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John-Sinclair-Forum ::: Gruselroman-Forum » TaschenbŁcher und die Phantastische Literatur im Buchformat » B√ľcher » Nikol-Verlag » H. P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
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Estrangain Estrangain ist männlich
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Dabei seit: 22.05.2013
Beiträge: 1780

18.11.2017 13:53
H. P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
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¬ĽBerge des Wahnsinns¬ę beginnt mit einer Warnung, eine geplante Expedition in die Antarktis abzusagen.
Die Gr√ľnde daf√ľr sind mannigfaltig und zugleich unaussprechlich.
Der Erz√§hler berichtet von seiner letzten Expedition, schildert stimmungsvolle Bilder des antarktischen Himmels, der Landschaft und beschreibt die Vorbereitungen f√ľr die geplante Gewinnung von Gesteinsproben.
Doch ein außergewöhnlicher Fund lässt das Team aufhorchen und eine Reise des Schreckens beginnt, an deren Ende das Grauen unaussprechlich geworden ist.

Berge des Wahnsinns

Roman von H. P. Lovecraft

Originaltitel: At the Mountains of Madness, 1936

Gebundene Ausgabe

Aus dem Amerikanischen Englisch von Hannelore Eisenhofer

200 Seiten

Erschienen 2016

©www. Nikol-Verlag.de

__________________
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Dabei seit: 22.05.2013
Beiträge: 1780

26.11.2017 14:01
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Der Nikol-Verlag pr√§sentiert uns hier Lovecraft¬īs Meistererz√§hlung BERGE DES WAHNSINNS als sehr sch√∂nes, kleines gebundenes B√ľchlein in neuer √úbersetzung.
Auf ca. 200 Seiten wird die Geschichte einer Antarktis-Expedition erzählt, und was sie dort vorfand.

Lovecraft schildert die Geschehnisse meisterhaft und anschaulich. Was zunächst wie ein simpler Abenteuerroman beginnt, entwickelt sich sehr schnell zu einer wahrhaft phantastischen Erzählung kosmischen Ausmaßes. Gekonnt setzt der Autor hier und da Andeutungen ein, um den Spannungsbogen immer weiter zu spannen.
Wer aber eine simple Gruselgeschichte erwartet, sieht sich aber get√§uscht. Lovecraft ben√ľtzt den Rahmen der Geschichte n√§mlich dazu, seinen ganzen Mythos des Kosmischen Grauens in eine neue Perspektive zu setzen. Er schildert uns anhand der Darstellungen auf vorzeitlichen Reliefs, wie vor √Ąonen die Gro√üen Alten von den Sternen auf die Erde herabsickerten und nebenbei das irdische Leben ¬Ė zum Spa√ü oder aus Versehen ¬Ė erschufen. Im weiteren Verlauf dieser Erz√§hlung-in-der-Erz√§hlung geben sich auch Cthulhu und seinesgleichen die Ehre, und es wird klar, welche Rolle sie in diesem kosmischen Puzzle spielen. Lovecraft entmystifiziert seinen kompletten Mythos allerdings weitgehend und nimmt ihm dadurch seine Aura des √úbernat√ľrlichen und Unnennbaren. Der Kosmos der Gro√üen Alten wird objektiviert und aufger√§umt. Der Kosmische Schrecken kommt so zu seiner eigentlichen Bedeutung: er ist eben rein kosmisch, wie der Name schon sagt.

Dass Lovecraft ein Bewunderer Edgar Allan Poe¬īs war, kommt durch das zitierte ULALUME, sowie der Erw√§hnung des ARTHUR GORDON PYM zum Ausdruck, der gegen Ende ja ebenfalls in der Antarktis spielt (und √ľbrigens auch Jules Verne beeinflusste. Schrieb dieser mit DIE EISSPHINX ja eine Quasi-Fortsetzung)

