nur das Finale schw√§chelt. Die L√∂sung ist nicht ganz √ľberzeugend. Sullivan wird auf die Insel zur√ľck gebracht, wo er sich ergreifen l√§sst. Er wurde mit einer Wanze ausgestattet, damit Dorian mith√∂ren kann. Aber woher wei√ü er, dass Sullivan die ganze Zeit in Goddards B√ľro rumsteht? Und nicht irgendwo in einem abgesperrten Zimmer, damit er nicht wieder abhaut. Das ergibt √ľberhaupt keinen Sinn. Nicht nur das, genau wie gebraucht findet ein weiterer Streit zwischen Goddard und seiner Frau statt. Hatte der tote Shapiro ein Verh√§ltnis mit ihr? Das kann Dorian jetzt f√ľr sich nutzen. Davenport ist einer dieser Autoren, die mir zu schnell und bedenkenlos auf Heftromanzuf√§lle zur√ľck greifen und f√ľr eine gute Idee zu stark die Geschicke der Handlung lenken.

Auch Dorian begibt sich auf die Insel und l√§sst sich fangen. Mit seinem Wissen manipuliert er Goddard dazu, Shapiro wiederzuerwecken, um einen Beweis zu haben, ob seine Frau ihn betrogen hat. Und wie hilft das jetzt Sullivan?Eigentlich gar nicht. Der Autor greift erneut mit einer sinnlosen Aktion ein. Bei der Erweckung des Toten sind alle anderen Patienten mit im Raum. Keine Ahnung warum. Einen Zweck bei der Beschw√∂rung haben sie nicht, sie liegen halt einfach da rum. Sollte ich da etwas falsch gelesen oder √ľberlesen haben, kann man mich bitte berichtigen. Es ist nur wichtig, als Coco und die gealterten Opfer in den Raum schleichen und die Hexe einen Gegenzauber anstimmt. Die Verj√ľngung wird r√ľckg√§ngig gemacht, die Lebensenergie der anwesenden Patienten flie√üt auf die Alten zur√ľck. Auch Sullivan kommt zur√ľck in seinen K√∂rper. Fall gel√∂st, ein kurzer Abschied, fertig.


Das war also der unvermeidliche Roman, der sich mit Sullivan besch√§ftigt. Und es ist hier ein echter Zufall, dass Davenport eine Handlung dazu schreibt, mit der ich verh√§ltnism√§√üig gut zurecht komme. Mein ¬ĄKopf-Dorian¬ď h√§tte sich der Sache genau so angenommen wie der vergessliche Autoren-Dorian. Als man Sullivan dann gerettet hat gibt es kein freudiges Wiedersehen, Sullivan macht sich schnell wieder aus dem Staub.

Sch√∂nheitsfarm-Romane mag ich normalerweise nicht, weil es auf Wissenschaft hinaus l√§uft. Hier hat alles einen magischen Hintergrund. Wieder ein gl√ľcklicher Zufall, dass Davenport damit meine Pr√§ferenz trifft. Dazu gr√∂√ütenteils gute Ideen, interessant geschriebene Charaktere und mit Healey die richtige Prise Humor oder Makaberheit.

Bis hierhin hat mir Davenports Geschichte in diesem Band besser gefallen als die von Vlcek. Eigentlich ist das eindeutig anders herum. Einziger Kritikpunkt sind nur die Zuf√§lle an den wichtigen Stellen. Zum Finale wird das besonders deutlich. Man braucht die verj√ľngten Patienten vor Ort, also werden sie ohne Grund hineingeschrieben. Da ist wieder der Davenport wie ich ihn kenne.

Insgesamt aber ein unterhaltsamer Roman mit einem weniger schlimmen Wiedersehen mit Sullivan als erwartet.
groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen groŖes Grinsen Baff Baff (8 von 10 Schnauzern)

__________________
Aktuelle Lesereihenfolge:

1. Professor Zamorra
2. John Sinclair
3. Dark Land
4. Dämonenkiller
5. Coco Zamis

                                    Das Gleichgewicht ist offline Email an Das Gleichgewicht senden Beiträge von Das Gleichgewicht suchen Nehmen Sie Das Gleichgewicht in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information
105506
Olivaro Olivaro ist männlich
Team


Dabei seit: 15.05.2013
Beiträge: 5320

19.06.2018 17:32
Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen

Es darf aber nicht vergessen werden, dass auch dieser Fall kein gl√ľckliches Ende findet, wie das Romanende zeigt:

"Ich frage mich, was aus den anderen werden wird, die schon f√ľrher Goddards Verj√ľngungskur bekommen haben."

