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Dämonenjäger Nazar Mitchell Antwort auf diesen Beitrag erstellen  Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen      IP InformationZum Anfang der Seite springen

Venedig – 10. Juni 2011

„Ein neuer Auftrag, das übliche. Keine moralischen Entscheidungen, das ist gut. Es wird gegen die Brut der Finsternis gehen, die Kinder Luzifers. Ein kleiner Schlag gegen die Familie des dunklen Abgrundes. Er wird nichts ändern, aber zumindest wird mir dieser Auftrag ein wenig Geld einbringen. Und wenn ich Glück habe neue Informationen. Das letzte mal in Venedig ist schon lange her, ich erinnere mich dunkel. Was wird die Zeit hier gebracht haben?“


Zielsicher trotz der nächtlichen Dunkelheit lenkte der Gondoliere lenkte das schmale Boot, für das Venedig unter anderem berühmt war an die steinernen Stufen am Ufer. Ebenso geschickt half er der Frau auf die Gondel. Offensichtlich hätte sie die Hilfe nicht nötig gehabt, elegant fand sie ihr Gleichgewicht und setzte sich dann stumm, ohne jedes Wort, in die Touristengondel. Ebenso stumm stieß der Gondoliere das Boot ab und lenkte es dann den leeren Kanal entlang. Die hochgewachsene, aber klapper dürre Gestalt war in ein schlichtes schwarzes Gewand gekleidet, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Auffällig hingegen war die weiße Pestmaske, die der Bootsführer trug. Wie der Totenschädel eines Raben, eines Boten der Totenwelt, saß sie fest über seinem Gesicht. Der weiße Schnabel stach unter der Kutte hervor und zeigte in Fahrtrichtung. Geschickt wie ein Meister seines Fachs steuerte er die Gondel die mit Wasser gefüllte Häuserschlucht entlang. Um die Frau kümmerte er sich nicht. Das beruhte auf Gleichheit, die dunkle und gewöhnliche gekleidete Dame starrte gedankenverloren ins Wasser. Erst als der unheimliche Gondoliere das Ruder beiseite gelegt hatte und das Boot langsam auf dem Wasser voran trieb, schien sie aufzuschrecken. Eilig kramte sie in der Tasche ihrer schwarzen Sweatjacke herum. Die maskierte Gestalt drehte sich spielerisch leicht auf der Gondel herum und sah sie von oben herab an.

„Hast du es dabei?“

Die krächzende Stimme passte zu der Rabennase seiner Maske. Beinah panisch holte die Dame ein zusammengerolltes Stück Pergament aus der Jackentasche. Ein schwarzes Siegel, ein Feuer speiender Löwenkopf, prangte darauf. Die Augen des Gondoliere schienen für den Bruchteil einer Sekunde rot aufzuglühen, doch dann lagen wieder Schatten über den Augenlöchern der Pestmaske.

„Gib her!“

forderte er die Frau auf, die nur ängstlich den Arm ausstreckte, um ihm die Rolle hin zuhalten. Aufzustehen, das wagte sie nicht. Den Bootsführer kümmerte das nicht. Er interessierte sich nur für ihr Mitbringsel. Nur einen geübten Blick benötigte es, um die Echtheit des Siegels zu erkennen.

„Gut.“ Er deutete auf einen Rucksack, der unscheinbar in der Gondel lag. „Deine Belohnung.“

Einen gierigen Blick warf die Botin dem Rucksack zu, aber sie blieb versteift sitzen, nickte nur zaghaft. Er würde sie irgendwo absetzen, sie würde sich den Rucksack schnappen und darauf vertrauen müssen, dass auch wirklich die vereinbarte Summe darin verstaut war. Das jetzt nachzuprüfen würde einer Beleidigung gleich kommen, und mit ziemlicher Sicherheit einem Todesurteil für sie. Nachdem der Gondoliere das Pergament in einer versteckten Tasche in einer der Falten der Kutte versteckt hatte, griff er wieder zum Ruder und steuerte eine Brücke an. Dort würde er die Botin abladen und sich auf direktem Weg zu seinem Meister begeben, um die Rolle abzugeben. Er sollte diesen Gedanken nicht mehr zu Ende bringen können. Ein silberner Blitz schoss durch die Nacht und durchschlug die Maske problemlos. Der silberne Armbrustbolzen blieb in der Stirn des Gondoliere fest stecken. Ein Zischen ertönte, als das geweihte Silber seine Arbeit tat. Dann kippte die Kuttengestalt zur Seite und ins Wasser. Und das war der Augenblick, in der die Frau die Szene erfasste und zu einem gellenden Schrei ansetzte. Die Gondel war inzwischen wie geplant nach links getrieben. Zu der Häuserfront, auf der Nazar Mitchell sich einen Platz gesucht hatte. Mit einer geübten Bewegung steckte er die Reptierarmbrust weg, zog einen runenüberzogenen silbernen Krummdolch und sprang ohne Furcht vom Balkon des hohen Hausabschnittes auf in den Rücken der Frau auf die Gondel. Das Boot schaukelte nur einen Augenblick, Nazar störte das nicht. Mit einer tausendfach geübten Bewegung legte er den Dolch an ihre Kehle und die andere Hand auf ihren Mund.

„Keinen Laut, verstehst du.“

Sie nickte, natürlich. Diese geldgierigen Menschen dachten nie an die Gefahr, die daraus entstand, mit den dunklen Mächten zusammen zu arbeiten. Vorsichtig nahm Nazar seine Hand von ihrem Mund, der Dolch lockerte sich nur minimal.

„Wer hat dich geschickt?“

Sie brachte nur Gestammel heraus, das Nazar als Unwissenheit interpretierte. Wie immer hatten die hohen Tiere des Abgrunds hier in Venedig über mehrere Mittelmänner gearbeitet. Wie überall, wenn sie sich wichtige Botschaften übermitteln wollten. Der Jäger machte ein Ende und entsorgte den leblosen Körper der Frau im Kanal. Nach der Schriftrolle musste er gar nicht erst tauchen. Sie war magisch gesichert, nur der Empfänger würde sie mit einem passenden Spruch öffnen können. Immerhin hatte Nazar dafür gesorgt, dass die Botschaft ihr Ziel nie erreichen würde. Mehr war sein Auftrag auch nicht gewesen, vorerst zumindest. Als die abgetriebene Gondel an der Kanalwand entlang schrammte und die Brücke erreicht hatte, stieß er sich kraftvoll ab und landete wie eine Katze auf dem Geländer des Übergangs. Er würde seine Entlohnung für diese lächerlich einfache Aufgabe erhalten. Aber darum ging es nicht. Nazar war sich sicher, dass dies nur eine Prüfung gewesen war. Um sicher zu stellen, ob er wirklich der war, für den er sich ausgab. Die Prüfung hatte er selbstverständlich bestanden. Schon bald würde er seinen eigentlichen Auftrag erledigen. Er hoffte auf eine Herausforderung. Und die würde er bekommen.

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Hier also auch als virtuelles kleines Heftchen. Nur 2 Seiten Text, merke ich jetzt gerade.

http://issuu.com/gleichgewicht/docs/_nm_...1_-_die_ankunft

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