Kommen wir nun aber zum B√ľchlein selbst. Wie eingangs bereits erw√§hnt, ist es sehr sch√∂n aufgemacht und mit 6,99¬Ä auch erschwinglich. Die √úbersetzerin Dr. Hannelore Eisenh√∂fer hat auch gute Arbeit geleistet, allerdings hat sie die Sprache des Quelltextes teilweise sehr vereinfacht. Die Ausdrucksweise wirkt eher modern, die S√§tze sind wenig ausufernd und kaum verschachtelt. Gek√ľrzt wurde scheinbar nicht, soweit ich dies beurteilen kann. Wenigstens hat sie aber die Gr√∂√üenangaben aber in Fu√ü beibehalten. Vergleiche ich diese √úbersetzung mit der der Suhrkamp-Ausgabe, erscheint mir letztere in all ihrer geschraubten und leicht angestaubten Altert√ľmlichkeit dennoch quirliger und dadurch auch dem Urtext angemessener und somit passender.
Eisenh√∂fers Version liest sich insgesamt aber sehr fl√ľssig und gibt auch die Atmosph√§re sehr gut wieder, allerdings gibt es dann doch einen Wermutstropfen, n√§mlich das Lektorat.
Das l√§sst n√§mlich zu w√ľnschen √ľbrig, denn der Textfluss wird durch einige Setzfehler, falsche Kommasetzung und Das/Dass Verwechslungen gehemmt. Zwar werden Inhalt und Aussage des Textes dadurch nicht entstellt, allerdings st√∂rt es das Auge ¬Ė zumindest meins ¬Ė beim Lesen.

Aber das ist eigentlich schon Wohlstandsjammern, dr√ľcken wir also ruhig ein rudiment√§res Auge zu.

Ich vergebe 4 von 5 Sternsteinen (f√ľr die Story selbst 5 von 5)

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Olivaro Olivaro ist männlich
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Dabei seit: 15.05.2013
Beiträge: 5128

26.11.2017 14:29
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Vielen Dank f√ľr diese umfassende Einsch√§tzung!

Pers√∂nlich denke ich, dass es dann wirklich genug ist mit deutschen Lovecraft-√úbersetzungen. Auch weil wir festgestellt haben, dass die Insel/Suhrkamp-√úbersetzungen auch heute noch ihre G√ľltigkeit haben.

Von manchen Erz√§hlungen gibt es mittlerweile ausreichend verschiedene deutsche Versionen, und mit den Werkausgaben von Insel/Suhrkamp, Festa, Edition Phantasia und aktuell Nikol sollte es nun auch reichen. So sehr ich Lovecraft auch sch√§tze, so g√§be es noch ausreichend andere Autoren, die sich postum √ľber ad√§quate deutsche Ausgaben freuen w√ľrden. Festa hat immerhin das unheimiche Gesamtwerk von Howard, Lovecraft, James und Smith abgedeckt (wenngleich die thematische Ordnung nicht immer gelungen ist). W√ľnschenswert w√§re eine umfangreiche W√ľrdigung von zum Beispiel William Hope Hodgson, von dem zwar bereits viel interessantes Material in Deutschland erschienen ist, aber wenn man diese f√ľnfb√§ndige Gesamtausgabe von Night Shade durchsieht, gibt es noch viele interessante Erz√§hlungen zu entdecken:

https://www.amazon.de/s/ref=a9_sc_1?rh=i%3Aenglish-books%2Ck%3Athe+collected+fiction+of+william+hope+hodgson+night+shade&keywords=the+collected+fiction+of+william+hope+hodgson+night+shade&ie=UTF8&qid=1511698971O

Wunschdenken...

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Er saß am Fenster und sah zu, wie das blasse Gold der vergilbten Bäume langsam zur Erde sank und die roten Blätter wie toll die lange Allee heruntertanzten.

Oscar Wilde: The Canterville Ghost

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Estrangain Estrangain ist männlich
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Dabei seit: 22.05.2013
Beiträge: 1780

26.11.2017 15:55
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Hodgson, ja.
Eine sehr zerrissene (man beachte diesen doppeldeutigen und makabren Wortwitz!) Persönlichkeit, gleichwohl auch arg gebeutelt vom Schicksal.
Sein NACHTLAND bem√ľhe ich mich seit Jahren zu lesen, aber immer und immer wieder lege ich es erneut nach der H√§lfte beiseite, da es mir einfach zu schw√ľlstig ist und mich an√∂det.

Aber: eine Werkausgabe von ihm, das w√§r¬īschon was!
Kaufen w√ľrde ich sie allemal, man muss sie ja nicht zwingend lesen Augenzwinkern
Da nickt das Ding in mir....

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