"Sie werden irgendwann in den nächsten Wochen rasend schnell altern und sterben."

"Und die jungen Alten, denen wir nicht helfen konnten, bleiben k√∂rperlich alt und werden fr√ľher oder sp√§ter an Altersschw√§che sterben", sagte der D√§monenkiller. Schweigend fuhren sie weiter.

__________________
Es d√§mmerte, ein Windsto√ü fuhr durch das welke Laub unter den B√§umen, da√ü es raschelte. Dr√ľben auf dem neuen Friedhof wurden die roten Lichter sichtbar, die die Leute an Allerseelen auf die Gr√§ber gestellt hatten und die immer noch brannten.

Fanny Morweiser: Laura

                                    Olivaro ist offline Email an Olivaro senden Beiträge von Olivaro suchen Nehmen Sie Olivaro in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information
105508
Das Gleichgewicht Das Gleichgewicht ist männlich
Team




Dabei seit: 24.09.2008
Beiträge: 8762

19.06.2018 17:50
Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen

Finde ich gerade gut. Auch dass der "Hinterdämon" nicht einmal aufgedeckt wurde, sondern nur seine Operation hier zerschlagen.

__________________
Aktuelle Lesereihenfolge:

1. Professor Zamorra
2. John Sinclair
3. Dark Land
4. Dämonenkiller
5. Coco Zamis

                                    Das Gleichgewicht ist offline Email an Das Gleichgewicht senden Beiträge von Das Gleichgewicht suchen Nehmen Sie Das Gleichgewicht in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information
105509
Shadow Shadow ist männlich
Foren Gott


Dabei seit: 29.10.2014
Beiträge: 2436

19.06.2018 20:45
Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Olivaro
"Und die jungen Alten, denen wir nicht helfen konnten, bleiben k√∂rperlich alt und werden fr√ľher oder sp√§ter an Altersschw√§che sterben", sagte der D√§monenkiller.

Ich gebe da dem Gleichgewicht recht, wenn er meint: Finde ich gerade gut!

Wenn die ganze dekadente Menschheit mit ihrem "Reichtum" nichts anderes mehr im Sinn hat, als ewig jung zu bleiben, dann w√ľrde ich es vielen anderen auch g√∂nnen, auf so eine Art und Weise mit der Verg√§nglichkeit konfrontiert zu werden!

Fakt ist: Wir alle m√ľssen sterben! Die einen fr√ľher, die anderen sp√§ter. Eine Horrorvorstellung f√ľr mich w√§re, wenn es sich ein paar Superreiche, die wom√∂glich ihren Reichtum auch noch auf dem R√ľcken der weniger Beg√ľterten zusammengerafft haben, sich ein gesundes, √ľberaus langes Leben kaufen k√∂nnen. Dann h√§tte das ganze Leben mit den uns eingetrichterten Moralvorstellungen ‚Äď die nur dazu da sind, dass wir sch√∂n brav "unten" bleiben und nur ja keine Aufst√§nde gegen die da oben starten ‚Äď absolut wenig bis keinen Sinn mehr. Es passt schon so, dass alle nur eine relativ kurze Zeitspanne auf dieser Erde zur Verf√ľgung haben. Es passt auch, dass die Superreichen es oftmals √ľberaus schwer haben, von dieser Welt abzutreten ‚Äď und nichts von ihrem vielen Geld mitnehmen k√∂nnen! Frei nach dem Spruch: Das letzte Hemd hat keine Taschen!

Das ist die einzige Gerechtigkeit, die es derzeit auf dieser Welt noch gibt!

Wie lange das noch so bleibt, steht nicht mehr so fest verankert in den Sternen wie fr√ľher oder noch vor ein paar Jahrzehnten. Da wird schon sehr, sehr fieberhaft daran gearbeitet, dieses Szenario zu ver√§ndern.

Deshalb finde ich es gut, dass Kurt Luif alias Neal Davenport seinen Finger in diese schwärende Wunde der heutigen Gesellschaft bereits in den 1970er-Jahren gelegt hat ...

__________________
Erhebe nicht den Anspruch, alles zu wissen ‚Äď versuche es.

                                    Shadow ist offline Beiträge von Shadow suchen Nehmen Sie Shadow in Ihre Freundesliste auf                               Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information
105513
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Gehe zu:
Powered by Burning Board Lite © 2001-2004 WoltLab GmbH
Design based on Red After Dark © by K. Kleinert 2007
Add-ons and WEB2-Style by M. Sachse 2008-2018